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63.1% Bewertung
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    Helden für die Kunst

    Während die Alliierten Europa von den Nazis befreien, versuchen sieben beherzte Männer, die von ihnen geraubten Kunstschätze zurückzuklauen. Dafür hat sich Regisseur und Hauptdarsteller George Clooney eine Promi Riege zusammengestellt. Und damit es keine reine Männeraktion wird, hat er Cate Blanchett als Claire Simone, die im Jeu de Paume unter den Nazis gearbeitet hat, mit ins Boot geholt. Die vielen kleinen Geschichten, die hier erzählt werden, beruhen auf Tatsachen und so ist auch eher eine an eine Dokumentation in Episodenform erinnernde Version herausgekommen.
    Es gibt sogar zwei tote Helden: einen französischen Leutnant (Jean Dujardin) und einen englischen (Hugh-DowntownAbbey-Bonneville). Aber ihr dahinscheiden wird so cool abgehandelt wie Gartenarbeit im Winter. Und von Anfang an hat niemand daran gezweifelt, dass George Clooney die Michelangelostatue der Madonna am Ende findet. Nur eine Episode enthält etwas Spannung und das muss wohl für den ganzen Film reichen, denn sie besitzt echte Spielfilmqualitäten: die von Claire Simone und dem amerikanischen Kunstkenner James Granger (Matt Damon). Und das liegt nicht zuletzt auch an ihren Nazi-Vorgesetzten Viktor Stahl (Justus von Dohnanyi).
    Es ist kein richtiger Kriegsfilm. - Der Krieg ist hier ein Kinderspiel. - Es ist aber auch kein richtiger Kunstfilm. – Von den weltberühmten Gemälden sieht man zu wenig. - Es ist schon gar nicht ein Liebesfilm. – Lediglich die Krawatte von James, die ihm Claire geschenkt hat, deutet Sympathie an. Für eine Komödie sind die Jokes zu dürftig und der Stoff zu ernst. Und doch gibt es von alledem ein bisschen. Dass die Jungs tonnenweise Nazigold finden, ist klar. Die deutschen Darsteller (Geisler, Brandner und Handtke) verbreiten mit ihren Rollen Entsetzen, zwei Amis (Murray und Balaban) sorgen für Komik. Und Action allein ist kein Garant für Spannung.
    Der Film hat Längen, eine ganze Portion Patriotismus und schließt mit einer Message, die diskutiert werden kann. “Es war es wert Menschenleben für den Erhalt der Kunst zu opfern, denn ein Kunstwerk ist mehr wert als ein Menschenleben.“ ?!
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    25.04.2016
    10:35 Uhr
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    zwei leben für die kunst

    ein an sich spannendes thema: wie hierzulande jeder weiß, wurden während hitlers raubzügen in ganz europa museen, bildersammlungen und privatwohnungen systematisch geplündert, um für sein 1000-jähriges reich in der neu zu fassenden perle linz ein "führermuseum" mit rembrandts, rubens und gestohlenen altären voll zu rammeln; picassos und anderes entartetes war zum wohle der artgerechten volkskultur zu vernichten. als der blitzkrieg sich dann doch ein bissel in die länge zu ziehen begann und die aussicht auf eine baldige gleichenfeier für das museum immer düsterer wurde, wurden die kunstschätze versteckt – meist in sicheren salzlagerstätten oder in anderen geeigneten bergwerksstollen.

    und da beginnt die story des films: sieben männer unter dem kommando des angegrauten kunstexperten frank stokes (george clooney) schmeißen sich in soldatenmontur und ziehen – nicht an die front, sondern der front hinterher, um die kunstwerke vor den destruktiven deutschen (die alles vernichten wollen, was sie nicht mehr selbst behalten können) und den raffgierigen russen (die die kostbarkeiten als reparation für erlittene schäden am vaterland einkassieren wollen) zu retten und anschließend an die früheren eigentümer zu retournieren – um den beraubten völkern "ihre geschichte wieder zu geben".

    kleinliche streitigkeiten, wie groß die rolle der amis dabei tatsächlich war, und inwieweit die bevölkerung sich ihre eigene geschichte selbst wieder zurückgeholt hat, mögen dabei außen vor bleiben – sie spielen keine rolle: the monument's men ist eine ernste geschichte halb-spaßig aufbereitet, ein purer spiel-film mit ältlichen, wohlgenährten herren, die kunsträuber und soldat spielen wollen und den anrückenden sowjets schon gern mal mit dem gehissten sternenbanner über dem ausgeräumten stolleneingang den stinkefinger zeigen.

    was bleibt eigentlich im gedächtnis: eine vielzahl an schauplätzen (das pariser jeu de paume, bestens verwaltet von cate blanchett, merkens mit den goldreserven, die heilbronner mine mit den verbrannten artefakten, die skulpturen in neuschwanstein oder altaussee mit dem verschollenen genter altar, der umgedreht als tischplatte zweckentfremdet wurde), der scherz mit einer landmine und massenhaft zahngold.
    einer der wenigen ernsteren momente: zwei der truppe verlieren ihr leben bei dieser rettungsaktion – "war es das wert?" nun, zumindest haben die herren in uniform durch diesen blutzoll bewiesen dass sie "doch soldaten" sind.

    fazit: uninspiriert, spannungs- und (leider) belanglos, und mehr peinlich als komisch.
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    31.01.2015
    19:23 Uhr
  • Bewertung

    Gute Absicht? Schwache Umsetzung!

    Die Geschichte um die MONUMENTS MEN ist nicht nur spannend, sondern auch topaktuell! Was Clooney daraus machte, ist ein netter, einseitiger und oberflächlicher TV-Film! Daraus hätte man viel mehr machen können ...
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    23.02.2014
    19:50 Uhr
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    Charmant und routiniert, aber unausgewogen

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2014
    Nach dem Politthriller „The Ides Of March“ hat sich George Clooney für seine neueste Regiearbeit diesmal das Genre des Kriegsfilmes ausgesucht. Um die Aufgabe noch ein wenig anspruchsvoller zu machen, entschied er sich für ein Thema aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und er befindet sich dabei in illustrer Gesellschaft, denn kaum eine Epoche der Geschichte wurde so intensiv filmisch bearbeitet. Seinem Publikum etwas wirklich Neues zu bieten bzw. einem bereits bekannten Aspekt einen neuen Blickwinkel zu verleihen, war also eine echte Herausforderung. Prinzipiell war es daher sicherlich eine kluge Entscheidung, das Thema der von den Nazis geraubten Kunstwerke zu wählen, das Resultat steht jedoch mit sich selbst gewissermaßen auf Kriegsfuß.

    Im ersten Drittel des Filmes versucht Clooney in der gewohnten und auch bewährten Weise seine Truppe vorzustellen und die Mission, auf die sie sich gemeinsam begeben, zu umreißen. Dieser Teil gelingt ihm noch ganz gut und schafft einen Sympathiebonus beim Zuseher, der sich im Laufe des weiteren Filmes jedoch leider mehr als aufbraucht. Schließlich fügt er der Geschichte noch zwei weitere Nebenschauplätze bzw. Handlungsstränge hinzu, zu denen er immer wieder ausweicht bzw. die sich nur lose mit dem Hauptstrang verbandeln lassen. Wie wohl die Russen, die ebenfalls hinter den Kunstwerken her sind, etwas mit der Geschichte zu tun haben, so marginal wirken sie letzten Endes beim Publikum. Und auch das zarte und harmlose Techtelmechtel zwischen der französischen Kunstsachverständigen Claire (C. Blanchett) und James (M. Damon) erscheint trotz aller liebevollen Inszenierung mehr wie eine Art Pausenfüller zwischen dem Programm. Was zuerst scheinbar schwierig umzusetzen ist, geht im Laufe des Filmes dann plötzlich ganz schnell und ist dann ebenso flott zu Ende. Daraus lässt sich schließen, dass das richtige Maß für das beste Tempo beim Schnitt auf der Strecke geblieben ist. Diesem strukturellen Defizit stehen aber wie gewohnt hervorragende Leistungen aller Beteiligten vor der Kamera gegenüber und allen Schwächen zum Trotz ist der Film immer noch ganz unterhaltsam.
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    08.02.2014
    23:28 Uhr