Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 21/2021)

Neu im Kino (Woche 21/2021)

Diese Woche mit Chloé Zhaos oscarprämiertem Meisterstück, einem Film über die Tochter von Karl Marx und einer Doku, die einen Blick auf die zahlreichen Ungerechtigkeiten, denen Frauen in unserem alltäglichen Leben ausgesetzt sind, wirft.
Foto: The Walt Disney Company

Nomadland

Vor knapp über einem Monat wurde Chloé Zhao („The Rider“, „Songs My Brothers Taught Me“) als erst zweite Frau (!) in der langjährigen Geschichte der Verleihung die Ehre zuteil, den Oscar für den besten Film (sowie auch den für die beste Regie) mit nach Hause zu nehmen. Nun läuft das lang ersehnte Charakterdrama „Nomadland“, acht Monate nachdem es in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, endlich auch in den österreichischen Kinos an. Die dreifache Oscar-Preisträgerin Frances McDormand (ihren dritten bekam sie eben für diese Rolle) verkörpert darin die verwitwete Fern, eine Frau mittleren Alters, die in Folge der Weltwirtschaftskrise nahezu alles verloren hat. Da sie nun weder einen festen Job noch ein eigenes Haus hat, verfrachtet sie all ihr übriggebliebenes Hab und Gut in einen Van, um ein neues Leben als moderne Nomadin am Rande der Gesellschaft zu wagen. Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser und tauscht sich auf ihrer Reise stets mit anderen Nomad*innen aus, die ebenfalls wegen der Finanzkrise dazu gedrungen wurden, ihre früheren Existenzen links liegen zu lassen. Gleichzeitig hat sie das Ableben ihres Ex-Mannes noch nicht gänzlich verarbeitet und wird phasenweise immer wieder von tiefer Trauer überrollt. Außer McDormand und David Strathairn hat Zhao ausschließlich tatsächliche Nomad*innen in Nebenrollen besetzt.

Die sehr positive UNCUT-Exklusivkritik von der letztjährigen Viennale gibt es hier nachzulesen.

Foto: Filmladen

Miss Marx

Karl Marx ist als Begründer des kommunistischen Manifests jedem Kleinkind ein Begriff. Seine Tochter Eleanor Marx ist trotz einer ähnlich stark ausgeprägten aktivistischen Ader den meisten eher unbekannt geblieben. Regisseurin Susanna Nicchiarelli möchte diesen Umstand ändern und hat dem Leben der Eleanor Marx nun ein filmisches Denkmal gesetzt. Im ungewöhnlich aufgebauten Biopic „Miss Marx“ schlüpft Romola Garai in die Rolle der titelgebenden Revolutionärstochter, die selbst nach dem Tod ihres einflussreichen Vaters immer noch in dessen Schatten steht. Sie möchte sich aber auch mit ihren eigenen Idealen einen Namen machen, ohne ständig mit ihrem Papa in Verbindung gebracht zu werden. Die toxische Beziehung zum ebenfalls sozialistisch gestimmten Edward Aveling (Patrick Kennedy) macht es der jungen Frau aber nicht gerade leicht, sich von patriarchalen Normen der britischen Gesellschaft des späten 19. Jahrhunderts loszulösen. Dennoch will Eleanor den Klassenkampf ihres Vaters weiterhin in die Welt hinaustragen und dabei auch ihren eigenen feministischen Werte vermitteln.

Die mit Punk-Rock-Spririt versehene Filmbiografie eröffnete im letzten Herbst die Viennale. Hier geht es zur UNCUT-Exklusivkritik.

Foto: Polyfilm

Woman

Der Dokumentarfilm, der in Zusammenarbeit zwischen dem französischen Fotografen Yann Arthus-Betrand und der ukrainischen Journalistin Anastasia Mikova enstand, gibt Frauen aus unterschiedlichen Teilen der Welt ein Sprachrohr. Knapp 2000 Frauen aus 50 verschiedenen Länder werden in der Doku porträtiert und interviewt. In sehr intimen Gesprächen wird über geschlechtsbedingte Diskriminierung, persönliche Befindlichkeiten oder auch Probleme, mit denen der weibliche Teil der Gesellschaft alltäglich zu kämpfen hat, reflektiert. Dabei werden Themen wie Sexualität, Ehe oder Bildung angesprochen. Arthus-Betrand und Mikova zeichnen ein umfassendes und einfühlsam aufbereites Bild des Geschlechts, das eben knapp 51% der Weltbevölkerung ausmacht.

Weitere Neustarts

Das jüngste Publikum darf sich mit „Feuerwehrmann Sam - Das Kinospecial“ auf das neueste Leinwandabenteuer des gleichnamigen Trickfilmhelden freuen. Dafür wurden fünf brandneue Episoden der beliebten Kinderserie in Spielfilmlänge verpackt und aneinandergereiht.

In ausgewählten Kinos wird heute Abend auch schon Thomas Vinterbergs berauschende Feier auf das Leben „Der Rausch“ (OT.: „Druk“, IT.: Another Round“), der Ende April mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde, mehr als einen Monat vorm eigentlichen Kinostart als Preview über die Leinwände flimmern.

Wir wünschen viel Spaß im Kino! #backtocinema
Der Autor
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