Bilder: Senator Fotos: Senator
  • Bewertung

    Death Proof

    Exklusiv für Uncut aus Cannes 2007
    Quentin Tarantino im Geschwindigkeitsrausch. Speziell für Cannes hat er seinen Teil aus dem GRINDHOUSE-Projekt auf 2 Stunden und 7 Minuten geschnitten um daraus einen abendfüllenden Spielfilm zu machen. Die Erwartungen waren sehr hoch und dementsprechend war der Andrang riesig. Was bekam man zu sehen?

    DEATH PROOF stellt ein Extrem im Tarantino-Universum dar, das war aber auch die Absicht. Seine Vorbilder sind 70er Hits wie VANISHING POINT (Fluchtpunkt San Francisco), aber vor allem Midnight-B-Movies, die eine simple Story mit billigen Effekten erzählen, aber unheimlich viel Spass machen. Dieser Vorlage konnte Tarantino erfüllen und zeigt mit seinem Teil, dass er viel Freude beim Drehen von Trash hat - und dieses Mal ist dieser Trash wirklich nicht anspruchsvoll!

    Im Blickpunkt stehen Kurt Russel und sein "Death Proof"-Auto, der als Stuntman Mike es auf junge Mädchen abgesehen hat. Weil Tarantino es liebt extreme Situationen zu zeigen, tut er das mit einem Autocrash gleich 4 Mal - aus 4 verschiedenen Sichten mit 4 Gesichtern des Todes. Doch war es wirklich 4 Mal? Je ne sais pas, es war so schnell vorbei. Einige Zuschauer bejubelten diese Szenen, andere verliessen den Kinosaal - aber das ist halt Tarantino! Im Moment sieht es weniger danach aus, dass er einmal James Ivory in der Inszenierungsart folgen wird. Leider wird das kein kommerzielles Comeback für Kurt Russel werden, da der Film in Amerika in den Charts weit unter den Erwartungen lief - unverständlich! In den USA lief der Film im Doppelpack mit Robert Rodriguezs Teil "PLANET TERROR". Bei uns in Europa starten die Filme getrennt voneinander.

    Nach KILL BILL zeigt der ehemalige Videothekar und Filmeliebhaber wieder, dass Frauen in seinem Universum erneut Platz als Helden finden. Im Schlussakt wird aus dem Jäger der Gejagte - die Damen rächen sich an Stuntman Mike! Tarantino kopiert sich mit einem Augenzwinkern selbst und schafft es ein x-tes Mal das Publikum mit "Kleinigkeiten" zu begeistern, so wie z.B. als das Handy im Film läutet und die Melodie von KILL BILL zu hören ist - eine großartige Idee!

    DEATH PROOF ist ein B-Movie im A-Gewand, das nur unterhalten will. Wer mit Tarantino nichts anzufangen weiss, sollte einen großen Bogen um das Kino machen, für den Rest gilt: Just enjoy!
    leandercaine_0fc45209c9.jpg
    22.05.2007
    13:11 Uhr