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Indie Inside: Titus Probst auf dem steinigen Weg zum Rockstar

Marina und Torben haben sich den neuen Film über den Grazer Künstler Titus Probst „Wie ich sein will“ angesehen und durften ihm ein paar Fragen zu seinem Selbst und seinem Film stellen.
Peter Spall und Michael Fellner haben einen Film mit und über Titus Probst gemacht. „Wie ich sein will“ feierte letzten Samstag seine Filmpremiere mit gleich zwei ausverkauften Screenings im Rechbauerkino. Diesen Samstag (26.03) wird er auch in Wien im Tonkino Saalbau zu sehen sein. Am Tag nach der Premiere trafen wir Titus Probst im Café Ritter auf ein Interview, ein Selfie und, um Zigaretten bei ihm zu schnorren.

„Wie ich sein will“ versteht sich als Kreuzung zwischen Musikfilm und Mockumentary, die laut Titus Probsts Angaben „zu 70% echt“ ist. Größtenteils autobiographisch und selbstironisch wird die Geschichte vom (fiktiven) Theodor Jetzl erzählt, der gelangweilt als Ofenbauer arbeitet und in seiner Freizeit gern in einer Band Musik macht. Als diese ihn jedoch rauswirft, weil er nicht genug Team-Player ist, ist er wortwörtlich am Boden zerstört. Erst als ihm im Traum (oder war es im Suff?) Arnold Schwarzenegger erscheint und ihm wieder auf die Beine hilft, hat er eine Erleuchtung. Es braucht keine Band, um Musik zu machen, sondern lediglich einen (echten) Titus Probst.

Den echten und den fiktiven Titus kann nur ein wahrer Kenner auseinanderhalten, oder eine neugierige Uncut-Redaktion, die einfach nachfragt. Eigentlich ist Titus gelernter Glasbläser, nicht Ofenbauer. Um sich in den kleinen fiktiven Teil seiner Rolle einzuleben, recherchierte er lustige Hafner-Anekdoten im Internet. Auch ist der echte Titus Probst sehr wohl ein Team-Player. Er lässt sich zwar nicht immer gerne reinreden, meint aber: „Du musst Hilfe annehmen, du musst anderen helfen. Alleine kommst du nicht weit“. Die Faszination für Arnold Schwarzenegger haben die beiden „Titusse“ aber gemeinsam. Als Titus noch ein Kind war, war sein Vater im Auftrag des ORF in den USA und kehrte mit einem Autogramm der beliebten Bodybuilder- und Actionikone Arnie zurück. Außerdem gesteht er „wär ich manchmal gern so ehrgeizig wie Arnold Schwarzenegger“.

Wie ich sein will

Titus Probst ist Kunstfigur und Figur, die Kunst macht. Er selbst beschreibt sich als „70% Musiker und 30% Kabarettist“, das Publikum nimmt das jedoch oftmals umgekehrt wahr. Sein Auftreten schreit White-Trash und bringt sofort ein Schmunzeln in jedes Gesicht. Dabei ist vieles ernster gemeint, als man vermuten würde. Als er etwa im Film singt „das Kondom ist geplatzt und ich bin auf die Welt gekommen neun Monate danach“, bekam Titus feuchte Augen, während das Publikum Tränen lachte. Aber trotzdem geht eine gewisse Sentimentalität, die der Film einfängt, nicht ganz an einem vorüber, eine Sentimentalität hervorgerufen durch das Streben nach Selbstverwirklichung...oder so ähnlich. Denn verwirklicht hat sich Titus Probst noch nicht, aber er ist schon mal er selbst. So feiert er etwa eine große Party, als sein Song „Nur wegen dir“ 7.000 Klicks auf YouTube erreicht (mittlerweile sind es übrigens schon fast 10.000).

Wie ich sein will“ ist jedenfalls ein gelungener Film, bei dem man den Grazer Künstler Titus Probst kennenlernen darf, ausnahmsweise von jemand anderem als sich selbst in Szene gesetzt. Will man ihn persönlich kennenlernen, so hat man die Chance, ihn am 1. April im Grazer Club Sub live zu erleben und ihn seiner Selbstverwirklichung ein Stückchen näher zu bringen.

Titus Probst

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit von Marina Ortner und Torben Folger.
Die Autorin
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Stadtneurotikerin


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