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Caines Corner: In Memoriam Nikos Grigoriadis

Erinnerungen an den vor wenigen Tagen verstorbenen Nikos Grigoriadis (21.6.1954 - 26.2.2017)
Im Rahmen einer Radiosendung zu den Oscars 2008 wurden Nikos Grigoriadis und ich vom Sender Radio Graz als Filmexperten eingeladen, um über die bevorstehende Verleihung zu diskutieren. Für mich war das eine große Ehre neben einem anerkannten Cineasten mit spekulieren zu dürfen.



Wie in Graz bekannt sein sollte, war das anspruchsvolle und originalsprachige Kino bei Nikos Grigoriadis zu Hause. Zuerst am Rande des Augartenparks und jetzt neben dem Finanzamt. Für mich war das ein paradiesischer Zustand, da ich gleich in der Nähe wohnte.

Jedes Mal, wenn wir uns getroffen haben, nutzten wir diese Chance uns über das aktuelle Filmgeschehen auszutauschen. Auch hier kann ich mich an eine Frage von Nikos Grigoriadis gut erinnern? Wer außer „ARGO“ sollte dieses Jahr den Oscar gewinnen? Das war im Jahr 2013 und er hatte wieder einmal Recht.

Auch bei den Filmfestspielen von Cannes sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Die Freude des Wiedersehens war meist kurz, da wir beide auf dem Weg zum Film waren oder uns gerade von den Strapazen des übermäßigen Filmkonsums erholten.

Es tut mir leid, dass wir über die einzigartige und jetzt schon historische Panne bei den diesjährigen Oscars nicht mehr gemeinsam schmunzeln konnten, aber ich wünsche von ganzem Herzen, dass da wo Du jetzt bist es auch ein gutes Kino in KIZ-Qualität gibt und Du weiterhin am Filmgeschehen teilnehmen kannst. RIP.

In Erinnerung an Nikos Grigoriadis wird heute (4. März) um 17:30 Uhr im KIZ RoyalKino der Film „Alexis Sorbas“ gezeigt.
Der Autor
leander-caine


Forum

  • Er war einer der Guten

    Ohne Herrn Grigoriadis wäre die Grazer Kinolandschaft um eigentlich zwei Institutionen ärmer: zum Einen das KiZ im Augarten, das sich immer erfolgreich gegen den cineastischen Mainstream stellte und zum Anderen das Royal-Kino, einer Institution vom anderen Ende des filmischen Spektrums, das von seinem Eigentümer sonst fallen gelassen worden wäre. Ihm gelang es, was viele vergleichbar Tätigen seltsamerweise häufig nicht schaffen: in seiner Aufgabe und Verantwortung für ein Lichtspieltheater und dessen Programm seinen Humor niemals zu verlieren und zu seinen Mitarbeitern stets fair und korrekt zu sein. Ich erinnere mich an viele interessante Gespräche mit ihm über Filme, die Filmschaffenden und die Leidenschaft für den Film, die mich immer mit ihm verband. Gut hätte ich mir vorstellen können, einmal in seine Fußstapfen zu treten - sein Vorbild sollte unbedingt Nachahmer finden.
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    04.03.2017, 08:55 Uhr