Neu im Kino
Neu im Kino (KW 07/2020)

Neu im Kino (KW 07/2020)

Die neue Kinowoche bringt uns unter anderem ein oscarnominiertes Drama über den Kampf dreier Fox-News-Journalistinnen für die Gerechtigkeit, sowie das etwas verspätete Abenteuer des wohl bekanntesten blauen Igels der Videospielgeschichte.
Foto: Constantin Film, Wild Bunch

Bombshell - Das Ende des Schweigens

Noch bevor die MeToo-Debatte im Jahr 2017 weltweit Diskussionen über systematische, sexuelle Belästigung von Frauen auf der ganzen Welt hervorbrachte, wurde beim konservativen US-Sender Fox News dieses Thema bereits 2016 zu einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Nachrichtensenders. Ebenjener Skandal wurde nun von Regisseur Jay Roach, der sich unter anderem durch Komödien wie die „Austin Powers“-Reihe oder „Meine Braut, ihr Vater und ich“ einen Namen gemacht hat für die Kinoleinwände adaptiert.

Der Film skizziert die realen Bedingungen, unter denen Mitarbeiterinnen von Fox News zu arbeiten hatten und stellt dabei die drei Journalistinnen Megyn Kelly (Charlize Theron), Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und Kayla Pospisil (Margot Robbie) in den Fokus. Nachdem die erfolgreiche Moderatorin Gretchen ohne ersichtlichen Grund entlassen wird, beschließt diese ihr Schweigen zu brechen und enthüllt, dass Geschäftsführer Roger Ailes sie zu sexuellen Gefälligkeiten nötigen wollte, und sie schlussendlich gefeuert wurde, da sie diesen nicht nachging. Der Prozess gestaltet sich zunächst schwierig, doch Megyn und Kayla, die auch beide Opfer von Ailes‘ Machenschaften geworden sind, wollen nicht mehr tatenlos zusehen und dem Sexismus ein Ende setzen.

„Bombshell“ wurde bei den diesjährigen Oscars in drei Kategorien nominiert, Charlize Theron als beste Hauptdarstellerin, Margot Robbie als beste Nebendarstellerin, sowie für das beste Make-Up, gewinnen konnte der Film hierbei nur in der letzteren Kategorie. Das Schauspielensemble wurde für seine darstellerischen Leistungen, allen voran Charlize Theron, die als die nicht ganz unumstrittene Megyn Kelly mit täuschend echten Make-Up ihr Bestes gab, hoch gelobt. Narrativ gesehen konnte das Drama so manchen Kritiker, vorwiegend auf Grund von Ungenauigkeiten in der Story, jedoch nicht überzeugen.

Foto: Constantin Film

Sonic the Hedgehog

Als Maskottchen des Spieleherstellers SEGA ist Sonic, der rasend schnelle Igel, schon lange ein Begriff, sein Weg von der Videospiel- zur Filmfigur war jedoch alles andere als schnell und einfach. Nachdem im Mai letzten Jahres der erste Trailer zum Film veröffentlicht wurde, stieß das Aussehen des Protagonisten auf harsche Kritik. Viele Kritiker bemängelten den gar zu menschlichen Look. Das Team rund um Regisseur Jeff Fowler gab darauf bekannt, die Erscheinung von Sonic zu überarbeiten und dem Originallook des Videospiels näherzubringen. Mit viermonatiger Verspätung startet „Sonic the Hedgehog“ nun weltweit in den Kinos.

Die Abenteuerkomödie erzählt vom blauen Igel Sonic, der aus einer anderen Dimension zur Erde flieht, da es böse Mächte auf seine Superkraft, die es ihm ermöglicht sich mit ungeheurer Geschwindigkeit zu bewegen, abgesehen haben. Unter der Bedrohung des ruchlosen Dr. Robotnik findet Sonic schließlich im Polizisten Tom wertvolle Unterstützung und sie beschließen sich dem nach Weltherrschaft gierenden Erzfeind zu stellen.

Die Uncut Kritikerin Marion hat den Film schon gesehen und mit 65% eher verhalten aufgenommen. Die ganze Kritik gibt’s natürlich auf Uncut nachzulesen.

Weitere Neustarts

Der neue Dokumentarfilm „Die Dohnal“ von Sabine Derflinger porträtiert die ehemalige SPÖ-Frauenministerin Johanna Dohnal, die als Pionierin der österreichischen Frauenbewegung gilt und bis heute als Ikone und Vorreiterin für Feminismus und Gleichberechtigung gilt.

Im Thriller „La Gomera“ des rumänischen Regisseurs Corneliu Porumboiu, der eine Hommage an den Film Noir darstellt, läuft für den korrupten Polizisten Cristi nichts so wie es soll. Von einem Verbrecherkartell und den eigenen Vorgesetzten zugleich unter Druck gesetzt, muss dieser nach La Gomera fahren, um dort die Sprache der Einheimischen zu erlernen, die den dort ansässigen Gangstern als Geheimsprache dient. Die rumänisch-deutsche Koproduktion feierte ihre Weltpremiere im Zuge der Filmfestspiele von Cannes 2019, wo er im Wettbewerb zu sehen war.

Für Liebhaber des eher anspruchsloseren Popcorn-Kinos ist die neue Komödie „Nightlife“ von Regisseur und Schauspieler Simon Verhoeven („Männerherzen“, „Willkommen bei den Hartmanns“) zu empfehlen, der Film folgt den beiden Freunde Milo und Renzo, die im Berliner Nachtleben zu Hause sind. Als Milo einen Sinneswandel erlebt und sein Leben umkrempeln möchte, geht Renzos Plan schnell viel Geld zu machen reichlich schief und die beiden stehen vor viel mehr Problemen als je zuvor. In den Hauptrollen zu sehen sind unter anderem Elyas M’Barek, Palina Rojinski und Frederick Lau.

Der Dokumentarfilm „Cunningham“ von Alla Kovgan widmet sich mit ganzer Seele der Leidenschaft des Tanzes und schafft dabei ein einzigartiges Portrait des legendären Choreographen Merce Cunningham, der durch Innovation und Risikobereitschaft die Grenzen der Tanzkunst in Frage stellte.
Die Autorin
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juliap

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