Neu im Kino
Neu im Kino (KW 03/2020)

Neu im Kino (KW 03/2020)

Ein Wiedersehen mit Will Smith und Martin Lawrence als legendäres Actionduo, ein mehrfach oscarnominiertes Kriegsdrama von Sam Mendes und ein neues Anime-Meisterstück von Makoto Shinkai erwarten und diese Woche im Kino.
Foto: Sony Pictures

Bad Boys for Life

Knapp 17 Jahre ist es jetzt schon her, dass Martin Lawrence und Will Smith das letzte Mal als charismatische Cops die Kinos unsicher machten – damals noch unter Regie von Krachbumm-Liebhaber Michael Bay. Aufgrund der Popularität und des Erfolgs der ersten beiden „Bad Boys“-Filme befand sich schon seit Ewigkeiten ein möglicher dritter Teil in Planung. Anfang 2020 ist es nun soweit und die harten Jungs kehren endlich wieder auf die weltweiten Leinwände zurück – diesmal aber unter der Regie der beiden Belgier Adil El Arbi and Bilall Fallah. Für die Produktion zeichnete sich jedoch abermals Erfolgsgarant Jerry Bruckheimer verantwortlich. Der dabei herausgekommene dritte Teil mit dem passenden Titel „Bad Boys for Life“ widmet sich einmal mehr den beiden Polizisten Mike Lowrey (Smith) und Marcus Burnett (Lawrence), die es auch diesmal wieder nach Miami verschlägt. Während Marcus langsam realisiert, dass er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen sollte, anstatt sich tagtäglich kopfüber in mögliche Gefahren zu stürzen, ist Mike weiterhin so risikobereit wie eh und je. Als sie jedoch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden und es plötzlich auch noch der albanische Söldner Dorn (Alexander Ludwig) auf sie abgesehen hat, muss sich das Duo noch einmal zusammentun, um diesem gemeinsam das Handwerk zu legen.

Wenn man den ersten Pressestimmen Glauben schenken darf, scheint es sich bei „Bad Boys For Life“ trotz, oder genau wegen der Absenz Michael Bays um eine würdige Fortsetzung zu handeln, bei der sowohl Liebhaber der Reihe als auch Fans rasanter Hollywood-Action auf ihre Kosten kommen dürften.

Whatcha gonna do when they come for you?

Foto: Universal Pictures International

1917

Nachdem Oscar-Preisträger Sam Mendes (u.A.: „American Beauty“, „Revolutionary Road“) in den letzten Jahren die Ehre zuteil worden war mit „Skyfall“ und „Spectre“ zwei Einträge ins legendäre „James Bond“-Franchise zu drehen, kehrt der britische Filmemacher mit seinem neuesten Werk nun endlich wieder zu seinen Wurzeln im dramatischen Fach zurück. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Regisseuren, widmet sich Mendes in seinem Kriegsfilm „1917“ jedoch nicht dem Zweiten, sondern dem filmisch viel seltener abgehandelten Ersten Weltkrieg. Das Besondere hierbei: mithilfe ein paar technischer Tricksereien und atemberaubender Plansequenzen der Kamera-Sensation Roger Deakins ließ Mendes seinen Film so aussehen, als wäre er in einer einzigen Einstellung gedreht worden.

Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt: die Geschehnisse des Films sind im April 1917, einer der Hochphasen des Ersten Weltkriegs, angesetzt. Den zwei jungen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) wird der Auftrag erteilt, ins deutsche Reich einzudringen, um einen geplanten Angriff ihrer Truppe abzusagen. Im Fall der Fälle, dass die beiden die Riege an mitkämpfenden Soldaten hinter den feindlichen Linien nicht rechtzeitig erreichen sollten, bestünde nämlich die große Gefahr, dass diese in einen Hinterhalt geraten könnten. Da die zwei ihre Kumpanen jedoch binnen weniger Stunden erreichen sollen, beginnt für sie schon bald ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem nur ein einziges Ziel vor Augen steht: Überleben!

Laut der weltweiten Kritik hat Mendes mit „1917“ ein packendes Kriegsdrama geschaffen, dass sich durch seine atemberaubende Technik zum immersiven Kinoerlebnis erhebt, das man sich wohl nicht entgehen lassen sollte!

Bei den diesjährigen Oscars wurde das Drama, in dem unter anderem auch Größen wie Colin Firth, Mark Strong oder Benedict Cumberbatch mitspielen, für ganze 10 Kategorien (u.A. Bester Film und Beste Regie) nominiert.

Foto: Universum Film, 24 Bilder

Weathering with You

Regisseur Makoto Shinkai gilt schon seit längerer Zeit als spannende Stimme des japanischen Anime-Kinos. Spätestens mit der Erscheinung der Anime-Romanze „Your Name“ erlangte Shinkai jedoch auch endlich internationale Anerkennung und konnte mit seiner unwiderstehlichen Liebesgeschichte (sowie der traumhaft schönen Animationen) Zuschauer*innen rund um den Globus in den Bann ziehen. Nun meldet sich das Multitalent endlich mit einem Folgewerk zurück, das den poetischen Titel „Weathering With You“ trägt. Abermals handelt es sich hier um eine romantische Geschichte mit fantastischen Zügen. Das Anime-Drama widmet sich dem jungen Japaner Hodaka, der seine Heimatinsel verlässt und sich dazu entscheidet, nach Tokio zu ziehen, um dort die große Liebe zu finden. In der Großstadt lebt es sich jedoch doch nicht ganz so sorgenfrei, wie noch zu Beginn erhofft. Um sich weiterhin über Wasser halten zu können, bewirbt sich der junge Mann für eine Stelle als Redakteur bei einem Magazin und schafft es diese sogar zu ergattern. Als er seinen neuen Job antritt, fallen ihm jedoch bald schon seltsame Vorkommnisse auf: Wie von Geisterhand hört es nämlich auf einmal nicht mehr auf in der Stadt zu regnen. Durch Zufall trifft er jedoch eines Tages auf die junge Frau Hina, die eine ganz besondere Gabe besitzt: sie kann den Verlauf des Wetters manipulieren.

Shinkais neuestes Werk wurde einmal mehr für seinen Einfallsreichtum, atemberaubende handgezeichnete Animationen und einer zu Herzen gehenden Geschichte gelobt. Ein Pflichtprogramm für Anime-Liebhaber!

Weitere Neustarts

Wer nochmal am „Sonderzug nach Pankow“ aufsteigen möchte, dürfte beim biographischen Musik-Drama „Lindenberg! Mach dein Ding“ sehr gut aufgehoben sein. Dieses widmet sich dem aufregenden Leben der exzentrischen deutschen Musiker-Legende Udo Lindenberg, der hier vom Jungdarsteller Jan Bülow verkörpert wird.

Die Komödie „Vom Gießen des Zitronenbaums“ erzählt von einem palästinensischen Regisseur, der aus seiner Heimat flieht und Teil des vermeintlich freien Westens werden möchte. Schon bald muss er jedoch feststellen, dass es sich bei dieser 'Freiheit' nur um Fassade handelt, denn auch an seinen neuen Reisezielen findet er problematische Parallelen zu Palästina vor.

In der österreichischen Doku „Mind the Gap“ beleuchtet Regisseur Robert Schabus Arbeiter*innen quer durch Europa, die das Vertrauen an die Demokratie verloren haben.

Das kanadische Fantasy-Drama „Ghost Town Anthology - Répertoire des villes disparues“, das vorerst lediglich in Wien anläuft, handelt von einer abgeschotteten Kleinstadt, in der in Folge einer Tragödie Zeit plötzlich keine Rolle mehr spielt.

Wie immer wünsche ich UNCUT-Leser*innen ganz viel Spaß im Kino und ein hoffentlich erholsames Wochenende!
Der Autor
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