Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 52

Neu im Kino: Woche 52

Wenn das Kinojahr zu Ende geht ist es an der Zeit mit vielen guten Vorsätzen in das neue Jahr zu blicken.
Wer kennt sie nicht? Die immer wiederkehrenden „guten Vorsätze“ für das neue Jahr. Dass es solche Vorsätze nicht nur zu Silvester und auch nicht nur in der „realen“ Welt geben muss, führen die neuesten Kinostarts vor Augen. Ein Vorsatz ist in gewisser Weise ein Beschluss, das eigene Leben zu verändern. Manchmal hält man sich daran, viel öfter aber vergisst man ihn bereits spätestens zwei Tage nach Silvester wieder. Das heißt aber nicht, dass sich das Leben nicht trotzdem schlagartig ändern kann – oft durch äußere Einflüsse und nicht zuletzt durch etwas Unvorhersehbares wie z.B. eine Alieninvasion…

Darkest Hour
…Diese ändert nicht nur das eigene Leben, sondern das der gesamten Menschheit. Auch die Prioritäten und Ziele, die man sich selbst setzt ändern sich schlagartig. Die größte Intention lautet nun einfach Überleben und als Draufgabe natürlich zu versuchen die Erdbevölkerung zu retten. So geschehen im neuesten Vertreter des zurzeit recht beliebten Alien-Invasions-Genre. Auch wenn es zahlreiche Parallelen zu „World Invasion“, „Skyline“ & Co gibt, haben die Aliens in „Darkest Hour“ immerhin ein visuelles Upgrade erhalten – sie sind schwer sichtbare nichtkörperliche energetische Wesen, die den Vorsatz verfolgen, ohne Rücksicht auf Verluste die Energieressourcen der Erde auszubeuten.

Gianni und die Frauen
Gianni ist 60 und verheiratet. Doch eines glaubt er zu vermissen: Eine junge Geliebte. Überzeugt von seinem Vorsatz diese zu finden macht er sich auf eine Suche voller Rückschläge und humorvoller Momente. Wie auch im ebenfalls diese Woche startenden „The Future“ übernimmt auch hier eine Person Regie, Drehbuch und Hauptrolle. Und ebenfalls handelt es sich um den zweiten Film ebendieser. In diesem Fall heißt dieser Jemand Gianni di Gregorio, der 2008 im zarten Alter von 59 Jahren noch sein Regiedebüt gab.

Blutzbrüdaz
Der Vorsatz der Filmemacher dürfte es wohl gewesen sein, auf keinen Fall einen Film wie „Zeiten ändern dich“ zu drehen, der es fast unmöglich erschienen ließ, dass sich nochmals jemand an einem deutschen HipHop-Film versuchen könnte. Diesmal stehen Sido und B-Tight im Mittelpunkt. Diese mimen sich aber nicht selbst, sondern abgedrehte fiktive Charaktere, die in Berlin anno 2000 den Vorsatz verfolgen, berühmt und erfolgreich zu werden. Ernst nehmen sich die beiden Musiker jedoch nicht und so darf man sich einen Unterhaltungsfilm mit viel Coolness und Selbstironie erwarten.

Tom Sawyer
Fast schon experimentell mutet der Vorsatz von Regisseurin Hermine Huntgeburth an, eine urarmerikanische Geschichte in Europa mit deutschen Schauspielern zu drehen und das ganze wirken zu lassen, wie an den Originalschauplätzen rund um den Mississippi. Hauptdarsteller in diesem nah an Mark Twains Jugendbuch orientiertem Film sind natürlich der aufmüpfige kleine Rebell Tom – gespielt vom 14-jährigen Louis Hofmann und sein Freund Huckleberry Finn, die immer wieder auf den bösen Indianer Joe (Benno Fürmann) treffen…Auch der Vorsatz für das neue Jahr ist ganz klar: Es wird bereits an einer Fortsetzung des Kinderfilms mit dem Namen „Huck Finn“ gefeilt.

Mama Africa
Hierbei handelt es sich um einen Dokumentarfilm über das Leben und Wirken der südafrikanischen Sängerin Miriam Makeba (genannt Mama Africa) vom finnischen Regisseur Mika Kaurismäki. Der Film ist eine Hommage, die neben den künstlerischen Erfolgen auch die politische Aktivistin portraitiert. Der Dokumentarfilm läuft bereits seit einer Woche in Wien und ist jetzt auch in Graz zu sehen.


The Future
Sophie und Jason sind ein durchschnittliches Paar. Die bevorstehende Adoption einer kranken Katze macht ihnen allerdings auf eigenartige Weise die Tristesse des eigenen Lebens bewusst und so beschließen sie im nächsten Monat ihren Alltag grundlegend zu ändern. Während Jason der Umwelt etwas Gutes tun will, setzt Sophie es sich zum Ziel jeden Tag einen neuen Tanz zu erfinden. Dieses tänzerische Element kommt nicht von ungefähr, übernimmt doch die amerikanische Performancekünstlerin Miranda July auch in ihrem zweiten Film Regie, Drehbuch und Hauptrolle. „The Future“ hat allerdings vorerst nur in den Linzer und Wiener Kinos einen Starttermin.
Der Autor
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patzwey

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