Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 37/2020)

Neu im Kino (Woche 37/2020)

Schweben, Kreischen, Fremdschämen - und dazu noch stark verspätete neue Mutanten gibt es diese Woche in den Kinos.
Foto: Polyfilm

Über die Unendlichkeit

Der schwedische Regisseur Roy Andersson, der gerne Banales und Absurdes zusammenwirft, wurde 2014 für seinen Film „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Auch sein neuer Film „Über die Unendlichkeit“ war letztes Jahr Ehrengast bei den Filmfestspielen von Venedig, wo in auch unser Kritiker Christian Pogatetz anschauen durfte. Die Kritik gibt's natürlich auf Uncut. Genau ein Jahr später schafft es der Film mit coronabedingten Umwegen in unsere Kinos. Die Komödie reiht mehrere Sequenzen aneinander, die sich durch eine besondere Bildsprache und einen speziellen Humor auszeichnen. Doch inhaltlich unterscheiden sie sich voneinander. Mal hoffnungsvoll, mal hoffnungslos. Ein schwebendes Brautpaar mildert die Schmerzen am Zahnarztstuhl. Der Film zeigt sich minimalistisch, erzeugt dabei aber unerwartet große Gefühle. Für alle, die Roy Anderssons Feelgood-Melancholie schätzen und schätzen lernen wollen.

Foto: Filmladen, Golden Girls

Der schönste Platz auf Erden

Einen besonderen Humor legt auch diese österreichische Doku an den Tag. Elke Groen zeigt dabei den Witz, der Österreich ist, am Beispiel Pinkafeld. Der Ort im Burgenland, der nicht zuletzt auch Geburtsort des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer ist, zeigt das Tief-Österreichische im Höhenflug. Zwischen Wahlkampf und Dorfdiskothek entsteht dabei ein unterhaltsames Porträt eines Ortes, der stellvertretend für unser ganzes Land stehen könnte. Die Dokumentation hätte auch die diesjährige Diagonale eröffnen sollen. Für alle, die den heimischen Film genauso lieben wie die Heimat.


Weitere Neustarts

Des Weiteren startet noch der Film „The New Mutants“, der auf den gleichnamigen Marvel Comics basiert und als mittlerweile bereits 13. Teil der X-Men-Filmreihe gilt. Der actiongeladene Streifen handelt von einer neuen Generation an Mutanten, die in einer geheimen Forschungseinrichtung festgehalten werden und gemeinsam fliehen wollen, um Professor Xavier zu finden. Mit dabei sind Nachwuchs-Talente wie Maisie Williams, Charlie Heaton und Ana Taylor-Joy.

In der warmherzigen britischen Komödie „Love Sarah – Liebe ist die wichtigste Zutat“ möchte eine junge Frau den Traum ihrer verstorbenen Mutter verwirklichen und eine Bäckerei in Notting Hill eröffnen. Dabei ist sie auf die Hilfe ihrer Großmutter angewiesen.

Die amerikanische Romanze „The Photograph“ erzählt von mehreren Liebesgeschichten in der Vergangenheit und in der Gegenwart, die miteinander verknüpft sind. Im Zentrum steht dabei ein mysteriöses Foto.

Die koreanische Dokumentation „Break the Silence: The Movie“ mit und über die K-Pop-Band BTS nimmt den Filmtitel wörtlich. Möge das Gekreische beginnen. Ein Pflichttermin für die BTS-Army.
Die Autorin
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Stadtneurotikerin

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