Diagonale
Die ersten Puzzlesteine der Diagonale 2019

Die ersten Puzzlesteine der Diagonale 2019

Neben dem Eröffnungsfilm „Der Boden unter den Füßen“ wurden heute die ersten Programmpunkte der Diagonale 2019 bekannt gegeben.
Vor wenigen Tagen wurde der Vertrag der Diagonale-Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber bis 2021 verlängert. Heute präsentierten die Beiden im diagonalerot dekorierten Café Promenade im Grazer Stadtpark die ersten Programmpunkte der diesjährigen Diagonale.

Die Plakate an der Wand haben den von vielen bereits erahnten Eröffnungsfilm bestätigt. Marie Kreutzers jüngster Langfilm „Der Boden unter den Füßen“, der auch bei der Berlinale vertreten ist, darf das Grazer Filmfestival heuer einleiten und seine Österreichpremiere feiern. In Anwesenheit der Regisseurin Marie Kreutzer und der Hauptdarstellerin Valerie Pachner haben Höglinger und Schernhuber den Film in den Himmel gehoben, da er wagemutig innovativ ist und eine neue Ära in Kreutzers Schaffen einläutet. Nach „Was hat uns bloß so ruiniert?“, „Gruber geht“, „Die Vaterlosen“ und Co. erzählt Kreutzer mit ihrem neuen Werk die Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während die eine ihr Leben und ihre Karriere fest im Griff hat, plagen die andere lebensgefährdende Gedanken.
Bild aus dem Film „Der Boden unter den Füßen“ (Filmladen)
Neben dem Eröffnungsfilm wurden auch einige der Spezialreihen der Diagonale bekannt gegeben. Gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria, dem Österreichischen Filmmuseum und dem ORF-Archiv wurde das Historische Special „Über-Bilder: Projizierte Weiblichkeit(en)“ zusammengestellt, das die unterschiedlichen Darstellungen von Frauen im österreichischen Film thematisiert. In dieser Reihe werden zum Beispiel der heuer 100 Jahre alt werdende Film „Die Ahnfrau“ (1919) von Jakob Fleck und Louise Kolm-Fleck, „Maskerade“ (1934) von Willi Forst, „Vorstadtvarieté – Die Amsel von Lichtental“ (1935) von Werner Hochbaum und das noch nicht so betagte Werk „In 3 Tagen bist du tot“ (2006) von Andreas Prochaska gezeigt.

Das Personen-Special wird heuer dem Wiener Schauspieler Hanno Pöschl gewidmet und schließt somit thematisch an die historische Figur des „Wiener Mädels“ in den Filmen von Forst und Hochbaum an. Es wird der letzte Film von Rainer Werner Fassbinder „Querelle“ (1982) projiziert, neben österreichischen Beiträgen wie „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Maximilian Schell (1979) und „Kottan ermittelt: Der Geburtstag (Folge 2)“ (1977) von Peter Patzak.
Bild aus dem Film „Querelle“ (Gaumont)
Das Medium Film verbündet sich im Rahmen der Diagonale’19 auch mit einem seiner langzeitig größten Konkurrenten, dem Theater, im In Referenz-Tribute „Theater-, Kino- und Holzarbeit“. Das Schauspielhaus widmet sich in Kooperation mit dem Filmfestival dem ungewöhnlichen Schaffen des österreichischen Filme- und Theatermachers Ludwig Wüst. Während im Schauspielhaus am 21. März seine Inszenierung von August Strindbergs Theaterstück „Fräulein Julie“ seine Premiere feiert, kann man im Kino „Ägyptische Finsternis“ (2002), „Das Haus meines Vaters“ (2012) und seinen jüngsten Film „Aufbruch“ (2018) sichten, wie das von ihm kurierte Kurzfilmprogramm „Mavericks“. Da Wüst auch das Tischlerhandwerk beherrscht, wird das Tribute durch eine Holzlecture für Fans und Filmschaffende am 20. März im Atelier Gamerith abgerundet.

Der Festivaltrailer „Nationalismus ist Gift für die Gesellschaft“ wurde diesmal von Johann Lurf gestaltet und stellt einen 5-minütigen Auszug aus „Cavalcade“ dar, der im Programm als 3D-Projektion zu sehen sein wird. Lurf hat mit seiner Collage aus Sternenhimmelausschnitten der gesamten Filmgeschichte „“ schon bei der Diagonale 2018 für Aufsehen gesorgt und den Preis für Innovatives Kino dafür mit nach Hause genommen. Er hat ebenfalls ein Kurzfilmprogramm mit dem Titel „Agitation – Ästhetik – Politik“ zusammengestellt, das sich mit politischem Denken, Sprechen, Handeln und Filmemachen auseinandersetzt. Von 13. März bis 22. April findet außerdem die Ausstellung „Johann Lurf – Earth Series mit Laura Wagner und Cavalcade“ im Kunsthaus Graz statt, mit Eröffnung am 12. März um 19:00.
Bild aus dem Film „“ (sixpack film)
Mit dem vollständigen Programm der diesjährigen Diagonale sollen „unsere Augen so zu leuchten beginnen wie die Projektoren“ (Schernhuber). Das gesamte Programm wird am 7. März veröffentlicht. Der Ticketverkauf startet am 13. März.
Die Autorin
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Nina Isele

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