Bilder: Filmladen, KGP Kranzelbinder Gabriele Production Fotos: Filmladen, KGP Kranzelbinder Gabriele Production
  • Bewertung

    Bist du mit Anfang 30 immer noch nicht „angekommen“???

    Exklusiv für Uncut von der Diagonale
    Wenn man sich vor der Projektion ein wenig über den Inhalt von Hannes Starzs Film informiert hat, wartet man sehr ungeduldig darauf, dass das wilde, freie Partyleben der Protagonistin Anna (Valerie Pachner) ein abruptes Ende findet. Vielleicht ist es aber nicht nur die Erwartung, die die Synopsis des Films schürt, sondern auch ein bisschen die moralische Einstellung, die man von älteren Angehörigen der Gesellschaft oder von Familienangehörigen mitbekommen hat. Man könnte sagen, dass sich der Moralapostel im Kopf nicht ganz entspannt zuschauen kann, während sich der Teufel dem Freudentaumel komplett hingibt. Immerhin muss einiges passieren, bis Anna von ihrer Achterbahnbahnfahrt aussteigt und keine weitere „Münze“ mehr einwirft.

    „Another coin for the merry go-round“ startet mit der Essenz, die das Leben der vier Freunde, um die sich der Film dreht, zusammenhält: Musik. Im Klub, in dem Anna arbeitet, darf das Publikum einige Ausschnitte von Live-Auftritten von Bulbul und weiteren Bands der Wiener Musikszene genießen. Die Kamera (Marianne A. Borowiec) fängt die Musiker eindringlich nah ein und die Soundaufnahmen tun ihr Übriges, um in musikalischen Underground einzutauchen. Doch Anna, Niko und Ilias sind nicht nur bei Auftritten von anderen Bands im Publikum, sondern sie proben vor allem selber und schreiben Lieder für ihre Band. Hier darf man Valerie Pachner von einer neuen Seite kennenlernen, denn sie singt mit Voodoo Jürgens gemeinsam und spielt Keyboard.

    Doch auch Voodoo Jürgens kommt aus seinem gewohnten Umfeld als Musiker heraus und überzeugt als Schauspieler. Wenn man an seine Live-Auftritte denkt, verwundert das nicht sehr, denn seine Konzerte ähneln meist schon einem kleinem Schauspiel.
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    (Nina Isele)
    11.07.2021
    13:09 Uhr