Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 35

Neu im Kino: Woche 35

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt es diese Woche in den österreichischen Kinosälen.
Was haben der ehemalige Gouverneur von Kalifornien, der – trotz seines Alters und ob seines Outputs von einem Film pro Jahr – aktivste Regisseur der Welt und eine australische Popsängerin gemeinsam? Sie waren und sind es nun nach einiger Zeit wieder – Schauspieler!

Wie groß ihr Talent dafür ist, ist wieder eine anderen Frage.
Bei Ersterem – Arnie – kann lange darüber debattiert werden. Für mich ist der Fall klar: er ist der Prototyp des 80er Jahre Actionkinos! Ein ausdrucksschwacher Muskelprotz, dessen schauspielerische Stärke es ist, zu kaschieren, dass er gar keine hat. Schwarzenegger (sowie seine Kollegen von damals und heute) ist, bei Gott, kein gelernter Schauspieler, doch in seiner Darstellung schwingt eine Selbstverständlichkeit mit, als ob er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hätte. Das Selbstvertrauen, welches der 80er-Jahre-Actionstar bei seinem Spiel ausstrahlt, steht vor der eigentlichen (dilettantischen) Darstellung selbst.
Zweiterem – nämlich Woody – wirft man vor, er spiele immer sich selbst und das, meiner Meinung nach, zurecht.
Und Letztere – Kylie – ist vielleicht sogar eine bessere Schauspielerin als sie Musikerin ist, war in ihrer Filmkarriere allerdings nicht immer vom Glück verfolgt. Vor allem aber ihre schauspielerische Diversität kann sich sehen lassen: Von Soaps („Neighbours“) über Action-Rollen („Street Fighter“) bis hin zu Musical-Filmen („Moulin Rouge!“) ist alles dabei.

The Expendables 2
Story? Who cares! Mit dabei – wie es auch auf den Werbeplakaten zu sehen ist, nur mit Nachnamen – Schwarzenegger , Stallone, Lundgren, Norris, Van Damme (allesamt Vertreter des oben beschriebenen 80er-Jahre-Actionstar-Schauspiels), sowie Willis, Li, Statham, Hemsworth, uvm.
Jean-Claude Van Damme, der sich noch weigerte, im ersten Teil mitzuspielen, ist der Oberbösewicht, dessen Charakter interessanterweise Vil(l)ain genannt wurde. Barney Ross (Sylvester Stallone), macht mit seiner Söldnertruppe Jagd auf ihn und irgendwo dazwischen kommt auch noch tonnenweise waffenfähiges Plutonium ins Spiel.
Kampfszenen sowie Explosionen gibt es genügend. Bei dem Film kann man nichts falsch machen, wenn man jugendliche Burschen, oder Männer jeglichen Alters auszuführen hat! Und, da bin ich mir sicher, Frauen stehen im Innersten auch drauf, obwohl das die Meisten natürlich nie zugeben werden...

To Rome with Love
Der jährliche Woody Allen und das erste Mal seit sechs Jahren steht er, wie gesagt, nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera. Außerdem führt er mit „To Rome with Love“ eine Reihe fort, indem er nach seinen vier London Filmen, „Vicky Cristina Barcelona“ und „Midnight in Paris“ seinen Film in einer weiteren geschichtsträchtigen europäischen Stadt stattfinden lässt. (Dabei fragt sich doch ein jeder, wo denn nun endlich Wien bleibt, oder nicht?)
In „To Rome with Love“ werden mehrere parallel laufende Geschichten erzählt. Erstens geht es um den Architekten Jack (Jesse Eisenberg), der eigentlich seine praktisch veranlagte Freundin Sally (Greta Gerwin) liebt, trotzdem, und obwohl ihn Stararchitekt John (Alec Baldwin) davor gewarnt hat, er Sallys neurotische Freundin Monica (Ellen Page) anziehend findet. Zweitens kommen der pensionierte, gerne berühmter gewordene Opernregisseur Jerry (Woody Allen) und seine Frau nach Rom, um die Schwiegereltern ihrer Tochter kennenzulernen. Drittens erlangt der Durchschnittsitaliener Leopoldo (Roberto Benigni) unerwartete Berühmtheit. Und viertens reist der aus der Provinz kommende Antonio (Alessandro Tiberi) mit seiner frisch vermählte Frau Milly (Alessandra Mastronadi) nach Rom, um sie seiner Verwandtschaft vorzustellen. Wie es der Zufall so will, verirrt sich Milly in den Straßen Roms und Antonio sieht sich gezwungen, das Callgirl Anna (Penelope Cruz) seinen Verwandten als seine Frau zu präsentieren.
Von Beziehungen die auf die Probe gestellt werden, bis hin zu absurden Auswechslungsepisoden: viele Themen die Woody Allen in seinen Filmen behandelt, greift er auch diesmal wieder auf. Ebenso das Schauspielerensemble, das sich ob der hochkarätigen Besetzung, wieder mal sehen lassen kann. Trotzdem ist ein Woody-Allen-Film immer auch ein bisschen eine Wundertüte – manchmal funktioniert er und manchmal einfach nicht richtig. Bleibt zu hoffen, dass hierbei ersteres zutrifft.

Holy Motors
Ein experimentell angehauchter, dem Medium Film reflexiv gegenüberstehender französischer Film.
In der Rahmenhandlung von „Holy Motors“ lässt sich Oscar (Denis Lavant), gekleidet in Anzug und Krawatte, mit einer Limousine durch die Straßen Paris fahren. Er fährt von Job zu Job, allerdings sind diese nicht solche, wie man sie sich von einem Geschäftsmann vorstellen würde. Einmal verkleidet er sich als eine alte Frau und geht auf der Straße betteln, ein anderes Mal muss er mit einem Stab in der Hand Kampfübungen ausführen.
Die Handlung klingt verrückt – ist sie auch. Ein Film von Regisseur und Drehbuchautor Leos Carax, der wahrscheinlich ein großes Rätsel bleibt, aber auf den man sich bestimmt trotzdem einlassen sollte.
In Nebenrollen sind Eva Mendes und eben Kylie Minogue zu sehen, die damit eine weitere interessante und komplett andersartige Arbeit ihrer Filmographie hinzufügen kann.

Sonstiges
Weiters kommt der vierte Teil der „Step Up“-Tanzfilmreihe in die österreichischen Kinos: „Step Up - Miami Heat“ (in 3D). Und, um mich selbstverliebt zu zitieren, gilt hier das selbe, wie für die Filme der europäischen Parallelreihe „Streetdance“: Der Kinobesuch ist „auf jeden Fall zu empfehlen,... wenn man die Aufgabe hat 13-jährige Mädchen auszuführen“ (Zitat: „Neu im Kino 2012 KW 23“). Und im Innersten stehen die Jungs wahrscheinlich auch drauf!
Außerdem starten der südafrikanische Animationsfilm „Zambezia“ und die Dokumentation „Buck - Der wahre Pferdeflüsterer“ in den österreichischen Kinos.
Der Autor
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Josko

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