Neu im Kino
Neu im Kino (KW 50/2019)

Neu im Kino (KW 50/2019)

In der neuen Kinowoche bekommt man die Fortsetzung eines überraschend unterhaltsamen Blockbuster-Reboots, das bereits zweite Remake eines weihnachtlichen Horrorklassikers und eine der schönsten Romanzen des Film-Jahres geboten.
Foto: Filmladen

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Das neue Werk der französischen Filmemacherin Céline Sciamma wurde bereits bei seiner Weltpremiere im Rahmen der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes mit Lobeshymnen nur so überhäuft. Bei der dortigen Preisverleihung durfte Sciamma am Ende des Festivals dann sogar die Auszeichnung für das Beste Drehbuch mit nach Hause nehmen – und das bestimmt nicht ohne Grund. Die filmische Romanze widmet sich der Künstlerin Marianne (Noémie Merlant), die Ende des 18. Jahrhunderts von einer verwitweten Gräfin den Auftrag erhält, ein Portrait ihrer Tochter Héloïse (Adele Haenel) zu malen, und sich dafür auf eine abgeschottete Insel inmitten der französischen Bretagne zu begeben. Héloïse, die demnächst gegen ihren Willen zwangsverheiratet werden soll, weigert sich jedoch anfangs für das Bild zu posieren. Um das Porträt trotzdem anfertigen zu können, gibt Marianne zunächst vor als Gesellschafterin engagiert worden zu sein und fängt bei gemeinsamen Spaziergängen am nah-gelegenen Strand damit an, die junge Frau ganz genau zu studieren. Da Marianne dafür besonders viel Zeit mit Héloïse verbringen muss, kommen sich die beiden mit jedem neuen Tag immer näher. Was also eigentlich mit einer Lüge begann, wird schon bald zur wahren Liebe.

„Porträt einer jungen Frau in Flammen“ wird nicht zu Unrecht von KritikerInnen weltweit als einer der besten Filme des Jahres betitelt. Céline Sciamma hat hier eine unvergessliche Kino-Romanze in Kostümdrama-Fassade geschaffen, die mit einer ästhetischen wie auch emotionalen Wucht aufwarten kann, die das Drama definitiv zu einem der Kino-Must-Sees im Dezember macht!

Foto: Universal Pictures International

Black Christmas

Der originale „Black Christmas“ (hierzulande auch als „Jessy – Die Treppe in den Tod“ bekannt) aus dem Jahre 1974 gilt bis heute als einer der Urväter des Slasher-Subgenres. Schon im Jahre 2006 versuchte man sich an einer Neuverfilmung des Genre-Klassikers, der jedoch bei Kritik wie auch Publikum komplett durchgefallen ist. Nun probiert sich Regisseurin Sophia Takal an einem weiteren Remake des Horror-Meilensteins, dem diesmal ein feministischer Anstricht verpasst werden soll. Beim Drehbuch bekam Takal dafür Aushilfe von der Film-Podcasterin April Wolfe. Entstanden ist der Streifen unter der Obhut von Blumhouse Productions, die sich in den vergangenen Jahren einen Namen dafür gemacht haben, Horrorfilme mit zumeist kleinem Budget erfolgreich auf den Markt zu bringen. Der neue „Black Christmas“ erzählt von der jungen Riley (Imogen Poots), die während der Weihnachtsferien gemeinsam mit FreundInnen ihrer Studentenverbindung am College-Campus verweilt, um dort Dekoration zu verteilen und die Weihnachtsfeiern vorzubereiten. Plötzlich treibt jedoch ein unbekannter maskierter Mörder sein Unwesen im Hause und bringt nach für nach immer mehr Studentinnen der Fakultät um. Da die Frauen bei der Mordserie nicht einfach willenlos zuschauen können, entschließen sich die Übriggebliebenen dazu, die Situation selbst in die Hand zu nehmen und den Killer zu stellen.

Obwohl das Remake bisher eher durchwachsene Kritiken bekam, wird der ein oder andere Liebhaber weihnachtlichen Horrors bestimmt auf seine Kosten kommen.

Foto: Sony Pictures

Jumanji: The Next Level

Als Weihnachten 2017 mit „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ ein Film in die Kinos kam, der gleichzeitig Fortsetzung und Reboot des populären Robin Williams-Kultklassikers „Jumanji“ darstellen sollte, waren viele Leute berechtigterweise skeptisch. Tatsächlich entpuppte sich der Blockbuster aber als ein unerwartet launiger Kino-Spaß, der sich an der Kinokasse zum Überraschungshit entwickelte. Aufgrund dessen wird mit „Jumanji – The Next Level“ nun der„Jumanji“-Kosmos um ein weiteres Sequel erweitert, das sich der selben Riege an Charakteren widmet wie der vor zwei Jahren erschiene Vorgänger. Obwohl unsere ProtagonistInnen am Ende des vorangegangenen Teils eigentlich wieder in die reale Welt zurückgekehrt waren, konnte Spencer (Alex Wolff) einen Teil des eigentlich zerstörten „Jumanji“-Videospiels aufbewahren. Der Teenager setzt alles daran das Spiel wieder zum Laufen zu bringen, was ihm schlussendlich auch gelingt. Als seine neugewonnenen Freunde aus dem Vorgängerfilm plötzlich nichts mehr von ihrem Kumpel hören, müssen sie feststellen, dass Spencer sich scheinbar erneut ins Videospiel einsaugen ließ. Um ihren Freund zu finden, entscheiden sich die drei dazu, das gefährliche Spiel erneut zu betreten. Unglücklicherweise werden jedoch auch Spencers Großvater (Danny Devito) und dessen bester Freund (Danny Glover) mit in das Spiel gebeamt. Seit den Ereignissen des Vorgängers hat sich jedoch einiges in der „Jumanji“-Welt verändert und unseren ProtagonistInnen bekommen auch nicht die exakt selben Avatare zugewiesen wie zuvor. Die digitalen Avatare der Charaktere werden jedoch trotzdem einmal mehr von Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black, Karen Gillan und Nick Jonas verkörpert. Neuzuwachs in der Darstellerriege gibt es durch Beteiligung der Rapperin und Schauspielerin Awkwafina.

Wie schon der Vorgängerfilm kam auch „Jumanji: The Next Level“ bisher erstaunlich gut bei der Presse weg und dürfte ZuschauerInnen, die Gefallen am letzten Teil fanden, bestimmt wieder ein verspielt-unterhaltsames Kino-Abenteuer mit großem Staraufgebot bieten!

Weitere Neustarts

Der Neo-Noir-Krimi „Motherless Brooklyn“ – von und mit Oscar-Preisträger Edward Norton – handelt von einem unter Tourette-Syndrom leidenden Privatdetektiv, der dem Mord seines besten Freundes auf die Spur kommen möchte. Neben Norton gibt es im Cast auch weitere große Namen wie Bruce Willis, Cherry Jones, Alec Baldwin oder auch Willem Dafoe zu erspähen.

Die schwarze Komödie „Au poste! - Die Wache“, bei der es sich um das neue Werk des französischen Eigenbrötlers Quentin Dupieux (u.A.: „Rubber“, „Mr. Oizo“) handelt, spielt sich fast ausschließlich in einer Polizeistation ab, in der ein Cop einen Tatverdächtigen befragen soll. Während der Befragung verläuft jedoch nicht alles nach Plan.

Im Drama „The Kindness of Strangers“, das in diesem Jahr die Berlinale eröffnen durfte, widmet sich Regisseurin Lone Scherfig einer Gruppe verzweifelter Personen in New York, die momentan allesamt eine Krise durchgehen, sich jedoch gegenseitig genügend Halt geben können, um ihre jeweiligen Probleme in den Griff zu bekommen. Der Besetzung des Films gehören bekannte Gesichter wie Zoe Kazan, Andrea Riseborough, Caleb Landry Jones, Jay Baruchel oder gar Bill Nighy an.

Die Jüngeren und Junggebliebenen unter uns dürfen sich auf das Zeichentrickabenteuer „Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz“ freuen. Dabei handelt es sich um den bereits dritten Leinwandauftritt der beliebten Kinderbuchfigur.

Die irisch britische Superhelden-Komödie „Supervized“, die von einer Gruppe Rentner handelt, die im fortgeschrittenen Alter nochmal zu großen Helden werden dürfen, läuft vorerst lediglich in Wien an.

Nur in Wien und Oberösterreich wird man mit dem deutschen Liebesdrama „Mein Ende. Dein Anfang.“ beglückt. Darin geht eine junge Frau, deren letzter Freund bei einem Banküberfall erschossen wurde, eine Beziehung mit einem Mann ein, der ihr erstaunlich vertraut vorkommt.

Wie immer wünsche ich UNCUT-LeserInnen eine schöne Zeit im Kino und eine hoffentlich besinnliche Weihnachtszeit fern von jeglichen Stress!
Der Autor
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chrosTV

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