Bild aus dem Film „Online für Anfänger“ (Filmladen, X-Verleih)Später feierte der einzige Schweizer Wettbewerbsbeitrag „Schwesterlein“ im Berlinale Palast seine Weltpremiere. In diesem Drama verkörpern Nina Hoss und Lars Eidinger die beiden Zwillingsgeschwister Lisa und Sven, die beide lange im Theaterbereich tätig waren. Letzterer ist mittlerweile an Leukämie im Endstadium erkrankt und wünscht sich, vor seinem Lebensende noch einmal wieder auf der Bühne stehen zu können. Für Lars Eidinger war dies schon der zweite Film auf der heutigen Berlinale. Zur Pressekonferenz kam er heute gekleidet in rosa und gelb, den Farben des diesjährigen Berlinale-Plakatsujets. Vor der Premiere am Abend wurden dann auch noch die European Shooting Stars vorgestellt. Heuer mit dabei zum Beispiel Ella Rumpf und Jonas Dassler dabei.
Bild aus dem Film „Schwesterlein“ (Weltkino)Das Wettbewerbs-Highlight des Tages war jedoch „Siberia“, das neue Mammutprojekt des bekannten US-Exzentrikers Abel Ferrara. Ferrara nimmt Zuschauer hier mit auf einen surrealen Trip, bei dem wir ins innere Bewusstsein eines von Willem Dafoe gespielten Mann, der mit sich selbst zu kämpfen hat, abtauchen. In der Pressekonferenz nahm Ferrara weite Teile seines Teams mit – unter anderem seine Frau Christina Chiriac, die selbst eine kleine Rolle im Film übernommen hat, und natürlich Hauptdarsteller Willem Dafoe. Das Team schilderte darin unter anderem den aufwändigen Dreh in der Eiseskälte der Südtiroler Alpen.
Bild aus dem Film „Siberia“ (Port au Prince Pictures)Am späteren Abend fand dann die Weltpremiere des wohl größten österreichischen Programmpunkts des Festivals statt: die von Marvin Kren entwickelte und inszenierte Miniserie „Freud“. Das von Netflix und ORF produzierte Serienprojekt handelt – wie der Titel bereits verrät – in leicht fiktionialisierter Form das Leben von Sigmund Freund, dem allerorts bekannten Tiefenpsychologen und Begründer der Psychoanalyse, ab. Am Roten Teppich waren neben Showrunner Marvin Kren auch ein beachtlicher Teil der Darstellerriege anzutreffen, der unter anderem Namen wie Robert Finster, Georg Friedrich oder Ella Rumpf angehören. UNCUT wird auch noch einen eigenen Beitrag zur 8-teiligen Miniserie veröffentlichen.
Im Encounters-Programm gab es heute eine wahre Filmperle. Josephine Deckers „Shirley“ nimmt uns mit auf die schwere Geburt eines neuen Romans der depressiven Autorin Shirley Jackson irgendwann in den 1950ern. Das Psychodrama, das Fakten und Fiktion vermischt, stellt dabei mit Biss die Hausfrauen-Rolle der 50er auf den Kopf und begleitet zwei Ehefrauen auf der Suche nach ihrer weiblichen Identität. Elisabeth Moss und Michael Stuhlbarg liefern in diesem Film auch zwei der sehenswertesten Performances des kommenden Filmjahres.
Im Panorama lief heute auch Sehenswertes aus Österreich. Die Dokumentation „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel lässt uns in Schwarzweiß-Interviews die Wiener Gangsterwelt der 1960er Jahre erkunden. Die zweite erwähnenswerte Dokumentation aus dem heutigen Panorama-Programm war „Gunda“ über das gleichnamige Schwein, die ganz ohne Dialog und Musik auskommt. Regisseur Viktor Kosakovskiy ist so vernarrt in seine kleine tierische Hauptdarstellerin, dass er sie im Publikumsgespräch immer liebevoll seine Meryl Streep nannte.











































