Neu im Kino
Neu im Kino (KW 38/2018)

Neu im Kino (KW 38/2018)

Eli Roth unternimmt einen ungewöhnlichen Ausflug ins Jugendkino, John Cho such im Internet nach seiner verschwundenen Tochter und ein WEGA-Cop muss einen schwerwiegenden Fehler verarbeiten.
Foto: Universal Pictures International

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Regisseur Eli Roth hat sich vor allem als Kopf hinter blutrünstigen Horrorschockern wie „Hostel“ (2003) oder „Cabin Fever“ sowie seiner prominenten Rolle als der Bärenjude in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ (2009) einen Namen gemacht. Über sein gesamtes bisheriges Oeuvre als Filmemacher durchzog sich eine sehr explizite Gewaltdarstellung und Roth blieb dieser Linie auch in seinen zwei letzten Filmen, dem 2015 erschienen Erotik-Thriller „Knock Knock“ und den erst vor wenigen Monaten veröffentlichten Remake des Rachethrillers „Death Wish“ treu. Umso überraschender ist es, dass es Roth mit seinem neuesten Werk „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ nun in den Bereich der Jugendbuch-Verfilmungen verschlagen hat. Der Film liegt dem gleichnamigen Jugend-Gruselroman von John Bellairs aus dem Jahre 1973 zu Grunde.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 10-jährige Junge Lewis Barnavelt (Owen Vaccaro), der erst kürzlich seine Eltern verloren hat und nun als Neo-Waise im mysteriösen Anwesen seines schrulligen Onkels Jonathan (Jack Black) leben soll. Dort angekommen findet Lewis schon bald heraus, dass sein Onkel in Wahrheit ein Magier ist und dessen Nachbarin sowie beste Freundin Florence (Cate Blanchett) eine mächtige Hexe. In den Wänden des Hauses steckt zudem eine geheimnisvolle Uhr, die durchgehend tickt, aber bisher noch nicht ausfindig gemacht werden konnte. Als Lewis eines Tages probiert das Rätsel um die Uhr zu lösen, beschwört er aus Versehen den Geist einer boshaften Hexe, die droht mit der Uhr den Weltuntergang herbeizuführen. Nun fühlt sich Lewis also dazu gezwungen gemeinsam mit Onkel Jonathan und Hexe Florence dieses grauenerregende Szenario mit allen Mitteln zu verhindern.

Nun stellt sich die Frage, ob denn ein kindgerechter Eli Roth überhaupt funktionieren kann? Bei der Kritik konnte der Film jedenfalls bisher weit besser abschneiden, als Roths letzte Filme.

Foto: Sony Pictures

Searching

Der 2015 veröffentlichte paranormale Horrorfilm „Unfriended“ etablierte einen neuen Trend innerhalb Hollywoods. Der von Timur Bekmanbetov produzierte Teenieschocker spielte nämlich über die gesamte Lauflänge hinweg ausschließlich auf Computerbildschirmen. Mit dem diese Woche erscheinenden Thriller „Searching“ hat Bekmanbetov also nun nach „Unfriended“ und dem bei der diesjährigen Berlinale uraufgeführten „Profile“ seinen bereits dritten Spieifilm, der sich komplett auf Computerbildschirmen entfaltet, co-produziert. Inszeniert wurde das Ganze vom erst 27-jährigen indisch-amerikanischen Filmemacher Aneesh Chaganty. In die Hauptrolle schlüpfte „Star Trek“-Darsteller John Cho, der als der erste Hauptdarsteller eines amerikanischen Mainstream-Thrillers angeworben wird.

Cho verkörpert in diesem den Familienvater David Kim, dessen Teenager-Tochter Margot plötzlich spurlos verschwindet. Da die Suche der Polizei zunächst aber erfolglos bleibt, beschließt er das Ganze in die eigene Hand zu nehmen und verwendet Margots Laptop um nach Anhaltspunkten ihres Verschwindens zu finden. Während er ihren Internet-Suchverlauf durchstöbert und online mit Bekannten Margots kommuniziert, muss David sich langsam aber sicher eingestehen, dass seine Tochter nicht die makellose Teenagerin zu sein scheint, für die er sie eigentlich hielt.

Der Desktop-Thriller wurde von der internationalen Presse in höchsten Tönen gelobt, wobei besonders der Spannungsaufbau, John Chos Spiel und die innovative Computer-Inszenierung hervorgehoben wurden. Und auch Susanne Gottlieb hat den Film ihn ihre Uncut-Kritik sehr positiv bewertet. Für Fans von spannungsgeladenen und außergewöhnlichen Thrillern!

Foto: Filmladen

Cops

Der österreichische Filmemacher Stefan Lukacs alias Istavn widmete sich bereits in seinem 2013 veröffentlichten Kurzfilm „Void“ der Wiener Polizei-Spezialeinheit WEGA. Für seinen neuen Spielfilm „Cops“ ist der Regisseur nun einmal mehr in das Milieu der WEGA abgetaucht.

Erzählt wird vom noch recht jungen Christoph, der von den meisten aber nur „Burschi“ genannt und sich nichts sehnlicher wünscht als für die Wiener Spezialeinheit WEGA arbeiten zu können. Als sein Traum in Erfüllung zu gehen scheint, passiert ihm jedoch ein schwerwiegender Fehler: Bei einem Einsatz, bei dem ein psychisch kranker Mann einen seiner Kollegen mit einem Messer attackiert, schießt Christoph im Affekt auf diesen los. Zunächst wird er von seinen Kollegen für die Tat noch als Held gefeiert, aber langsam oder sicher muss er realisieren, dass er in Wirklichkeit einen Menschen erschossen hat.

Die Figur des Burschi wird vom sehr vielseitigen Laurence Rupp verkörpert, der dem ein oder anderen wahrscheinlich aus der beliebten Austro-Horrorreihe „In 3 Tagen bist du tot“ oder seiner Hauptrolle in Ruth Beckermanns „Die Geträumten“ ein Begriff sein wird. In Nebenrollen sind unter anderem Anna Suk als dessen selbstbewusste Freundin Nicky, Anton Noori als Burschis machomäßiger Vorgesetzter Konstantin und Kabarettist Roland Düringer als dessen WEGA-kritischer Vater Heinz zu sehen.

„Cops“ durfte bereits im März bei der Diagonale seine Österreich-Premiere feiern und wurde dort aufgrund der sensationellen Darstellerleistungen sowie der hochspannnenden Umsetzung vom inneren Konflikt des Protagonisten gepriesen. Aufgrund der eher kritischen Betrachtung der hochbrisanten Thematik wird der Film bestimmt noch für reichlich Gesprächstoff sorgen.

Bärenstarkes österreichisches Kino!

Julia Pogatetz durfte den Film bereits im März für UNCUT bei der Premiere auf der Diagonale sehen. Hier geht es zu ihrer sehr begeisterten Exklusivkritik.

Weitere Neustarts

Ebenfalls diese Woche startet das deutsche Drama „Wackersdorf“, das sich einem Landrat widmet, der sich Mitte der 80er-Jahre,dem Bau einer atomaren Wiederaufarbeitungsanlage widersetzt.

Basketball-Fans dürfen sich auf die Komödie „Uncle Drew“ freuen, in der NBA-All-Star Kyrie Irving einen ehemals großen Basketball-Spieler verkörpert, der sich für ein Turnier wieder mit seiner alten Truppe zusammentut.

Weiters startet das französische Biopic „Auguste Rodin“, das das Leben des gleichnamigen Bildhauers nacherzählt.

Die Musikdokumation „Shut Up and Play the Piano“ erzählt vom Leben des legendären Komponisten und Pianospielers Jason Bleck aka Chilly Gonzales.

Leute, die noch nicht genug von platten Til-Schweiger-Komödien haben, dürfen sich zudem auf „Klassentreffen 1.0 - Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ freuen, in dem Til Schweiger, Samuel Finzi und Milan Peschel 30 Jahre nach Schulabschluss nochmal so richtig die Sau rauslassen.

Ich wünsche UNCUT-Lesern wieder ein paar hoffentlich angenehme Kinobesuche und einen erholsamen Start in den Herbst!
Der Autor
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chrosTV

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