Berlinale 2024
Berlinale 2024 - Special

Berlinale 2024 - Special

Adam Sandler fliegt ins All, Amanda Seyfried wird zur Theaterregisseurin, Hunter Schafer verschlägt es in die deutschen Alpen: all das und vieles mehr kann man heuer im „Berlinale Special“ entdecken.
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von (chrosTV )
Die Berlinale naht: in knapp einer Woche wird die hippe Metropole an der Spree zum 74. Mal zum Epizentrum der zeitgenössischen Kinokunst. Zehn Tage lang wird Stars und Sternchen aus Nah und Fern der Rote Teppich ausgerollt, Regisseurinnen und Regisseuren die seltene Möglichkeit zum künstlerischen Austausch geboten. Das letzte von Carlo Chatrian kuratierte Filmprogramm verspricht einen bunten Mix aus aller Welt. Wie immer lauern die Festivalschätze jedoch natürlich nicht nur im Wettbewerb, dem vielbeachteten Kampf um den begehrten Hauptpreis: dem Goldenen Bären. Nein, auch abseits hochdotierter Trophäen darf man sich auf mancherlei Goldstück freuen - allen voran im durchwegs gut besetzten „Berlinale Special“.

Neues aus Hollywood

Ingesamt 20 Filme und Serien und ein Kurzfilmprogramm werden im Rahmen des 2024er „Special“ gezeigt. Selbstverständlich hat sich auch Starbesetztes aus der Traumfabrik erneut unter das Programm gemischt. Mit Spannung erwartet wird unter anderem die Weltpremiere von „Spaceman - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“, der aufgrund des Netflix-Vertriebs leider lediglich in Berlin über die große Leinwand flimmern darf. In dem Space-Drama zeigt sich kein Geringerer als Adam Sandler von einer ungewohnt ernsten Seite. Als erster tschechischer Astronaut wird seine Figur darin in die unberechenbaren Weiten der Milchstraße befördert - und begibt sich auf einen existentiellen, visuell berauschenden Trip.
Spaceman Bild aus dem Film „Spaceman“ (Netflix)

Nicht weniger glanzvoll besetzt ist mit „Seven Veils“ die neueste Regiearbeit von Atom Egoyan. Amanda Seyfried spielt in diesem Drama eine Theaterregisseurin, die eine Oper von Richard Strauss neu interpretieren soll. Die Arbeit am Bühnenstück wird für sie zur Aufarbeitung vergangener Traumata.

Allerlei Genrekost

Auf ihre Kosten kommen sollten ebenso Aficionados des Blut- und Beuschelkinos. Mit „Cuckoo“ entführt Tilman Singer, der mit dem faszinierend-konfusen Genre-Experiment „Luz“ auf sich aufmerksam machte, in die deutschen Alpen. Hunter Schafer („Euphoria“) schlüpft in die Rolle einer jungen Frau, die im hochgelegenen Feriendomizil mit furchteinflößenden Machenschaften konfrontiert wird. Ebenso groß ist die Vorfreude auf „Love Lies Bleeding“, der bei seiner Premiere am Sundance-Festival bereits viel Lob kassieren durfte. Im neuen Film von Rose Glass („Saint Maud“) verkörpert Kristen Stewart eine Fitnesstrainerin, die sich kopfüber in eine Bodybuilderin verliebt. Ersten Stimmen zufolge verspricht der romantische Thriller eine brisante Mischung aus Pulp- und Gewaltexzessen.
Love Lies Bleeding Bild aus dem Film „Love Lies Bleeding“ (A24)

Wer's nicht ganz so blutig, dafür umso spannender möchte, sollte sich an „The Roundup: Punishment“ versuchen. Im vierten Teil der südkoreanischen Actionsaga muss der kriminelle Kopf eines Onlinespielerings ausfindig gemacht werden.

Schätze des Weltkinos

Fans von Asia-Kino dürfen sich darüber hinaus auf drei Spielfilme mit japanischer Beteiligung freuen. Darunter u.a.: Kyoshi Kurosawas „Chime“, in dem ein junger Kochlehrling von Stimmen in seinem Kopf geplagt wird. Richtig multinational geht es in „Treasure“ zu, der neuen Arbeit der Regisseurin Julia von Heinz. „Girls“-Star Lena Dunham spielt in der deutsch-französischen Koproduktion eine US-Journalistin, die in Polen ihre jüdischen Wurzeln erforscht. Mit Namen wie Stephen Fry ist die Tragikomödie selbst in Nebenrollen prominent besetzt. Weniger Hollywood-Glamour gibt es dagegen im jordanischen Drama „The Strangers' Case“. Inmitten der Trümmer des nordsyrischen Aleppos erzählt Brandt Andersen eine Geschichte über Flucht und Leid. Man sieht: auch 2024 bleibt der „Special“-Sektor am Zahn der Zeit - und das ist gut so.

Berlinale Special Gala

Cuckoo
Deutschland 2024, Regie: Tilman Singer
Love Lies Bleeding
USA/UK 2024, Regie: Rose Glass
Seven Veils
Kanada 2023, Regie: Atom Egoyan
Spaceman
USA 2024, Regie: Johan Renck
The Roundup: Punishment
Südkorea 2024, Regie: Heo Myeong Haeng
The Strangers' Case
Jordanien 2024, Regie: Brandt Andersen
Treasure
D/F 2024, Regie: Julia von Heinz

Berlinale Special

Abiding Nowhere
USA/TW 2024, Regie: Tsai Ming-liang
August My Heaven
Japan 2024, Regie: Riho Kudo
At Averroès & Rosa Parks
Frankreich 2024, Regie: Nicolas Philibert
Chime
Japan 2024, Regie: Kiyoshi Kurosawa
Das leere Grab
D/TZ 2024, Regie: Cece Mlay, Agnes Lisa Wegner
Elf Mal Morgen: Berlinale Meets Fußball
Deutschland 2024, Regie: Maximilian Bungarten, Anna-Maria Dutoit, Kilian Armando Friedrich, Indira Geisel, Eva Gemmer, Felix Herrmann, Hannah Jandl, Justina Jürgensen, Hilarija Ločmele, Daniela Magnani Hüller, Sophie Mühe, Camille Tricaud, Marie Zrenner
exergue - on documenta 14
Griechenland 2024, Regie: Dimitris Athyridis
Filmstunde_23
Deutschland 2024, Regie: Jörg Adolph, Edgar Reitz
Made in England: The Films of Powell and Pressburger
Großbritannien 2024, Regie: David Hinton
Sasquatch Sunset
USA 2024, Regie: David Zellner, Nathan Zellner
Shikun
CH/F/Isr 2024, Regie: Amos Gitai
The Box Man
Japan 2024, Regie: Gakuryû Ishii
Turn in the Wound
USA/D/I/ UK 2024, Regie: Abel Ferrara
sowie die Serien
Dostoevskij“ von Damiano und Fabio D’Innocenzo
Supersex“ von Matteo Rovere, Francesco Carrozzini und Francesca Mazzoleni
Der Autor
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chrosTV

Forum

  • Berlinale Special Gala

    Kann mir jemand die vielleicht blöde Frage beantworten. Wie es bei der Sektion Berlinale Special Gala abläuft? Muss man da "aufgebrezelt" erscheinen oder geht es auch leger wie in den anderen Sektionen? Danke
    15.02.2024, 11:33 Uhr
    • Gala

      Nein, aufgebrezelt „muss“ man nicht gekommen. Es ist zwar im Gegensatz zu den normalen „Berlinale Specials“ eine festlichere Premiere mit einem größeren roten Teppich und es sind natürlich auch die Stars des Films und viele schick gekleidete Gäste dabei, aber selbst hier gibt es immer auch ganz „normales“ Publikum das ohne Anzug und Abendkleid im Kino ist. Ist nicht so streng wie in Cannes wo sogar die Fotografen einen schwarzen Anzug tragen müssen.
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      15.02.2024, 14:41 Uhr