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    Uh...meow?

    Exklusiv für Uncut
    Ursprünglich sollte „Sonic the Hedgehog“ ja bereits im November 2019 in die Kinos kommen. Nachdem die Reaktionen auf den ersten Trailer allerdings durchwegs negativ ausfielen – kritisiert wurde dabei die Optik der bekannten Videospielfigur, vor allem deren Augen – wurde die Veröffentlichung der Realverfilmung rund um Segas blaues Maskottchen auf Februar 2020 verschoben. Zum Glück! Denn nach der visuellen Überarbeitung kann sich der Film, der ansonsten ziemlich generisch erscheint, immerhin sehen lassen.

    Der blaue Igel Sonic (orig. Stimme: Ben Schwartz; dt. Stimme: Julien Bam) hat eine besondere Fähigkeit: Niemand rennt so schnell wie er! Er kann dabei sogar Überschallgeschwindigkeit erreichen. Als er deshalb auf seinem Heimatplaneten verfolgt wird, kann er in letzter Minute dank seiner goldenen Ringe fliehen – und landet zufällig auf der Erde. Dort hält er sich in der idyllischen Kleinstadt Green Hills, Montana versteckt und beobachtet heimlich deren Bewohner; allen voran den Sheriff der Stadt, Tom Wachowski (James Marsden) und dessen Frau Maddie (Tika Sumpter). Doch der erste Verfolger lässt auch auf der Erde nicht lange auf sich warten: Dr. Robotnik (Jim Carrey), ein Wissenschaftler, der die Weltherrschaft an sich reißen will, wird bald auf Sonics besondere Fähigkeiten aufmerksam. Nun liegt es an Tom, dem außergewöhnlichen Igel unter die Arme zu greifen und das ungleiche Gespann begibt sich auf eine Reise, die das Leben der beiden für immer verändern wird.

    Sonic, der durch eine Welt flitzt, die aussieht, als wäre sie direkt einem der Spiele entsprungen ... die bekannten, goldenen Ringe, die hier allerdings eher als MacGuffin dienen … und Dr. Eggman ist auch da! Eigentlich beinhaltet „Sonic the Hedgehog“ alles, was man sich von einer Verfilmung der klassischen Videospielreihe von Sega wünscht. Eigentlich. Denn an Spannung fehlt es leider etwas!

    Gerade den Beginn dürften Spieler aber als äußerst nostalgisch empfinden. Der Bonus eines „Baby Sonic“, der wahrlich eine Konkurrenz zu dem populären „Baby Yoda“ darstellen mag, hat schon auch seinen Charme. Und auch James Marsden wirkt ganz sympathisch (wenn auch austauschbar), Sonic ganz witzig und Jim Carrey ist, nun ja, Jim Carrey.

    Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Film um eine äußerst durchschnittliche, wenn auch solide Adaption der Videospielikone. Gerade was die Dramaturgie betrifft, sieht man nichts, was man nicht schon unzählige Male davor gesehen hat. Angesiedelt zwischen Action-Komödie, Roadmovie und Buddy-Film, erscheint „Sonic the Hedgehog“ zwar insgesamt ziemlich kurzweilig, hat aber dann doch auch mit einigen schleppenden Momenten zu kämpfen. Alles in allem ist es aber sicherlich ein netter Film über eine der beliebtesten Videospielfiguren überhaupt, der vielleicht auch einfach ein paar Jahre zu spät produziert wurde. Für eine mögliche Fortsetzung gibt es jedenfalls noch viel Spielraum.
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    (Marion Schlosser)
    13.02.2020
    10:13 Uhr