Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 34/2020)

Neu im Kino (Woche 34/2020)

Diese Woche startet unter anderem ein polnischer Film, der nur knapp das Rennen um den diesjährigen „Auslands-Oscar“ verloren hat, sowie ein deutsch-kosovarisches Drama, das schon in Sundance und auf der Berlinale gezeigt wurde.
Bevor nächste Woche Christopher Nolans lang ersehnter Megablockbuster „Tenet“ endlich wieder für gutbesuchte Kinosäle im ganzen Land sorgen wird, dürfen sich Cineasten diese Woche einer kleinen aber hochwertigen Auswahl an Neustarts erfreuen.

Foto: Stadtkino

Corpus Christi

Das polnische Drama „Corpus Christi“ von Jan Komasa wurde im Zuge der letztjährigen Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, im Februar diesen Jahres durfte der Film gemeinsam mit vier anderen Werken sogar um einen Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film“ wetteifern.

Der Film folgt dem jungen Daniel, der nach einer Haftstrafe gerne Priester werden würde, was auf Grund seiner Vorstrafe allerdings nicht mehr möglich ist. Als Teil seiner Resozialisierung soll Daniel schließlich als Arbeiter in einem Sägewerk eingesetzt werden. Dort beschließt er kurzerhand sich im nächsten Dorf als Priester auszugeben. Der unkonventionelle „Geistliche“ eckt anfangs an, doch schon bald hat ihn beinahe die gesamte Dorfgemeinschaft ins Herz geschlossen.

„Corpus Christi“ basiert lose auf einer wahren Begebenheit und zählt zu den bestrezensiertesten polnischen Filmen der letzten Jahre.

Foto: Alamode Film, Pandafilm

Exil

Bereits im Februar wurde der Spielfilm „Exil“ des deutsch-kosovarischen Regisseurs Visar Morina in der Sektion Panorama der Filmfestspiele von Berlin erstmals einem deutschsprachigen Publikum vorgestellt, nun findet das Drama seinen Weg in ausgewählte österreichische Kinostätten. Der Film thematisiert den Alltag eines aus dem Kosovo stammenden Pharmaingenieurs, Xhafer, der sich innerhalb der deutschen Gesellschaft mehr und mehr missachtet und verstoßen fühlt und seine Arbeitskollegen verdächtigt, ihn wegen ausländerfeindlicher Vorurteile zu mobben. Xhafer steigert sich zunehmend in die Vorstellung hinein, dass seine gesamte Umgebung gegen ihn sei und gerät so in eine Abwärtsspirale.

Foto: Polyfilm, Capelight

Follow Me

Auch Genrefans kommen diese Woche auf den Geschmack: Der Horrorthriller „Follow me“ von Will Wernick, in welchem einem übermutigen Influencer in einem russischen Escape Room das Fürchten gelehrt wird, verspricht Nervenkitzel pur.

Foto: Filmladen

Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden

Die spanische Tragikomödie „Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden“ (oder „Advantages of Traveling by Train“, wie der Film international heißt) von Aritz Moreno erzählt die spannenden Geschichten des Psychiaters Ángel, der während einer Zugfahrt der zufällig mitreisenden Verlegerin Helga seine ungewöhnlichsten Fälle darlegt.

Foto: Polyfilm

Maiden

Zu guter Letzt stößt auch die Dokumentation „Maiden“ zum österreichischen Kinoprogramm hinzu. Der Dokumentarfilm wirft Licht auf die unglaubliche Geschichte der jungen Skipperin Tracy Edwards, die 1989 mit einer komplett weiblichen Besatzung an der Segel-Regatta „Whitbread Round the World Race“ teilnahm und so ein Zeichen gegen die vorherrschende Misogynie im Segelsport setzte.
Die Autorin
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juliap

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