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Sundance Film Festival 2023

Sundance Film Festival 2023

Heute startet das 39. Sundance Film Festival, das bis zum 29. Jänner dauern wird und wie immer im Bundesstaat Utah, in Park City und Salt Lake City, stattfindet.
Das Sundance Film Festival findet heuer wieder als Präsenzveranstaltung, parallel dazu wird es aber auch ein Online-Angebot geben.

Sundance ist ein wichtiges Podium für unabhängige Filmproduktionen aus den USA, aber auch für internationale Werke und bürgt für Qualität und Anspruch abseits des Mainstreams. Ursprünglich unter einem anderen Namen gegründet, war es zuerst eine eher wenig beachtete Veranstaltung mit Retrospektiven und Podiumsdiskussionen. Mit dem neuen Vorsitzenden Robert Redford gelang es dem Festival Anfang der 1980er Jahre jedoch, ein Vielfaches an Aufmerksamkeit zu generieren. Außerdem gab der Schauspieler Sidney Portier angeblich den Ratschlag, das Festival vom Sommer in den Winter zu verlegen: die Aussicht auf Skifahren in einem Wintersportort würde die Journalisten anlocken. Den Namen „Sundance“ erhielt das Festival von Redford als Hommage an seine Paraderolle und Lieblingsfigur.

Im Laufe der Jahre feierten Regisseure wie Quentin Tarantino, die Coen-Brüder und Jim Jarmusch dort ihren Durchbruch. Produktionen wie „Sex, Lügen und Video“, „The Blair Witch Project“, „Little Miss Sunshine“, „Whiplash“ oder „Call Me by Your Name“ erlebten ihre Premiere in Utah. Sundance wurde im Laufe der Zeit zu einem zunehmend stärkeren Faktor im Feld der Filmfestivals, was sich darin äußerte, dass immer öfter Werke oder Schauspieler*innen aus Sundance-Produktionen für den Oscar nominiert wurden. Im Pandemiejahr 2020 schließlich war Sundance das einzige Filmfestival, das noch stattfinden konnte, bevor die weltweiten Lockdowns starteten. Viele große Studios verschoben die Premieren ihrer neuen Filme. Deshalb wurden im darauffolgenden Jahr gleich vier „Sundance-Filme“ für den Oscar in der Kategorie „Bester Film“ nominiert. Im vergangenen Jahr schaffte es mit „CODA“ erstmals eine Produktion, die bei Sundance ihre Uraufführung erlebt hatte, die Auszeichnung tatsächlich zu erhalten.

Das heurige Programm besteht aus 99 Langfilmen, sowie Kurz- und Episodenfilmen und einigen speziellen Screenings, wie der Reprise von „Coda“. Sundance bemüht sich um große Diversität, etwa mit „The Stroll“: Transgender Sexarbeiter*innen erzählen von ihrem Leben in einem Randbezirk von New York und „Cassandro“, dem Portrait eines homosexuellen Amateur-Wrestlers.
Bild aus dem Film „Cassandro“ (Amazon Studios)

Politisch wird es bei „20 Days in Mariupol“, ein ukrainischer Filmemacher dokumentiert seine Stadt im Krieg, oder „Plan C“ – wo es um die Schwierigkeiten von Abtreibungen in den USA, speziell in der Zeit der Pandemie geht. Auf ein Horror-Schmankerl freuen sich nerdige Genre-Fans bei „Infinity Pool“.
Bild aus dem Film „Infinity Pool“ (Neon)

Die heurigen Dokumentationen beschäftigen sich unter anderem mit Michael J Fox „Still: A Michael J. Fox Movie“ und „Pretty Baby: Brooke Shields“. Eine Innensicht auf den Kulturbetrieb, immer beliebt unter Filmleuten, bietet „Theater Camp“. Ein paar Blockbuster des Independent Kinos (wenn man so will), findet man schließlich bei „Cat Person“ oder Nicole Holofceners „You Hurt My Feelings“ – mit Julia Louis-Dreyfus (Seinfeld!).

Ich freue mich, euch in den nächsten Tagen noch mehr zum heurigen Sundance-Programm zu erzählen. Außerdem konnte ich (online) Plätze für einige Premieren ergattern. Auch davon werde ich berichten.
Die Autorin
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Heidi@Home

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