Bilder: Warner Bros Fotos: Warner Bros
  • Bewertung

    Langwieriges Melodram ohne Fokus

    Exklusiv für Uncut
    Einst wurde John Crowleys Filmadaption von Dona Tartts Bestsellerroman „Der Distelfink“ noch als potentieller Kandidat für die kommende Oscar-Season gehandelt. Ausgestattet mit einem hochkarätigem Schauspielensemble, einem Regisseur, der bereits zuvor für seine Romanze „Brooklyn“ viel Lob einheimsen durfte und einen der angesehensten Kameramänner Hollywoods schien es lange Zeit so, als könnte hier Großes auf uns zukommen. Das fertige Ergebnis entpuppt sich leider jedoch als herbe Enttäuschung. Trotz überaus talentierter Schauspieler wie unter anderem Nicole Kidman, Ansel Elgort, Finn Wolfhard, gibt der Film diesen kaum was zu tun oder lässt diese gar völlig hölzern daherkommen (*hust hust Ansel Elgort*). Befremdlich kommt zudem die Entscheidung „Stranger Things“-Star Finn Wolfhard seine Figur mit einem unglaublich gekünstelten ukrainischen Akzent mimen zu lassen, der teilweise sogar für unfreiwillige Komik sorgt.

    Narrativ gesehen wirkt das Ganze viel zu zerschnitten und nahezu inkohärent sprunghaft erzählt, weshalb dem Film eine klare erzählerische Linie fehlt. Aus dem ganzen Chaos können leider auch ein paar schöne Bilder von Oscar-Preisträger Roger Deakins nicht mehr aushelfen, die wohlgemerkt sowieso nicht das gewohnte Niveau des hochgeschätzten DOP erreichen.

    „Der Distelfink“ denkt er würde große Aussagen über Kunst und die Welt treffen, schlussendlich handelt es sich hier aber um wenig mehr als ein oberflächliches Melodram, das mit seinen vorhandenen schmackhaften Zutaten leider wenig anfangen kann und teilweise sogar schon fast in lächerliche Banalität rutscht. Schade!
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    (Christian Pogatetz)
    12.10.2019
    13:23 Uhr