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Neu im Kino
Neu im Kino (KW 02/2018)

Neu im Kino (KW 02/2018)

Diese Woche nehmen Colin Farrell und Nicole Kidman einen unheimlichen Teenager bei sich auf, Woody Allen stellt einmal mehr das Leben seiner Protagonisten auf den Kopf und Liam Neeson darf sich wieder in seine Paraderolle als pathetischer Actionheld stürzen.

The Killing of a Sacred Deer

Der griechische Filmemacher Yorgos Lanthimos konnte bereits 2009 mit seinem erst dritten Spielfilm „Dogtooth“ für weltweite Furore sorgen. Das Drama rund um zwei Eltern, die ihre Kinder bis zum Erwachsenenalter in ihrem Eigenheim weggesperrt lassen, bekam sämtliche Lobpreisungen und wurde für Griechenland gar für einen Oscar in der Kategorie „Bester Fremdsprachiger Film“ nominiert. Vor zwei Jahren wagte Lanthimos dann den Schritt nach Hollywood und lieferte mit „The Lobster“ sein erstes englischsprachiges Projekt ab.

Die Sozialsatire über eine dystopische Zukunft, in der Langzeit-Singles in ein Hotel geschickt werden,um innerhalb weniger Wochen einen Partner finden und ansonsten in der Form eines Tieres in Einsamkeit sterben zu müssen wurde vor allem aufgrund zahlreicher origineller Einfälle gelobt. Nach den großen Erfolgen seines letzten Films meldet sich Lanthimos nun gerade zwei Jahre später mit seiner zweiten englischsprachigen Produktion „The Killing of a Sacred Deer“ zurück.

Inspiriert von griechischer Mythologie erzählt dessen neuestes Werk vom respektierten Herzchirurgen Steven (Colin Farrell), der gemeinsam mit seiner Frau Anna (Nicole Kidman) und ihren beiden Kindern ein vermeintlich perfektes Leben im Luxus genießt. Als der Vater des 16-jährigen Martin (Barry Keoghan) bei einer von Steven durchgeführten Herzoperation verstirbt, nimmt er den aus sozial schwachen Hintergrund stammenden Teenager bei sich zu Hause auf. Durch die Anwesenheit von Martin scheint die angebliche Familienidylle jedoch langsam aber sicher zu zerbrechen, denn der Junge ist auf Rache besinnt.

Zwar wurde Lanthimos‘ neuester Film von Publikum und Journalisten sehr kontrovers aufgenommen, konnte aber aufgrund der verstörend faszinierenden Atmosphäre sowie einem erneut hochkreativen Drehbuch auch von vielen Kritikern Lobeshymnen einfahren.

Wonder Wheel

In Zeiten der #metoo-Bewegung ist es höchst skurril, dass Woody Allen trotz zahlreicher Belästigungsvorwürfe und der Tatsache, dass er mit seiner ehemaligen Stieftochter verheiratet ist, immer noch die Gelegenheit dazu bekommt, seinen jährlichen obligatorischen Film in die Kinos zu bringen. Nichtsdestotrotz darf der Altmeister, der mit Klassikern wie „Der Stadtneurotiker“ (1977) oder „Manhattan“ (1979) einst eine neue Generation an Filmemachern prägte, unter dem Titel „Wonder Wheel“ sein 51. Werk veröffentlichen.

Das Drama ist im New York der 50er-Jahre angesetzt und spielt am Strand des beliebten Freizeitparks Coney Island, der vom Bademeister Mickey (Justin Timberlake) überwacht wird. Im Zuge dessen wird er Zeuge einer skurrilen Geschichte: Das Ehepaar Ginny (Kate Winslet) und Humpty (Jim Belushi) geht kleinen Jobs auf der Promenade Coney Islands nach, um sich finanziell über Wasser halten zu können. Als auf einmal vor deren Haustür die junge Carolina (Juno Temple) steht und behauptet, die Tochter von Humpty zu sein, wird die Zukunft derer Ehe auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

Im Gegensatz zu seinen letzten Filmen, soll Allen bei „Wonder Wheel“ auf seine gewohnte Situationskomik verzichtet haben. Wenn man den weltweiten Kritiken Glauben schenken darf, konnte aber auch diese Entscheidung nicht die Qualität des Films retten. Selbst unsere sonst so Woody Allen-begeisterte UNCUT-Kritikerin Marina Ortner zeigte sich in ihrer Exklusiv-Kritik von der Viennale nicht unbedingt beeindruckt.

The Commuter

Seitdem vor fast einer Dekade Liam Neeson im Rahmen des ersten „Taken“-Films sein Können als Actionheld unter Beweis stellte, ist er dem Hollywood-Fluch des Type-Castings verfallen. In „The Commuter“, seiner mittlerweile vierten Zusammenarbeit mit Regisseur Jaume Collet-Sera ( „Unknown Identity“, „Non-Stop“, „Run All Night“), darf der mittlerweile 65-jährige Schauspieler einmal mehr in seine Paraderolle als zugleich liebevoller Familienvater und draufgängerischer Held zu stürzen.

Diesmal spielt Neeson Michael, einen Versicherungsvertreter, der tagtäglich ein großes Stück mit dem Zug zurücklegen muss, um in die Arbeit zu gelangen. Eines Tages setzt sich am Weg nach Hause plötzlich die mysteriöse Joanna (Vera Farmiga) zu ihm und verwickelt ihn in eine Verschwörung: Wenn Michael mit Hilfe zweier Hinweise einen bestimmten Passagier des Zuges entdeckt, wird ihm eine hohe Belohnung zuteil. Sollte er dies jedoch nicht schaffen, sollen nicht nur sämtliche Board-Passagiere, sondern auch seine eigene Familie in Gefahr geraten. Für Michael beginnt somit ein Wettlauf gegen die Zeit.
Kritikern wurde der Film schon Ende 2017 gezeigt und als solider Actionthriller betitelt, der sich jedoch sämtlichen Konventionen des Genres bedient. Fans von Neeson als Actionheld sollten aber auf alle Fälle auf ihre Kosten kommen!

Weitere Neustarts

Weiters wird nun endlich auch Österreichern gewährt, sich den letztjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm „Django - Ein Leben für die Musik“ auf der großen Leinwand anzuschauen. Das Drama behandelt das Leben des renommierten französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt, der als einer der einflussreichsten Jazz-Musiker des 21. Jahrhunderts zählt.

Zudem startet mit „Tad Stones und das Geheimnis von Köng Midas“ die Fortsetzung des spanischen Animationsfilms aus dem Jahre 2012. Im zweiten Teil muss der Bauarbeiter Tad Stones seine heimliche Liebe aus den Klauen von Entführern befreien und zeitgleich das Rätsel einer geheimnisvollen Kette lösen.

Ebenfalls neu im Kino startet das Österreichische Sci-Fi-Drama „Life Guidance“, in dem in einer dystopischen Zukunft, in der es sich eine Agentur zur Aufgabe gemacht hat, die Menschheit zu optimieren und ein Mann eine Rebellion gegen das System startet.

Es sei am Rande noch erwähnt, dass Anime-Fans in ausgewählten Kinos die Möglichkeit dazu bekommen, sich die weltweite Sensation „Your Name. Gestern, heute und für immer“ anzuschauen.

Ich wünsche UNCUT-Lesern ein paar hoffentlich unvergessliche Kinobesuche!
Der Autor
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