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Die besten Zug-Filme

Die besten Zug-Filme

Die Uncut-Redaktion hat sich auf die Suche nach den besten Eisenbahnfilmen gemacht und stellt ihre Favoriten vor.
Die Filmgeschichte war schon immer eng mit der Eisenbahn verbunden. Bereits 1903 begeistertet der elfminütige Film „The Great Train Robbery“ die Menschen. Raubüberfälle auf Züge gab es aber auch in vielen weiteren Filmen, David Niven raubte etwa 1968 in „Das Superhirn“ einen Zug aus, Sean Connery und Donald Sutherland 1978 in „Der erste große Eisenbahnraub“ und auch Burt Lancaster und Kirk Douglas konnten es 1986 in „Archie und Harry“ nicht lassen.

Neben Filmen in denen Züge nur eine kleine, wenn auch wichtige, Rolle spielten, wie etwa „Zurück in die Zukunft III“ gab es aber auch viel Filme, die fast gänzlich in einem Zug spielen, wie etwa „Mord im Orient-Express“, der 1974 und als Remake 2017 in die Kinos kam.

Die Grenzen zwischen Zug und Eisenbahn sind dabei teilweise fließend, wie die Filme „The Commuter“, „Money Train“ oder „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ zeigen. Generell gerät in Zügen leicht etwas außer Kontrolle, sei es nun wie 2010 in „Unstoppable - Außer Kontrolle“ oder im B-Movie „Snakes on a Train“.

Es gibt natürlich auch zahlreiche preisgekrönte Zugfilme, sei es nun der südkoreanische Film „Train to Busan“, Wes Anderson „Darjeeling Limited“ oder „Station Agent“. Und auch Kinder müssen mit Filmen wie „Der Polarexpress“ oder jüngst „Thomas & seine Freunde - Große Welt! Große Abenteuer! Der Film“ nicht auf Zugfilme verzichten.

Unsere Kritiker Leander Caine und Christian Pogatetz stellen euch hier ihre liebsten Zug-Filme vor:

Foto: Warner Bros

Alarmstufe: Rot 2

Steven Segal alias Casey Ryback darf nach seinem Schiff-Adventure im Vorgänger nochmals zuschlagen. Dieses Mal jedoch im Luxuszug „Grand Continental“, welcher von Denver durchs „Dark Territory“ nach L.A. führt. Begleitet wird der geheime Navy Seal von seiner Nichte Sarah (gespielt von der damals beinahe unbekannten Katherine Heigl). Terroristen kapern den Zug und zerstören mit einem Super-Satelliten Landstriche, Passagierflugzeuge sowie F117A-Stealthbomber und erpressen die US-Regierung. Washington ist schon als nächstes Target of Destruction ausgewählt. Die bösen Jungs haben aber nicht mit dem Koch gerechnet … „Stirb langsam“ lässt grüßen. Der Zuschauer bekommt, das was er erwartet: brechende Knochen, Blutspritzer en masse, einen grandios irren Bösewicht, dargestellt von Eric Bogosian (Talk Radio), unfreiwillig komische Dialoge an der Grenze zur Lächerlichkeit, einen begnadet untalentierten Hauptdarsteller sowie höchst beeindruckende Zug-Action.
Leander Caine (Leander Caine)

Foto: Cannon

Runaway Train - Express in die Hölle

Für mich ist „Express in die Hölle“ der anspruchsvollste und beste Film von Cannon-Films: intelligent, spannend und knallhart! Es geht um zwei Häftlinge, die im tief verschneiten und eisigen Alaska aus einem Hochsicherheitsgefängnis fliehen und in einem Zug bestehend aus vier Loks in die Freiheit fahren möchten. Aber der Lokführer erleidet einen fatalen Herzinfarkt und der Geisterzug rast ungebremst mit zig Tonnen Stahl einer Entgleisung oder einem Frontalzusammenstoß entgegen. John Voight und Eric Roberts spielen die Flüchtigen nicht nur phantastisch, ihre Leistungen wurden 1985 mit zwei Oscarnominierungen belohnt. John Voight gewann den Golden Globe. Die Drehbuchvorlage lieferte Altmeister Akira Kurosawa ab. Im atemberaubenden Film von Andrej Konchalovsky (Tango & Cash) sucht John Voight den Zug aus. Die Frage von Eric Roberts, warum er diesen Zug auswählt, beantwortet er mit diesen Worten: „Weil er mir gefällt!“. Dem kann ich nichts hinzufügen.
Leander Caine (Leander Caine)

Foto: MFA+, Thim Filmverleih

Snowpiercer

Spätestens seit dem diesjährigen Oscar-Regen für „Parasite“, sollte der Name Bong Joon-ho auch Zuschauer*innen aus der westlichen Welt ein Begriff sein. Nur wenige Jahre bevor der südkoreanische Meisterregisseur als erster nicht-englischsprachiger Gewinner der Königskategorie „Bester Film“ Oscar-Geschichte schreiben durfte, drehte Bong bereits einen Film, der sich ähnlich wie später „Parasite“ schon mit den Themen Klassenkampf und soziale Ungleichheit auseinandersetzte. Während Bongs neuestem Film aber eine Designervilla als Hauptschauplatz diente, trug sich der metaphorische wie auch buchstäbliche Klassenkampf in seinem englischsprachigen Debüt „Snowpiercer“ noch in einem elendslangen Zug zu.

Der smarte Sci-Fi-Thriller basiert auf dem französischen Graphic Novel „Le Transperceneige“ und spielt in einer post-apokalyptischen Welt, in der der Versuch, der globalen Erwärmung via technischer Hilfsmittel entgegenzuwirken, eine zweite Eiszeit zur Folge hatte. Die wenigen überlebenden Erdbewohner*innen fanden in einem knapp 700 Meter langen Zug, der niemals zum Halt kommt, Zuflucht. Der große Nachteil jedoch: die Abteile des Gefährts sind nach der jeweiligen sozialen Klasse der Insass*innen gegliedert. Die Passagiere aus ärmeren Verhältnissen verweilen zusammengepfercht auf den hinteren Metern, während jene mit wohlhabendem Hintergrund im vorderen Teil des Fahrzeugs in Saus und Braus leben dürfen. Die soziale Ungleichheit hat schon bald eine Revolte zur Folge. Der junge Curtis (Chris Evans), der die inhumanen Bedingungen nicht mehr weiterhin aushalten kann, entschließt sich kurzerhand dazu, gemeinsam mit einer Gruppe an Anhänger*innen in die vordersten Abteile des Zuginneren vorzudringen und dabei den mächtigen Herrscher Wilford (Ed Harris) zu stürzen. Die Revolution kann beginnen!

Überaus intelligente Klassenkampfparabel unter dem Deckmantel eines visuell berauschenden Action-Blockbusters mit Hollywood-Starbesetzung.
Christian Pogatetz (chrosTV)

Foto: Buena Vista

Unbreakable

Obwohl die eigentliche Zugfahrt in diesem Fall nur wenige Minuten andauert, nimmt diese trotzdem auch im wohl gelungensten Film des oft zu Unrecht verschmähten M. Night Shyamalan eine zentrale Rolle ein. Bruce Willis schlüpft hier in die Rolle des Sicherheitsmanns David Dunn, der sich als einziger Überlebender eines folgeschweren Zugunglücks in Philadelphia herausstellt. Während die restlichen 131 Passagiere, die sich am Bord des entgleisten Zugs befanden, in Folge des Unfalls ihr Leben lassen mussten, kam David ohne auch nur einen einzigen Kratzer davon. Nach mehreren Begegnungen mit dem Comicbuch-vernarrten Kunstgalerie-Besitzer Elijah Price (Samuel L. Jackson in einer ungewohnt ernsten Rolle), der wegen seiner Glasknochen-Krankheit an den Rollstuhl gebunden ist, muss David schon bald feststellen, dass sein Körper scheinbar unverwüstlich ist und auch noch andere Superkräfte in ihm schlummern.

Shyamalan geht in seinem mitreißenden Mystery-Drama auf äußerst realistischem Wege der Frage nach:„Was wäre, wenn Superman hier auf Erden wäre, ohne überhaupt zu wissen, dass er Superman ist?“

Ein von vorne bis hinten exzellenter Genre-Mischmasch, der einige spannende philosophische Fragen aufwirft, und sich in späterer Folge als Startschuss der wohl ungewöhnlichsten Superhelden-Trilogie der Filmgeschichte entpuppte.
Christian Pogatetz (chrosTV)


Aber jetzt seid ihr am Zug: Was sind eure liebsten Eisenbahnfilme? Lasst es uns hier im Forum wissen!

Forum

  • 16 Uhr 50 ab Paddington (Murder, She Said) von 1961

    Auch nicht zu verachten - zwar spielt nur eine Filmszene im Zug, diese ist aber von entscheidender Bedeutung für die Handlung. Mit der unvergleichlichen Margaret Rutherford als Miss Marple!
    img_20160208_231837_86d826417d.jpg
    25.06.2020, 00:38 Uhr
  • Newsletter

    Bei unserem Newsletter-Gewinnspiel haben wir gleich zwei Gewinner:
    SeeKay
    Tigertom
    Herzlichen Glückwunsch!
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    19.06.2020, 19:42 Uhr
  • The Darjeeling Limited

    Unangefochten: The Darjeeling Limited
    20190122_101644_221977ff1a.jpg
    19.06.2020, 02:20 Uhr
  • Bestie Mensch

    Wir haben uns in der Coronazeit öfters mal ein Double Feature zu einem Thema angeschaut, eins davon war „Züge“. Gesehen haben wir dann den mittelguten „Transsiberian“ von Brad Anderson, ein Eisenbahn-Drogen-Thriller mit Woody Harrelson und Emily Mortimer und den Renoirs herausragenden „Bestie Mensch“. Der spielt zwar kaum im Zug, aber im Eisenbahnermilieu - beim Zugführer und Heizer, am Bahnhof und auch abseits der Schienen ... Ganz große Empfehlung! Außerdem darf noch die starbesetzte erste Verfilmung von „Mord im Orientexpress“ von Sidney Lumet nicht fehlen!
    iph-m136_5e028f0286.jpg
    18.06.2020, 09:24 Uhr
  • hitchcock...

    ...darf nicht fehlen:

    der fremde im zug (strangers on a train), eine "lektion in suspense" nach patricia highsmith - so genial, dass devito ein komödiantisches remake (schmeiß die mama aus dem zug) drehen musste -

    und natürlich der unsichtbare dritte (north by northwest): der tiefflieger!!mount rushmore!! und cary grant und eva-marie saint im zug - ein ausgeblasenes streichholz, ein kuss, die einfahrt in den tunnel. hitchcock: "die impertinenteste schlusseinstellung, die ich je gemacht habe..." hitchcock at his best, leicht und heiter.
    r2pi_f4e09adb6c.jpg
    17.06.2020, 22:35 Uhr
  • Source Code fand ich eigentlich nicht sooo schlecht.
    belzebub_625217a49e.jpg
    17.06.2020, 17:43 Uhr
  • The Commuter

    eindeutig der beste Zugfilm - soooo spannend!!!
    17.06.2020, 13:16 Uhr
  • The Girl on the Train

    Auch wenn der Zug hier nur eine Nebenrolle spielt und der Film, wie so oft, leider nicht ganz umzusetzen vermag, was die Buchvorlage verspricht. Ein Psychospiel zwischen Wahn und Realität getragen von der Pendlertristesse durch Londons graue Vorstädte. Spannung bis zum Schluss inbegriffen.
    17.06.2020, 12:29 Uhr
  • Zugvögel - ... einmal nach Inari

    Joachim Król unterwegs zur internationalen Zugfahrplanlesemeisterschaft. Mehr Zug geht kaum ;)
    treadstone71_02519ad8f6.jpg
    17.06.2020, 12:21 Uhr
  • Silver Streak, oder...

    ... "Trans-America-Express" mit Gene Wilder u. Richard Pryor (unvergessen die Zerstörung des Endbahnhofes)
    17.06.2020, 12:21 Uhr
  • Spontan

    Was mir dazu spontan einfällt ist der Film "Die fünf Gefürchteten" mit Bud Spencer. Ein Western in dem sie einen Zug überfallen müssen.

    Und man darf nicht den Film "Go West" mit den Marx Brothers vergessen!!!

    Weiters noch der Film "Station Agent" mit Peter Dinklage. Er fährt glaube ich nie mit einem Zug, aber es geht in dem Film ständig um Züge.
    17.06.2020, 12:17 Uhr