Caines Corner
Caines Corner: Die Oscarverleihung

Caines Corner: Die Oscarverleihung

Special Features von der 86. Oscarverleihung und eine zufällige Begegnung mit Michael Haneke
Mit dem Oscar für Alfonso Cuarón für „Gravity“ und die Auszeichnung für den besten Film „12 Years a Slave“ gab es 2 Premieren in der Oscargeschichte: zum ersten Mal hat ein lateinamerikanischer Director den begehrtesten Filmpreis für die Kategorie „Bester Regisseur“ gewonnen. Gleichzeitig ging auch erstmals die Goldstatue für den „besten Film“ an einen färbigen Filmemacher, nämlich Steve McQueen. Beide Auszeichnungen waren überfällig!

In den anderen Kategorien gab es kaum Überraschungen, sondern fast nur Favoritensiege. Mit „American Hustle“ und „The Wolf of Wall Street“ gab es 2 Filme, die sehr viele Nominierungen hatten, aber die Academy offensichtlich nicht überzeugen konnten. Null Oscars sind einzigartig und werden bestimmt eine besondere Erwähnung in den Geschichtsbüchern finden.

Ellen DeGeneres bemühte sich locker durch die Show zu führen. Das gelang ihr auch teilweise. In Erinnerung wird bleiben:
1. Wenn „12 Years a Slave“ nicht gewinnt, dann seid ihr alle Rassisten.
2. Die Pizzabestellung und Verteilung während der Show. Brad Pitt greift immer wieder in die Tasche um für die Pizza zu bezahlen. Harrison Ford besteht auf eine Serviette.
3. Ein spontanes Gruppenfoto begeistert millionenfach die Twittergemeinde.

Die Übertragung habe ich erstmals im Wiener Gartenbaukino angeschaut. Mein Feedback: SENSATIONELL! Die Organisation war perfekt. Neben Gewinnspielen, Verpflegung und einer sympathischen Moderation gab es ein volles Kino! Die Stimmung war großartig. Dieses Ereignis sollte man unbedingt in den To-Do-Plan für die Zukunft aufnehmen.



Gestern Mittag bin ich dann zum Restaurant Fasanl-Wirt im 3. Bezirk essen gegangen. Neben mir sitzt zufällig Michael Haneke. Diese Chance habe ich für ein interessantes Gespräch über die Bedingungen für Filmemacher in Österreich, Frankreich, Hollywood und die Oscarverleihung genutzt. Das Paradies scheint weiterhin Frankreich zu sein. Ein ähnliches Deja-vu hatte ich kürzlich in München. Da habe ich beim Mittagessen den Tatort-Erfinder Gunter Witte kennengelernt. Diese Begegnungen werde ich noch lange in Erinnerung behalten.

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Der Autor
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Forum

  • Harry Potter Rules

    Nach der Oscar-Verleihung weiß ich nun: Harry Potter ist (Film-)Geschichte. Bei "In memoriam" wird zweier Crewmitglieder gedacht; Emma Watson klatscht dazu artig, ganz seriöse Schauspielerin. Daniel Radcliff kommt nur in Rückblenden vor. Und der ehem. Potter-Produzent gewinnt sieben Oscars für einen seiner anderen Filme.
    apanatschka_bd42685caa.jpg
    05.03.2014, 21:28 Uhr
  • UNCUT @ Oscars

    Also ich bin gerne bereit, die Moderation einer solchen Übertragung zu übernehmen, falls sie UNCUT einmal machen sollte ... Im Grazer UCI gab es ja ein paar Mal ein solches Event, das jedoch eingestellt wurde - warum weiß ich nicht.
    harry.potter_aadba0451b.jpg
    05.03.2014, 12:19 Uhr
  • nachlese

    und eine weitere premiere bei den best pictures: "12YaS" ist der erste film aus schwarzer perspektive - ohne weißem co-lead, der für diese schwarzfärbelung vielleicht auch noch oscars abgeräumt hätte (und ganz ohne glubschäugige schwarze dummerchen). das war mehr als überfällig...

    leer ausgegangen sind neben "AH" (0 von 10; verdient wie ich meine) und "WoWS" (0 von 5) auch die mehrfach nominierten best picture contender "Captain Phillips" (0/6), "Nebraska" (0/6) und "Philomena" (0/4) - im vorjahr ging nur "Beasts of the Southern Wild" leer aus.
    überraschend war einzig der oscar für "Mr. Hublot" - hund schlägt mouse, wieder einmal: mit dem heftig favorisierten "Get a Horse!" unterlag mickey zum neunten mal; der einzige sieg ("Lend a Paw", 1941) ging auf das konto von pluto, mickeys hund - die maus spielte dabei nur eine nebenrolle.
    ansonsten 23 favoritensiege: die guild awards haben sich heuer als verlässlichere oscarbarometer erwiesen als gedacht - 14 von 18 oscars gingen an die branchengewinner. ausnahmen: adapted screenplay (ridley/"12YaS" war aber nicht wählbar), schnitt, kostüm und dokumentarfilm. der lange zeit unter "ferner liefen" gehandelte "20 Feet from Stardom" konnte durch unermüdliches campaigning und fast tägliche auftritte der sänger-stars den kritikerliebling "Act of Killing" in den entscheidenden letzten wochen abhängen - never, never count out weinstein...!

    cate blanchetts euphorisches statement, filme mit frauen im zentrum seien keine nischenexperimente, sie verdienten geld, hält leider einem fact-check nicht stand: nur 4 der 30 einträglichsten filme des jahres 2013 haben frauen im zentrum - "The Hunger Games: Catching Fire" (jlaw), "Gravity", "The Heat" (bullock) - und der zeichentrick "Frozen". der rest läuft wohl doch unter "nischenprodukt".
    in erinnerung bleiben wird mir das "in memoriam" mit roger ebert - dass ein kritiker mit in die liste der verstorbenen hollywoodgrößen aufgenommen wurde, ist ein zeichen der wertschätzung, und seines einflusses.

    "SENSATIONELL": da wär ich glatt dabei - nehme ich doch für mich in anspruch, ein solches event bereits vor jahren dem uncut-CEO vorgeschlagen zu haben... :)
    r2pi_f4e09adb6c.jpg
    04.03.2014, 22:31 Uhr
    • Sensationell

      Es gab ja früher In Graz im UCI immer eine Übertragung der Oscarverleihung, die nicht schlecht besucht war. Für Uncut ist ein solches Event zu organisieren aber wahrscheinlich zu groß/kostspielig.
      Wir werden aber gerne wieder einmal mit den Kinos reden, vielleicht ist da in den nächsten Jahren in Graz wieder was möglich. Uns würde es jedenfalls auch freuen...
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      05.03.2014, 08:20 Uhr
  • Preise

    Bei den Preisen gab es wirklich wenig Überraschungen. In den meisten Fällen haben die Favoriten gewonnen. Bei unserem Gewinnspiel wurde in 22 von 24 Kategorien der Kandidat mit den durchschnittlich am meisten Stimmen ausgezeichnet.
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    04.03.2014, 14:05 Uhr