Die Oscarnominierungen 2019 stehen fest.
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Oscar-Special Teil 2: Meine Favoriten

Oscar-Special Teil 2: Meine Favoriten

Um nicht bei der Verleihung enttäuscht zu sein, vergibt Josko seine eigenen Oscars
Ich habe es (beinahe) geschafft! Bis auf zwei Ausnahmen, habe ich alle Filme, die in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bester Hauptdarsteller“, „Beste Hauptdarstellerin“, „Bester Nebendarsteller“, „Beste Nebendarstellerin“, „Bester Animationsfilm “,„Bestes Original-Drehbuch “, „Bestes adaptiertes Drehbuch “, „Beste Kamera “, „Beste Ausstattung “, „Bester Tonschnitt “, „Bester Ton“, „Beste Filmmusik “, „Bester Film-Song “, „Beste Kostüme “, „Bester Schnitt“, „Beste Maske “ und „Beste visuelle Effekte“ nominiert sind, gesehen. In den letzten Jahren habe ich des öfteren mit den schlussendlichen Entscheidungen der Academy gehadert. Dass voriges Jahr „The Wolf of Wall Street“ keinen Award zugesprochen bekam oder der ganz nette aber keineswegs herausragende „Argo“ 2013 den Preis für den besten Film davongetragen hat, seien hier ad hoc als zwei Beispiele genannt. Es folgen somit keineswegs meine Oscar-Tipps, sondern jene Filme, denen ich heuer den Preis gönnen würde, die ich in den jeweiligen Kategorien am besten gefunden habe – die es meiner Meinung nach am meisten verdient hätten.

Bester Film

Wie im ersten Teil schon besprochen, kommt nach wie vor kein anderer Film an „Boyhood“ und „Birdman“ heran. Obwohl beide natürlich großartig, ist „Birdman“ für mich der makellosere Film. Da reicht in „Boyhood“ beispielsweise eine einzige Szene, in der leichtfertig dargelegt wird, dass Migranten wohl nur etwas guten Zuspruch bräuchten, um etwas erreichen zu können, um ihn als schwächer zu bewerten.
Erste Wahl: „Birdman
Runner-Up: „Boyhood

Beste Regie

Keine Frage: Alle der hier Nominierten haben ihre Filme meisterlich inszeniert, aber ein Projekt über Jahre hinweg so stimmig in Szene zu setzen, dazu gehört einiges an Talent, und davon hat Richard Linklater zu genüge. So würde mir heuer eine Zweiteilung der Hauptkategorien „Beste Regie“ und „Bester Film“ zusagen, obwohl ich mit einer Auszeichnung für Iñárritu natürlich auch leben könnte. Eine besondere Erwähnung soll hier außerdem Benett Miller erhalten, der in „Foxcatcher“ alle seine Darsteller zu Bestleistungen führt und mit dem Film zu wenig Anerkennung erfährt.
Erste Wahl: Richard Linklater für „Boyhood
Runner-Up: Alejandro G. Iñárritu für „Birdman

Bester Hauptdarsteller

Dass Michael Keaton ein exzellenter Schauspieler ist, konnte bereits in den 80er Jahren in Filmen wie „Batman“ oder „Beetlejuice“ (beide unter der Regie von Tim Burton) erkannt werden. In „Birdman“ läuft er zu Höchstform auf und ist in jeder Szene mimisch voll bei der Sache. Steve Carell, in seiner ersten prominenten dramatischen Rolle, wäre für mich die zweite Wahl, dessen Darstellung dieses uneinschätzbaren reichen Ringer-Enthusiasten einen in den Bann zieht.
Erste Wahl: Michael Keaton in „Birdman
Runner-Up: Steve Carell in „Foxcatcher

Beste Hauptdarstellerin

Die wohl schwierigste Entscheidung der diesjährigen Oscars: Alle fünf hätten mit ihren Darstellungen die Auszeichnung zweifelsohne verdient! Obwohl „Gone Girl“ freilich nicht zu den besten Filmen von David Fincher („Fight Club“, „The Social Network“) zählt, ist Rosamund Pike eine exzellent differenzierte Darstellung dieser äußerst hinterlistigen Frau geglückt. Außerdem würde ich Julianne Moore endlich den Oscar gönnen, welchen sie mit „Still Alice“, in dem sie den Alzheimer-Krankheitsverlauf berührend darstellt, auch verdient hätte. Eine besondere Erwähnung soll weiters Reese Witherspoon erfahren, auch weil der tolle Film „Der große Trip - Wild“ viel zu wenig Beachtung erhält.
Erste Wahl: Rosamund Pike in „Gone Girl - Das perfekte Opfer
Runner-Up: Julianne Moore in „Still Alice

Bester Nebendarsteller

Wiederum eine äußerst schwierige Wahl in diesem hochkarätigem Feld, obwohl J.K. Simmons als rigoroser Musiklehrer in „Whiplash“ heraussticht. Ethan Hawke, der als Vater in „Boyhood“ eine große Entwicklung nimmt, wäre auch eine gute Entscheidung. Genauso wie Mark Ruffalo, dessen Rolle in „Foxcatcher“ wohl die beste Darbietung seiner Karriere darstellt.
Erste Wahl: J.K. Simmons in „Whiplash
Runner-Up: Ethan Hawke in „Boyhood

Beste Nebendarstellerin

Mit zwei Kindern umgehen und zwei gescheiterte Ehen verarbeiten: das muss Patricia Arquette in „Boyhood“ und dafür hätte sie sich auch einen Oscar verdient – nicht nur ob der schwachen Konkurrenz. Ihre Kolleginnen sind jedoch keine schlechte Schauspielerinnen – ganz im Gegenteil. Emma Stone ist zumeist großartig, doch in „Birdman“ nahe des Overactings. Keira Knightley kann als klassische weibliche Nebenrolle in „Imitation Game“ Gutes aber nicht Außergewöhnliches liefern und warum Meryl Streep in dem furchtbaren „Into the Woods“ überhaupt für den Oscar nominiert ist, kann wohl nur die Academy erklären. Laura Dern, obwohl mit nur wenig Screentime in „Der große Trip – Wild“ bedacht, stellt für mich die Nummer zwei dar.
Erste Wahl: Patricia Arquette in „Boyhood
Runner-Up: Laura Dern in „Der große Trip - Wild

Bester Animationsfilm

„Baymax - Riesiges Robowabohu“ ist ein äußerst witziger, in der futuristischen Stadt San Fransokyo spielender Film, mit einer wunderbaren Aussage, welcher bei mir mit dem japanischen „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ um den ersten Platz kämpft. Den ersten Teil von „Drachenzähmen leicht gemacht“ fand ich schon etwas überbewertet. Den nun nominierten zweiten Teil, der andernorts so viel Zuspruch bekommt, kann ich nicht nur ob des total unlogischen Endes (im Stile: in einem Kinderfilm wird das schon möglich sein) nur wenig abgewinnen.
Erste Wahl: „Baymax - Riesiges Robowabohu
Runner-Up: „Die Legende der Prinzessin Kaguya

Beste Kamera

Der zu einem großen Teil ohne erkennbaren Schnitt gedrehte „Birdman“ kann trotz des engen Theatersettings mit wunderschönen Kamerafahrten überzeugen. Der ebenfalls für den besten fremdsprachigen Film nominierte „Ida“ mit schwarzweißen 4:3-Bildern und interessanten Kameraeinstellungen ebenso.
Erste Wahl: „Birdman
Runner-Up: „Ida

Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Imitation Game“ hält sich in einigen Momenten nicht an die realen Tatsachen, doch ist er dramaturgisch gut aufgebaut und zeichnet sich durch lustige Dialoge aus. Graham Moore erstes verfilmtes Langspiel-Drehbuch hätte also durchaus eine Auszeichnung verdient. Und obwohl ich von Paul Thomas Andersons neuestem Werk nicht ganz so beeindruckt bin, wie von seinen anderen, ist auch seine Bearbeitung des Thomas Pynchon-Romans „Inherent Vice“ – vor allem im Hinblick seiner Konkurrenz – einen Award wert.
Erste Wahl: „The Imitation Game
Runner-Up: „Inherent Vice - Natürliche Mängel

Bestes Original-Drehbuch

Überzeichnete aber trotzdem authentische Darstellung des Milieus und schlagfertige Dialoge: damit kann „Birdman“ überzeugen. Ohne Zweifel auch aufgrund des Drehbuchs, das ausgezeichnet werden sollte. Außerdem hätte ich nichts dagegen, wenn der nur für diese Kategorie berücksichtigte „Nightcrawler“ diesen Preis bekommen würde.
Erste Wahl: „Birdman
Runner-Up: „Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Beste Ausstattung

Wes Andersons Filme leben unter anderem von ihrer interessanten Ausstattung. Beim knallbunten „Grand Budapest Hotel“ wird dies noch einmal auf die Spitze getrieben und schon alleine die Einrichtung dieses absurden Hotels aus den 1930ern hätte einen Award verdient. Weiters mit der Ausstattung punkten kann der zwar in der Zukunft spielende, aber – ob im Weltall oder auf der Erde – absichtlich minimalistisch gehaltene „Interstellar“.
Erste Wahl: „Grand Budapest Hotel
Runner-Up: „Interstellar

Bester Tonschnitt

Vor allem in nervenzerfetzenden Szenen punkten „Interstellar“ – im Weltraum- – und „American Sniper“ – im Kriegssetting – gleichermaßen mit dem Sound-Design.
Erste Wahl: „Interstellar
Runner-Up: „American Sniper

Bester Ton

Ein perfekt abgemischter Ton, das sticht in „Whiplash“ in vielen Szenen hervor. Das Schlagzeug hört man natürlich auch in Momenten, in welchen die Band gemeinsam spielt, am meisten heraus, doch nie so das es aufdringlich wirkt. Das perfekte Mixing ist in Filmen mit vielen Actionszenen, wie „Interstellar“ oder „American Sniper“, ebenso essentiell.
Erste Wahl: „Whiplash
Runner-Up: „Interstellar

Beste Filmmusik

Dass Evergreen Hans Zimmer mich noch einmal überraschen könnte, hätte ich nicht geglaubt, doch die Filmmusik zu „Interstellar“ zählt zu den besten des Jahres. Der imposante Soundtrack von Jóhann Jóhannsson in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ kann genauso wie die Gute-Laune-Musik von Alexandre Desplat in „The Grand Budapest Hotel“ überzeugen.
Erste Wahl: „Interstellar
Runner-Up: „Die Entdeckung der Unendlichkeit

Bester Film-Song

Der Song „Lost Stars“ wird in der gar nicht einmal so unintelligenten Rom-Com „Begin Again“ von Keira Knighley und Adam Levine gleichermaßen interpretiert. Es ist ein gutes Lied, das sich perfekt in den Film einfügt. „Everything Is Awesome“ ist zwar ein absurd-simplistischer Song, doch auch dieser passt perfekt in die Szene von „Lego Movie“. Und darum geht es mir auch bei dieser Kategorie. An sich finde ich, dass der durchaus wichtige „Selma“ irgendeinen Award verdient hätte, doch wenn ein Lied nur im Abspann des Filmes eingesetzt wird und sonst nur wenig (z.B. Ähnlichkeit von Song und Score) damit zu tun hat, ist er, finde ich, nicht preiswürdig.
Erste Wahl: „Lost Stars“ aus „Can a Song Save Your Life?
Runner-Up: „Everything Is Awesome“ aus „The Lego Movie

Beste Kostüme

Nicht nur anhand der Ausstattung, sondern auch mit den Kostümen kann „Grand Budapest Hotel“ am meisten punkten. Außerdem mit der Kleidung außergewöhnlich gut wiedergegeben wird das Los Angeles der 70er Jahre in „Inherent Vice“.
Erste Wahl: „Grand Budapest Hotel
Runner-Up: „Inherent Vice - Natürliche Mängel

Bester Schnitt

Das Material aus zwölf Jahren Dreharbeiten zu montieren, stelle ich mir als besondere Herausforderung vor, die in „Boyhood“ exzellent geglückt ist. Wes Andersons Filme leben allesamt auch vom Schnitt, wobei dieser den Humor mitbestimmt, was freilich auch in „Grand Budapest Hotel“ der Fall ist.
Erste Wahl: „Boyhood
Runner-Up: „Grand Budapest Hotel

Beste Maske

Ob Channing Tatum, Steve Carell oder Mark Ruffalo: Allesamt sind in „Foxcatcher“ mit einer Maske bis zur Unkenntlichkeit verändert worden, jedoch nur, dass sie anders, aber nicht dämlich ausschauen würden. Wie auch bei der Ausstattung und den Kostümen, ist auch die Maske bei „Grand Budapest Hotel“ sehenswert.
Erste Wahl: „Foxcatcher
Runner-Up: „Grand Budapest Hotel

Beste visuelle Effekte

Der Weltraum ist seit „2001: Odyssee im Weltraum“ nicht mehr so interessant dargestellt worden, wie in „Interstellar“. Das liegt freilich auch an den klug eingesetzten visuellen Effekten des Films von Christopher Nolan. Die mittels Motion Capturing erstellten Affen in „Planet der Affen – Revolution“ zeigen weiter, wie weit die Technik mittlerweile ist und wie gut sie verwendet werden kann.
Erste Wahl: „Interstellar
Runner-Up: „Planet der Affen - Revolution
Der Autor
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Josko

Forum

  • favoriten, tipps und möglichkeiten

    meine 2014er kinematografischen liebesbeziehungen beschränken sich auf locke (no turning back), tom hardy als best actor (in einer one-man-show) und j.k. simmons – wenigstens der steht auf der oscarliste. und er wird ihn auch kriegen...

    * birdman ist schön, sehr ästhetisch, bisweilen witzig-überdreht und in der riege wohl am nächsten an einem gesamtkunstwerk dran, bloß: das thema interessiert mich so überhaupt nicht.
    * the imitation game habe ich mir dagegen mit vergnügen öfters angeschaut (in OF; und ich werde es sicher noch öfter tun), ist aber trotzdem kein film der mir unter die haut gehen würde.
    * whiplash: sado-maso-pygmalion, überragend wirklich nur in der letzten session – aber die hat's in sich. kein wunder dass ganz hollywood weniger über birdman spricht als über diesen film.
    * auf der schiene von the hurt locker eastwoods american sniper – handwerklich sehr gut mit einem überzeugenden bradley cooper, aber ohne dessen reflektion. ein "best picture" nur für rechte patrioten (wofür er angesichts seiner beliebtheit bei einem anderen wahlmodus durchaus den oscar einstreifen könnte. ob da nicht ein "halbseidiger kompromiss" wie birdman vorzuziehen ist...?)
    * selma: wichtig, interessant, ästhetisch wohl geraten, aber in keiner weise herausragend.
    * grand budapest hotel: schräg, bunt, hervorragend gemacht und für weniger emotionale typen (zurecht) ein highlight dieses jahres – aber nicht mein fall.
    * die entdeckung der unendlichkeit – "hawking" und "britischer film" sind nicht zwangsläufig garanten für einen guten film...
    * boyhood – ich weiß nicht was die leut dran finden, belanglos wie der alltägliche gang zum billa.
    * unbroken: "bemüht", würde es in einem zeugnis heißen – herausgekommen ist ein angestrengtes biopic ohne inspiration, ein matter, matter abklatsch von merry christmas, mr. lawrence.

    so weit meine persönliche meinung – passend maximal in die kommentarleiste zum film, aber völlig irrelevant für die diskussion, wie DIE ACADEMY vermutlich entscheiden würde/entschieden hat. da dafür keine eigene seite zur verfügung steht, erlaube ich mir hier meinen senf dazu zu geben:

    1. BESTER FILM:
    kopf-an-kopf-rennen von birdman und boyhood, mit leichtem favoritenstatus für birdman durch gewinne von PGA (produzenten), DGA (regisseure), SAG ensemble-gewinn (schauspielergewerkschaft) – und trotz verlust von BAFTA/komödie an grand budapest hotel.

    mein tipp: schaut in die sternderl oder zieht eure teeblätter zu rate – alles ist möglich.

    2. BESTE REGIE:
    ebenso ein kopf-an-kopf-rennen zwischen linklater und inárritu. in der langjährigen statistik gehen regie- und filmpreis bis auf ganz wenige ausnahmen an denselben film – die einführung des preferential wahlsystems (jaja, nicht schon wieder!) 2009 scheint aber eine häufigere entkopplung der beiden preise wahrscheinlicher zu machen. überdies – wenn die academy den durchaus gut aufgenommenen boyhood mit mehr als nur einem preis bedenken will, wäre linklater erste wahl: die produktion über 12 jahre lang am laufen zu halten, gilt an sich schon als meisterleistung und ist die eigentliche unique selling proposition des films.

    mein tipp: sternderl schauen und viel tee trinken.

    3. BESTER HAUPTDARSTELLER:
    keaton oder redmayne? oder freut sich gar ein dritter?
    redmayne ist trotz keatons veteranenstatus der frontrunner der buchmacher: die transformation in hawking ist unübersehbar, dazu kommt der halbgottstatus des kosmologen und – das liebt die academy – der mitleidseffekt durch ALS. trotzdem sollte man keaton nicht voreilig abschreiben: keaton hat zwar SAG/actor und BAFTA an redmayne verloren, birdman hat aber den SAG-ensemblepreis eingestreift – sollte birdman die academy auf allen linien überzeugt haben, könnte in einem aufwaschen auch keaton bedacht werden.

    mein tipp... nein, diesmal nicht so schnell:
    im wahrsten sinn des wortes könnte ein dritter den vogel abschießen: bradley cooper, der "held" aus american sniper, für den leider keine statistics zur verfügung stehen – zu spät ist der film herausgekommen, als dass er bei SAG oder sonstwo gegen die beiden favoriten hätte antreten können (ähnlich wie christoph waltz mit django unchained). bei jedem anderen wäre dieser späte erscheinungstermin (weihnachten) vernichtend gewesen, eastwood hat aber keine propaganda nötig: die leute haben auch so die kassen gestürmt – nicht zuletzt dank des hauptdarstellers, der 20 kilo muskelmasse für einen authentischen SEAL draufgepackt hat, immens beliebt ist (man bedenke: drei oscar-nominierungen in folge, die kein buchmacher je vorausgesehen hätte) und überdies am broadway grad erfolge als elefantenmensch feiert...

    um das bild abzurunden: cumberbatch liegt (nicht nur bei uncut) an vierter, carell trotz nasenprostethics an letzter stelle – ein oscar für kidmans virginia-woolf-nase bedingt noch keinen für die nase eines mörders, und foxcatcher ist kein besonders wertgeschätzter film.

    mein tipp: eh schon wissen...
    ich persönlich zocke hier und setze auf cooper – wenn ich schon falsch liege, dann wenigstens ordentlich.

    4. BESTE HAUPTDARSTELLERIN:
    julianne moore. nicht nur für still alice (der academy-kompatiblere film), sondern auch für die expressivere rolle in maps to the stars – ein film, für den von vornherein auf jegliches immens teure campaining verzichtet wurde.

    5. BESTER NEBENDARSTELLER:
    j.k. simmons. keine frage.

    6. BESTE NEBENDARSTELLERIN:
    patricia arquette für boyhood – ein oscar nicht nur für eine geschätzte veteranin und ein tribut an boyhood, sondern ganz besonders als anerkennung dafür, dass sie 12 jahre lang "keine arbeit hat machen lassen": will heißen, keine schönheits-OPs... und wir damit nicht nur dem aufwachsen von ellar coltrane zuschauen durften, sondern auch patricia arquette beim altern (weshalb arquette eine der wenigen schönen frauen geblieben ist, imho).

    7. BESTER ANIMATIONSFILM:
    frontrunner ist eindeutig drachenzähmen leicht gemacht 2 – bloß ich mag's nicht glauben: nicht nur dass außer toy story 3 kein sequel gewonnen hat, ist mir die story einfach zu dünn, und der film zu sehr auf technische brillianz der unzähligen animationen fokussiert. die sechs annies (preise der animationsbranche) für drachenzähmen leicht gemacht 2 sind durchwegs auszeichnungen auf technischem gebiet, der "writing"-annie ist an baymax – riesiges tohuwabohu gegangen. auch die großen favoriten und annie-gewinner ralph reicht's und drachenzähmen leicht gemacht haben die oscars an merida – legende der highlands bzw toy story 3 verloren...

    favorit: drachenzähmen leicht gemacht 2.
    ich schwimme gegen den strom und drücke meinem baymax die daumen.

    8. BESTE KAMERA:
    siehe die uncut-statistics – birdman führt vor grand budapest hotel. beides wäre möglich, wahrscheinlicher ist aber ein oscar für die schwierigere und überaus gelungene arbeit des geschätzten herrn lubezki für birdman.
    ein schwarz-weiß-film wie ida hat da keine chancen (siehe das weiße band) – vielleicht einmal, sollte "kamera" in zwei kategorien gesplittet werden (wie früher in "farbe" und "schwarz-weiß"): eine für ästhetik und bildaufbau, die zweite für kameratechnik und bearbeitung.

    mein tipp: der tee ist eh schon aufgesetzt, oder...?

    9. BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH:
    the imitation game versus die entdeckung der unendlichkeit versus whiplash – das hawking-biopic hatte bei den BAFTAs die nase vorn (the imitation game ging dort ja völlig leer aus), allerdings hatten die britischen autoren der entdeckung der unendlichkeit den heimvorteil auf ihrer seite – bei den oscars ist es genau umgekehrt.
    whiplash (der auf einem kurzfilm basierende langfilm hätte eigentlich in die original-drehbuch-kategorie hinein gehört) hat außenseiterchancen – sollte die liebe der academy über simmons und tonmix hinaus gehen...

    mein tipp: leichter heimvorteil für the imitation game – tolle dialoge und überdies der einzig wahrscheinliche oscar für weinsteins turing-film.

    10. BESTES ORIGINAL-DREHBUCH:
    birdman vor grand budapest – mit geringen außenseiterchancen für nightcrawler. boyhood wurde zuviel improvisiert und zuwenig geschrieben, foxcatcher wird zuwenig gemocht: "seven words in a whole movie? nope..."

    mein tipp: birdman hat zwar nicht den WGA (writers guild award) gewonnen, war dort aber auch nicht wählbar – die entscheidung liegt somit bei euch.

    11. BESTER FREMDSPRACHIGER FILM:
    ida vor leviafan, mit außenseiterchancen für wild tales. dass ida auch für die kamera nominiert ist, bedeutet noch nicht automatisch einen oscar als bester fremdsprachiger film – ida hat aber im vorfeld schon so viel gewonnen, als dass ich mich dagegen entscheiden möchte. leviafan ist trotz eines interessant klingenden themas wahrscheinlich zu politisch-kontrovers (man denke an die aktuellen spannungen mit russland) – die academy bevorzugt hier leichtere kost. aus diesem grund wäre auch der oberflächlich "lustige" wild tales aus argentinien denkbar.

    mein tipp: ida könnte der historisch erste oscargewinn für polen werden.

    12. BESTE AUSSTATTUNG:
    grand budapest hotel. nicht nur das hotel ist gut ausgestattet, es hat auch den precursor-award der branche gewonnen. ein verdienter trostpreis für einen best-picture-kandidaten.

    13. BESTER TONSCHNITT (SOUND EDITING):
    denkbar wäre interstellar (mit insgesamt sehr viel dröhnen und getöse, aber auch weltraum-stille) – wahrscheinlicher ist american sniper. nicht nur ein sehr spektakulärer, langer schusswechsel spricht dafür, sondern auch die tatsache, dass eastwoods heiß geliebter film sicher nicht leer nach hause gehen soll.

    mein tipp: american sniper.

    14. BESTER TON (SOUND MIXING):
    whiplash gegen interstellar, american sniper und eventuell birdman. ein zweiter oscar für american sniper wäre denkbar (cooper ist ja nicht favorit), interstellar könnte ebenfalls beide tonkategorien abräumen – ich halte aber whiplash für die wahrscheinlichste wahl. exzellent gemacht und weithin gemocht, hat whiplash zumindest diesen zweiten oscar verdient.

    mein tipp: whiplash.

    15. BESTE FILMMUSIK:
    eine der schwierigsten kategorien in der voraussage – frontrunner ist die entdeckung der unendlichkeit. alexandre desplat ist mit acht nominierungen (davon heuer zwei, für grand budapest hotel und the imitation game) schon längst überfällig, hans zimmer hat noch immer fans, und manche wollen mr. turner bedacht sehen (wiewohl das eher unwahrscheinlich ist).

    mein tipp: noch etwas tee übrig?
    ich schwanke nämlich selbst noch... werde aber wohl auf hawkings biopic tippen, da ich redmayne den oscar bereits streitig gemacht habe.

    16. BESTER FILMSONG:
    glory ist der frontrunner – und meine wahl. denkbar wäre ein trostpreis für the lego movie, ein trostpreis für den best-picture-kandidaten selma scheint mir allemal wahrscheinlicher.

    mein tipp: glory.

    17. BESTE KOSTÜME:
    grand budapest hotel, keine frage. precursor-awards, die flashigsten kostüme und der trostpreis-faktor für den beliebtesten film unter den nominierten lassen keine zweifel aufkommen.

    18. BESTER SCHNITT:
    boyhood oder whiplash? richtig ist dass hier meistens die auffälligste arbeit honoriert wird – ein bonus für whiplash; allerdings wird von den cuttern selbst die arbeit an 12 jahren filmmaterial als ungleich schwieriger und herausfordernder bewertet: man stelle sich vor, man wollte fehler aus vergangenen jahren bei der fertigstellung des films ausbessern – bei diesem zeitablauf ist es unmöglich szenen nachzudrehen.

    mein tipp: boyhood – auch wenn ich whiplash lieber mag.

    19. BESTE MASKE:
    will irgendjemand foxcatcher honorieren? wenn ja, dann hier – allerdings bezweifle ich dass die nase eines mörders genauso gemocht wird wie verunstaltende nase einer feschen schauspielerin bzw berühmten literatin... grand budapest hotel hat ebenso grandiose altersmasken (kaum erkannbar tilda swinton) und als film das größere prestige... oder doch wieder die üblicherweise bevorzugte fantasy-/horrorschiene mit dem größten latexverbrauch? guardians of the galaxy hat viel eingespielt und ist weithin beliebt – und grand budapest hotel hat bereits ausstattung und kostüme in der tasche...

    mein narrensicherer tipp: einer von den dreien wird’s!

    20. BESTE VISUELLE EFFEKTE:
    die affen sind ja schön und gut, und in der tat toll weiter entwickelt – den innovativen quantensprung bietet aber nolans interstellar: hier werden nicht einfach effekte grafisch produziert, sondern mit algorithmen und physikalischen berechnungen entwickelt – nach den gesetzen der physik statt der imagination.

    mein tipp: interstellar. das sagen auch die precursor awards.

    21. BESTER ANIMIERTER KURZFILM:
    spätestens ab hier wird’s haarig – wer von uns kennt denn auch nur einen der kandidaten? frontrunner ist feast – disneys biedere geschichte eines putzigen welpen, der plötzlich seine position als nummer eins beim herrchen an dessen neue liebschaft verliert. hunderln haben disney schon oft glück gebracht, außerdem ist feast als vorprogramm zu baymax gelaufen – was bedeutet, dass viele voter (die eigentlich alle shorts der kategorie gesehen haben müssten, die regeln aber nicht so streng nehmen) ihre stimmen für den einzigen kandidaten abgeben, den sie gesehen haben.
    the dam keeper gilt dafür als bessere, interessantere und ästhetisch ansprechendere geschichte – ob das reicht? aber dieses jahr scheint mir weniger von emotion geprägt als sonst, und mit überraschungen wird heuer (anders als im vorjahr) zu rechnen sein.

    kein tipp – ich raufe mir die haare.

    22. BESTER REAL-KURZFILM:
    the phone call ist der frontrunner – uncut-user könnten dabei bleiben.

    23. BESTER DOKUMENTARFILM:
    großer favorit (auch bei uncut mit absoluter mehrheit) und abräumer praktisch aller precursor awards – und schon wieder habe ich bauchweh... citizenfour ist ein wichtiger film, einer der viele möglicherweise in ein thema einführt, das sie von dieser (nämlich "der anderen") seite nicht betrachtet haben, ist aber als film-kunstwerk betrachtet (da spielt auch immer die machart mit) uninteressant und politisch gesehen ein heißes eisen – nicht gerade das typische academy-material.
    finding vivian maier, last days in vietnam und das salz der erde sind weit abgeschlagen; den zweiten platz in den prognosen nimmt virunga ein, ein netflix-film über das gorillareservat mit wilderern, ehemaligen kindersoldaten als rangern, wieder aufgeflammtem bürgerkrieg und kampf gegen die ausbeuter der congo-bodenschätze – eher der traditionelle oscar-stoff und für viele der beste film des jahres überhaupt. die millionenschwere werbekampagne von netflix wird dabei auch nicht geschadet haben. (erinnerungen an 20 feet from stardom werden wach...)

    mein tipp: citizenfour ist die nächst liegende wahl – aber auch die richtige?
    ich weiche ab und bleibe bei virunga.

    24. BESTER DOKUMENTAR-KURZFILM:
    frontrunner ist crisis hotline: veterans press 1. warum nicht...?

    wer bis hierher gelesen hat, sei bedankt und bewundert – als letzte erkenntnis aus meiner beschäftigung mit den AMPAS-modalitäten (das leben hat ja sonst keinen spaß zu bieten!) bleibt mir der trost, dass auch die experten und hollywood-insider noch keine formel zum knacken des oscar-enigmas gefunden haben.
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    22.02.2015, 21:02 Uhr
  • Whiplash for the win

    Ich hab mir auch das Vorhaben gesetzt, leider fehlen mir aber noch einige Filme - bis Sonntag wird es sich wohl nimmer ausgehen.
    Ich bin überrascht, dass du Whiplash keinen Oscar geben würdest außer natürlich dem überragenden J.K. Simmons. Zumindest beste Musik hätte er meiner Meinung nach verdient. Und bei beste Kamera wäre er bei mir Runner Up - im Grunde genau das Gegenteil zu Birdman aber nicht minder beeindruckend!
    Und von Boyhood war ich zwar nicht enttäuscht, aber so ganz geflash war ich dann auch nicht. Das Projekt an sich finde ich großartig, aber für so viel Aufwand ist der Film dann doch nicht das beste des Jahres.
    Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und ist ja auch gut so :-)
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    20.02.2015, 23:37 Uhr
    • Whiplash

      Naja, Ton würde er bei mir ja auch bekommen - also insgesamt eh 2 ;-)...
      An sich finde ich Whiplash vom Drehbuch her nicht ganz so überzeugend, aber zweifelsohne ein guter Film!
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      20.02.2015, 23:46 Uhr
    • Musik

      Und für die Musik ist er doch gar nicht nominiert (könnt mich jetzt speziell auch an ger keinen Soundtrack erinnern, nur eben an die gespielten Stücke, welche keine Origiale darstellen und wofür der Film somit gar nicht nominiert werden hätte können)
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      20.02.2015, 23:51 Uhr
    • Ich korrigiere mich...

      Stimmt, da hab ich wohl zu unaufmerksam gelesen - und ich hab eh Ton gemeint.
      Für mich war der Film nur so eine große Überraschung, aufgrund des Plots hab ich etwas komplett anderes erwartet.
      Und stimmt, er ist eher einfach vom Drehbuch her, die Story ist nicht so komplex, aber dafür liegt der Fokus auf anderen Dingen.
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      21.02.2015, 00:15 Uhr
  • Respekt

    Wow, wirklich Respekt für dich :-) die Idee ist ja genial. Sich wirklich alle dieser Filme anzusehen. (Vielleicht eine Idee für die nächste Uncut Challenge? ;-)) vielleicht sollte ich das auch einmal machen. möglicherweise hätte ich dann einmal im Leben Glück und würde mehr als 2 Kategorien erraten :-) mit ist es nämlich in meinen 9 Jahren Uncut noch nie passiert, mehr Sieger zu erraten. Da bin ich ein chronischer Unglücksraabe ;-) bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse, und ob du recht behältst!
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    18.02.2015, 18:12 Uhr
  • one day, when the glory comes

    glory begleitet zwar nur den abspann von selma (a capella), ist aber sowohl eine zusammenfassung der gezeigten geschichte als auch ein kommentar zur gegenwart (ferguson...) und hoffnung für eine gewaltfreie zukunft:

    Now the war is not over
    Victory isn't won
    And we'll fight on to the finish
    Then when it's all done
    We'll cry glory, oh glory...

    eine ähnlichkeit von song und score ist nicht notwendig – dafür gibt es ja zwei unabhängige kategorien.
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    18.02.2015, 17:56 Uhr
    • Ja eh

      Natürlich ist eine Ähnlichkeit zwischen Song und Score nicht notwendig, sonst könnte das Lied erst gar nicht nominiert werden. Das ist eine persönliche Präferenz, aber auch für mich kein muss. An sich finde ich es gut, wenn die nominierten Songs (oder eben Klänge davon) im Film verwendet werden und nicht ausschließlich sozusagen im Paratext (z.B. Abspann) vorkommen. Die von mir gewählten Lieder sind innerdiegetisch verwendet worden; die Academy bewertet das sowieso nicht wie ich, da stünde einer Auszeichnung nichts im Wege (gegen die ich auch gar nichts Großes hätte...)
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      18.02.2015, 18:20 Uhr
    • nicht preiswürdig

      Aber hast schon recht, "nicht preiswürdig" ist ein bisschen hart geschrieben. Würde ohnehin, wie schon gesagt, auch einen Preis für "Selma" goutieren
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      18.02.2015, 18:43 Uhr
  • score

    die filmmusik zu interstellar zählt zu den besten des jahres...??
    eine musik, die dann anschwillt, wenn gar nix besonderes passiert, oder wenn man gerade die dialoge verstehen möchte? oder ist damit die koyaanisqatsi-passage gemeint – die allerdings vor gut 30 jahren von philip glass komponiert wurde...?
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    18.02.2015, 17:32 Uhr
    • originell

      Sag mir einen "originellen" Soundtrack unter den Nominierten, der nicht auf vorher Komponiertes zurückgreift. Das ist mittlerweile Hollywood-Usus, dass Melodien neu verwurstet werden, doch kann dabei trotzdem was Tolles rauskommen. Soll nicht heißen, dass die Komponisten nichts selber dazu beitragen würden - eine exakte Kopie ist es wohl auch nur selten. Doch wirklich etwas abseits der Norm befindliche Sountracks werden oft auch nicht nominiert (z.b. vor einigen Jahren jener von Daft Punk für "Tron: Legacy"). Nach dem Preis für den "The Social Network"-Soundtrack hätte ich auf einen Umschwung gehofft, aber es wird nach wie vor zumeist "klassische" Filmmusik produziert. Was Hans Zimmer in dem Rahmen atmosphärisch ausprobiert hat, fand ich gut.
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      18.02.2015, 18:57 Uhr
    • kopie und wiederholung

      die angeführte gesungene koyaanisqatsi-passage war erstaunlich lang - nicht nur ein paar takte, und nicht künstlerisch verändert oder gedehnt wie der französische song in inception.

      auch alexandre desplat, der im jahr durchschnittlich 10 scores abliefert (und die in ein paar wochen am fließband produziert) wiederholt sich - so dass man anhand der musik nimmer wüsste um welchen film es sich handelt. dass er jetzt gleich zweimal nominiert ist, mag aber daran liegen, dass er 2014 auch nur halb so viel komponiert hat - vielleicht doch ein indiz für bessere qualität?
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      18.02.2015, 20:07 Uhr
  • academy awards

    dass the wolf of wall street keinen preis zugesprochen bekommen hat, liegt an der sehr kontroversiellen art des films – da müssen die nominierungen reichen.

    argo hingegen ist das beste beispiel für einen kompromisskandidaten: anfangs der frontrunner, dann weit abgeschlagen hinter den konkurrenten, bis diese durch politische kontroversen oder durch ihre machart (zu technisch, zu seicht, zu langatmig, zu unbequem) wieder an terrain verloren – durch das preferential system, das nur zur ermittlung des "best picture"-oscars verwendet wird und auch zweit- und drittplatzierungen miteinbezieht, haben gerade filme mit breitester unterstützung ("overall support" und "likeability") mehr chancen als ein hoch gelobter, aber ebenso heftig abgelehnter film. das mag zwar nicht jedermann goutieren, ist aber ausdrückliches ziel der academy.
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    18.02.2015, 17:16 Uhr
    • Ziel der Academy

      Vielleicht waren die beiden Beispiele nicht die besten, aus den letzten Jahren gibt es aber ohnehin unzählige. Wie auch immer: Dass die Academy kontroversielle Filme oft zu Unrecht nicht auszeichnet, dem wirst wohl auch du zustimmen. Der Sinn der Academy ist es bestimmt nicht nur halbseidige Kompromisse zu machen, sondern die Filme des Jahres, die in den jeweiligen Kategorien am besten waren, auszuzeichnen. Dass oft solche Preisträger entstehen, liegt, da muss ich dir Recht geben, natürlich an den Mitgliedern und am Modus. Und so lange Konservativlinge dort viel zu sagen haben, wird sich diewer freilich nicht ändern.
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      18.02.2015, 18:31 Uhr
    • der sinn der academy

      "die filme des jahres, die in den jeweiligen kategorien am besten waren, auszuzeichnen..."

      da wird's ja höchste zeit, die rosarote brille abzusetzen: nicht nur dass die industry (mit dem fokus auf dem kaufmännischen aspekt) ein gewichtiges wörtchen mitzureden hat, bei einer academy, deren mitgliederschaft zu 97% weiß ist, überwiegend männlich und ein durchschnittsalter von 63 jahren hat, wird man schwerlich revolutionäre entscheidungen erwarten können.

      dass oft die "besten" einer kategorie (wer bestimmt die? die kritiker? dafür gibt’s genug kritikerpreise...) nicht gewinnen, ist nicht nur mir bewusst, sondern auch der academy, die manche ihrer entscheidungen durchaus bereut – und hin und wieder mit einem life-achievement-award auszubügeln versucht. aber die oscar-vergabe ERNST zu nehmen käme mir nicht in den sinn – und nicht bloß deshalb, weil meine favoriten eines jahres nur selten auf der oscar-liste zu finden sind.
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      18.02.2015, 20:39 Uhr
    • Favoriten des Jahres

      Dann erzähl mal: was waren denn 2014 so deine Favoriten?
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      18.02.2015, 23:23 Uhr