Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 44/2022)

Neu im Kino (Woche 44/2022)

Diese Woche gibt es zwei Berlinale-Gewinner und ein Wiedersehen mit einem computeranimierten Schlossgeist.

Mutzenbacher

Ruth Beckermann, die renommierte österreichische Dokumentarfilmerin hinter preisgekrönten Werken wie „Waldheims Walzer“ hat einen neuen Film gemacht. Für ihr aktuelles Werk versammelte die Regisseurin knapp hundert Männer vor die Kamera und ließ sie Textzeilen aus einem Buch vorlesen. Genau gesagt aus dem 1906 publizierten Roman „Josefine Mutzenbacher“, der als einer der Meilensteine der Erotikliteratur gilt. Im Zentrum der Geschichte steht eine minderjährige Prostituierte. Durch das Vorlesen und Nachstellen einzelner Passagen konfrontiert Beckermann ihre männlichen Subjekte mit ihren eigenen Vorstellungen von Sexualität und Freizügigkeit. Wo werden persönliche Grenzen gezogen?
Bild aus dem Film „Mutzenbacher“ (Filmladen)

Seine Premiere feiert der Film heuer auf der Berlinale, wo er in der Reihe „Encounters“ auch als bester Film ausgezeichnet wurde. Die Kritik zum Film gibt es bereits auf Uncut.


Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall

Der neueste Film des südkoreanischen Autorenfilmers Hong Sang-Soo ist ein Produkt der Pandemie und macht sich den räumlichen Minimalismus tadellos zu Nutze. Im Vordergrund steht eine erfolgreiche Autorin, die aufgrund einer Schreibblockade eine Pause einlegt. Sie trifft sich mit einer Freundin aus alten Tagen, die heute einen Buchladen leitet. Eine Reihe von Gesprächen bricht los, in denen über das künstlerische Dasein und die menschliche Existenz sinniert wird. Zufallsbegegnungen sind das Bindeglied zwischen den Konversationen. Kontemplativ und beruhigend.
Bild aus dem Film „Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall“ (Filmgarten)

Auch dieser Film feierte seine Premiere auf der Berlinale und wurde dort ausgezeichnet. Zur Österreichpremiere auf der Viennale war auch der Regisseur Hong Sang-soo in Wien. Ihm ist im Filmmuseum Wien eine bis Jänner 2023 laufende Retrospektive gewidmet. Die Kritik von der Viennale könnt ihr auf Uncut nachlesen.


Weitere Neustarts


Anima - Die Kleider meines Vaters
In ihrer neuen Doku stößt Regisseurin Uli Decker auf ein gut behütetes Geheimnis ihrer Familie. Nach dem Tod ihres Vater findet sie nämlich heraus, dass dieser zu Lebzeiten wohl gerne Frauenkleider getragen hatte.

Hui Buh und das Hexenschloss
In der Fortsetzung zur 2016 erschienenen Gespensterkomödie muss der titelgebende Schlossgeist (Michael Bully Herbig) seiner Nichte aus der Klemme helfen.

The Devil's Light
Der Horrorschocker erzählt von einer jungen Nonne, die das Praktizieren von Exorzismen erlernen möchte – und dabei dämonischen Mächten begegnet.

It Works II
Regisseur Fridolin Wiese trifft nach 25 Jahren erneut auf drei Männer mit Behinderungen, die er bereits im Kindesalter mit der Kamera begleitet hatte.

Mama Muh und die große weite Welt
Im schwedischen Animationsabenteuer stellt die Ankunft einer weit angereisten Storchdame den Bauernhoftrubel auf den Kopf.

Was dein Herz dir sagt - Adieu ihr Idioten!
In Frankreich lockte der Film 2 Millionen Besucher in die Kinos, nun ist der mit einem César als bester Film ausgezeichnete Film von und mit Albert Dupontel auch in den österreichischen Kinos zu sehen.
Der Autor
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