Filmkritik zu Robolove

Bilder: Stadtkino, Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion Fotos: Stadtkino, Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
  • Bewertung

    Die (unbegründete) Angst vor der künstlichen Intelligenz

    Exklusiv für Uncut von der ViENNALE
    Der Film „Robolove“ von der Filmemacherin Maria Arlamovsky beginnt mit einer Einstellung die einen jungen Mann mit einer weiblichen Puppe zeigt. Der Mann behandelt die Puppe, wie seine Freundin. Er liegt mit ihr auf dem Rasen, fährt mit ihr Rad und legt seinen Kopf in ihren Schoß. Die „Freundin“ besteht aus Silikon ein Material, das auch bei der Erstellung von humanoiden Robotern verwendet wird.

    Diese Maschinen verbinden die Eigenschaften von lebensechten Puppen, wie sie der junge Mann verwendet um seiner Einsamkeit zu entkommen, mit dem Versuch menschenähnliche Bewegungen nachzuahmen und mit künstlicher Intelligenz zu versehen, um den Anschein von Menschlichkeit zu erzeugen. Diese Roboter wurden und werden in manchen SciFi-Spielfilmen oftmals als Bedrohung für die Menschheit dargestellt.

    Durch „Robolove“, der sich mit führenden EntwicklerInnen der Szene beschäftigt und deren Erkenntnisstand offenbart können diese Ängste, die durch Romane und Filme geschürt werden, jedoch schnell widerlegt werden. Die Filmemacherin selbst gibt an, dass sie während der Dreharbeiten zum Film immer wieder enttäuscht war, wie wenig die Roboter tatsächlich können bzw. wie groß der Unterschied zum Menschen noch ist.

    Der Film dreht sich deshalb nicht nur um das Technische und die Fakten hinter den menschenähnlichen Maschinen, sondern vielmehr behandelt der Film unsere Beziehung zu diesen Entwicklungen. Der Film ergründet, inwiefern wir bereit sind für Roboter, die uns ähnlicher werden und welche Erwartungen bzw. Ängste wir hiermit verbinden. Anstatt die neuen Technologien zu fürchten, ist die Kernaussage des Films deshalb, dass wir uns selbst fragen sollten was wir von diesen Entwicklungen erhoffen. Wir müssen uns demnach über den Nutzen und den Wert dieser Maschinen erst klarwerden.

    Der Film schafft es einerseits eventuelle Vorbehalte und Berührungsängste abzubauen und zeigt andererseits, dass wir Neuem bzw. Fremden nicht immer Negativ eingestellt sein sollten. „Robolove“ legt somit nahe, dass wir durch Offenheit und Beteiligung mehr zurückbekommen, als durch Abgrenzung und im besten Fall eventuelle Hoffnungen und Wünsche durch Zusammenarbeit in Erfüllung gehen könnten.
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    (Daniel Pramberger)
    15.11.2019
    13:34 Uhr

Robolove

Österreich 2019
Regie: Maria Arlamovsky
AT-Start: 27.03.2020  (noch 102 Tage)