Filmkritik zu Monuments Men

Bilder: 20th Century Fox Fotos: 20th Century Fox
  • Bewertung

    Charmant und routiniert, aber unausgewogen

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2014
    Nach dem Politthriller „The Ides Of March“ hat sich George Clooney für seine neueste Regiearbeit diesmal das Genre des Kriegsfilmes ausgesucht. Um die Aufgabe noch ein wenig anspruchsvoller zu machen, entschied er sich für ein Thema aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und er befindet sich dabei in illustrer Gesellschaft, denn kaum eine Epoche der Geschichte wurde so intensiv filmisch bearbeitet. Seinem Publikum etwas wirklich Neues zu bieten bzw. einem bereits bekannten Aspekt einen neuen Blickwinkel zu verleihen, war also eine echte Herausforderung. Prinzipiell war es daher sicherlich eine kluge Entscheidung, das Thema der von den Nazis geraubten Kunstwerke zu wählen, das Resultat steht jedoch mit sich selbst gewissermaßen auf Kriegsfuß.

    Im ersten Drittel des Filmes versucht Clooney in der gewohnten und auch bewährten Weise seine Truppe vorzustellen und die Mission, auf die sie sich gemeinsam begeben, zu umreißen. Dieser Teil gelingt ihm noch ganz gut und schafft einen Sympathiebonus beim Zuseher, der sich im Laufe des weiteren Filmes jedoch leider mehr als aufbraucht. Schließlich fügt er der Geschichte noch zwei weitere Nebenschauplätze bzw. Handlungsstränge hinzu, zu denen er immer wieder ausweicht bzw. die sich nur lose mit dem Hauptstrang verbandeln lassen. Wie wohl die Russen, die ebenfalls hinter den Kunstwerken her sind, etwas mit der Geschichte zu tun haben, so marginal wirken sie letzten Endes beim Publikum. Und auch das zarte und harmlose Techtelmechtel zwischen der französischen Kunstsachverständigen Claire (C. Blanchett) und James (M. Damon) erscheint trotz aller liebevollen Inszenierung mehr wie eine Art Pausenfüller zwischen dem Programm. Was zuerst scheinbar schwierig umzusetzen ist, geht im Laufe des Filmes dann plötzlich ganz schnell und ist dann ebenso flott zu Ende. Daraus lässt sich schließen, dass das richtige Maß für das beste Tempo beim Schnitt auf der Strecke geblieben ist. Diesem strukturellen Defizit stehen aber wie gewohnt hervorragende Leistungen aller Beteiligten vor der Kamera gegenüber und allen Schwächen zum Trotz ist der Film immer noch ganz unterhaltsam.
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    (Dr. Markus Löhnert, MA)
    08.02.2014
    23:28 Uhr
    Draco dormiens nunquam titillandus.
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