Berlinale 2017

Berlinale 2017 - Tag 8

Eine Koreanerin setzt sich mit der Liebe in ihrem Leben auseinander und einem brasilianischen Nationalhelden wird ein filmisches Denkmal gesetzt.
Am vorletzten Tag des offiziellen Wettbewerbs waren nur zwei Filme auf der Berlinale zu sehen. Den Beginn machte „On the Beach at Night Alone“. Darin sucht eine koreanische Schauspielerin nach der Bedeutung von Liebe in ihrem Leben, nachdem die Beziehung zu einem verheirateten Regisseur scheitert. Der Film wurde unter anderem in Hamburg gedreht. Die Handlung besteht in erster Linie aus Dialogen zwischen Younghee und ihren Freunden und zeigt auch die romantischen Lebensrealitäten dieser.

Epischer ging es im Film „Joaquim“, dem brasilianischen Beitrag zu. Im 18. Jahrhundert wendet sich der Brasilianer Joaquim, der der portugiesischen Krone dient, von dieser ab als er erkennt, dass er aufgrund seiner Herkunft nie Karriere machen wird. Zudem erlebt er, wie das Land von den Kolonialmächten um seine Rohstoffe ausgebeutet wird und wie sich die Sklaven ihre Freiheiten von ihren brasilianischen Herren erkämpfen. Ein solides, aber durchschnittliches Portrait einer historischen Gestalt.

Die italienische Kostümbildnerin Milena Canonero erhielte heute den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. Mit einer Hommage wolle die Berlinale die Künstlerin ehren und das Augenmerk auf eines der filmischen Gewerke legen, meinte der Berlinale-Direktor Dieter Kosslick im Vorfeld. Anlässlich der Verleihung wurde der Film „The Shining“ von Stanley Kubrick gezeigt.

Und auch zwei Österreicher hatten heute ihren Auftritt bei der Berlinale. Karl Markovics und Andreas Lust präsentierten heute den norwegischen Film „Kongens Nei - The King's Choice“ von Erik Poppe. Und Marina bereichtet heute im Podcast von der Wiederaufführung des Films „Die Jungfrauenmaschine“ von Monika Treut, sowie von japanischen Film „The Tokyo Night Sky Is Always the Densest Shade of Blue“.

Die Autorin
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susn

Forum

  • Schwere Filme

    Mir ist immer aufgefallen, dass auf der Berlinale "schwer" konsumierbare Filme gezeigt werden. Das liegt aber nicht nur an den Filmen, sondern an der knappen Zeit für das Uncut-Team. Ständig Filme schauen, von einem Kino zum anderen hetzen, über die Filme schreiben und die Podcasts drehen - dazu ein wenig Schlaf. Das geht schon an die Substanz.
    Aber das Erlebnis von einem grandiosen Filmfestival zu berichten, ist das wert. Gratulation nochmals an alle - Ihr macht das phantastisch!
    leander-caine
    18.02.2017, 11:57 Uhr
    • Schwere Filme

      Viel „leichter“ sind die Filme ja auch auf den anderen Filmfestivals wie Cannes oder Venedig nicht. Dafür gibt es dann halt bei den meisten Wettbewerben einige Filme die außer Konkurrenz laufen und meist etwas leichtere Kost liefern. Vielleicht, damit die Kritiker nicht ganz in eine Depression verfallen ;)
      uncut
      18.02.2017, 13:18 Uhr