Berlinale 2017
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Berlinale 2017 - Tag 3

Tag drei der Berlinale galt den Künstlern. Mit „Félicité“ und „Final Portrait“ gingen im Wettbewerb zwei Filme an den Start, die von einer Sängerin und einem Maler handeln. Heute schlug außerdem mit Josef Haders „Wilde Maus“ Österreichs große Stunde.
Die Wettbewerbsschiene startete heute mit dem Film „Félicité“. Die Titelfigur Félicité ist eine Sängerin aus dem Kongo, deren Sohn nach einem schweren Motorradunfall im Krankenhaus landet. Auf einem Streifzug durch die Hauptstadt Kingshasa versucht sie nicht nur, das nötige Geld für die Operation aufzutreiben, sondern lernt auch die Hilfe von anderen Menschen anzunehmen. Bei der Pressekonferenz sagte Regisseur Alain Gomis, dass er einen Film über die Hoffnung im Leben der Menschen machen wollte, sowie den Zuschauern auch die Stadt und das Leben dort näherzubringen.

Der zweite Beitrag und die offizielle Premiere am Abend war Stanley Tuccis „Final Portrait“. Tucci zeichnet in seinem Film, auf dessen Umsetzung er zehn Jahre warten musste, einen Abschnitt im Leben des Schweizer Künstlers Alberto Giacometti nach. Er erzählt von jener Zeit, in der der amerikanische Autor James Lord ihm Modell stand. Die Handlung ist ein niemals enden wollender Reigen von Malen und Übermalen auf Leinwand. Ein Portrait sei immerhin nie wirklich fertig, sagt Giacometti. Ein zeitliches Hindernis, das der Regisseur mit viel Humor und tiefsinnigen Gesprächen unterhaltsam inszeniert. Auf dem roten Teppich traten am Abend neben Stanley Tucci auch Armie Hammer und Clémence Poésy auf.

Für Österreich kam der große Moment am Abend. Da war Josef Haders Regiedebüt „Wilde Maus“, das ebenfalls im Wettbewerb um den Goldenen Bären steht, im Berlinale Palast auf der großen Leinwand zu sehen. Hader spielt den Musikjournalisten Georg, der gefeuert wird, als er seinem Chef zu teuer wird. Georg verschweigt diese Tatsache seiner Frau und startet im Zuge der plötzlichen Sinnlosigkeit seines Daseins einen Rachefeldzug gegen seinen Chef. Ein tragisch-komisches Werk und ein gelungener Einstand im Regiesessel für Hader.

Im Panorama gab es heute den spanischen Film „Skins“ zu sehen, und die Stadtneurotikerin berichtet heute weiters vom Panorama-Eröffnungsfilm „The Wound“.

Die Autorin
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susn

Forum

  • Smalltalk mit Georg Friedrich

    Tag 3 auf der diesjährigen Berlinale war für mich im Vergleich zu den Tagen davor recht ereignislos. In Lückenzeiten zwischen meinen Filmscreenings hab ich erneut vorm Hyatt Hotel gewartet, hatte im Vergleich zum Vortag jedoch meist Pech. Regisseur Stanley Tucci sowie den gesamten Cast von "Final Portrait" hab ich leider knapp verpasst. Glück hatte ich widerum im Anschluss an die PK zu "Wilde Maus", dem einzigen österreichischen Vertreter im Wettbewerb. Zwar hab ich Hauptdarsteller und Regisseur Josef Hader (den ich vor wenigen Wochen für UNCUT interviewen durfte) nicht (nochmal) zu Gesicht bekommen, jedoch dafür den von mir hochgeschätzten Georg Friedrich. Mit diesem konnte ich sogar ein paar Worte wechseln und muss zugeben, dass er ähnlich herrlich exzentrisch zu sein scheint, wie der Großteil seiner Rollen. Toller Typ!
    chros
    19.02.2017, 23:22 Uhr
    • Friedrich

      Ich mag Georg Friedrich sehr. Aber manche sagen natürlich dass er gar nicht so sehr ein „guter Schausspieler“ ist sondern sich einfach immer selbst spielt ;)
      Den Preis hat er sich natürlich trotzdem mehr als verdient.
      treadstone71
      20.02.2017, 09:08 Uhr
  • Der große Hader

    Tag 3 durfte ich die schrägsten Eindrücke der bisherigen Berlinale sammeln. Gleich mein erstes Screening hat mir eine rosarote Brille aufgesetzt. Der spanische Film "Pieles" (oder "Skins") ist komplett in rosa und lila gehalten und bei der Pressekonferenz kam wirklich das ganze Film-Team (inklusive dem Berlinale-Moderator) in rosa gekleidet. Das nenn ich eye candy! Jedenfalls war ich von der Überdosis Rosa super gut gelaunt. Zumindest bis ich zur Pressevorführung von Wilde Maus ging. Da bin ich nämlich nicht hineingekommen. Josef Haders neuer Film lief in zwei riesigen Sälen gleichzeitig und beide waren restlos besetzt und viele Journalisten mussten enttäuscht wieder gehen. Unter den enttäuschten Presseleuten war ich aber die stolzeste, weil ich mich heimlich ein bisschen gefreut hab, dass Josef Haders Film so viel Interesse erweckt.
    herzchen
    13.02.2017, 10:37 Uhr
  • Wilde Maus Premiere

    Bei der Premiere von Wilde Maus waren übrigens auch noch Michael Ostrowski, Hilde Dalik, Christiane Paul und Bilderbuch anwesend. Die gingen aber alle an den Fotografen vorbei beim Nebeneingang in den Berlinale Palast, weil genau zu der Zeit der Rote Teppich für die Ankunft des Filmteams gesperrt war.
    uncut
    13.02.2017, 09:13 Uhr