Hochzeit auf Griechisch oder neue Geschichten vom kleinen Franz? Die Entscheidung dürfte diese Woche leicht fallen, ist die Auswahl an neuen Kinostarts ja kleiner als üblich.
Es darf schon wieder geheiratet werden…und das zum dritten Mal. In der aktuellsten Fortsetzung des romantischen Überraschungshits aus dem Jahr 2002 verschlägt es die Portolakos-Familie erstmals direkt nach Griechenland. Das einstige Mauerblümchen Toula (Nia Vardalos: im neuesten Teil auch als Regisseurin aktiv) und die restliche Verwandtschaft betrauern Papa Gus (sein Darsteller Michael Constantine kam 2021 im Alter von 94 ums Leben). Eine große Familienreunion steht bevor. Sie alle kommen mit ins Inselparadies: Ehemann Ian (John Corbett), Teenage-Töchterchen Paris (Elena Kampouris), Schwester Voula (Andrea Martin). Es wird ausgiebig geköstigt, getrunken, gefeiert und geturtelt. Zwischen Sommer, Strand und Sonnenschein kommt manches gut behütetes Geheimnis ans Tageslicht. Eben solche, die der verstorbene Patriarch mit ins Grab nehmen wollte.
Der kleine Franz ist zurück! In seinem zweiten Leinwandabenteuer wird der Titelheld (Jossi Jantschitsch, Sohn von Musikerin Eva Jantschitsch und „Maschek“-Hälfte Peter Hörmanseder) aus der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Christine Nöstlinger vor neue Herausforderungen gestellt. Während seine besten Freunde Gabi (Nora Reidinger) und Eberhard (Leo Wacha) sich konstant in die Haare kriegen, hält Franz als unparteiischer Streitschlichter her. In Wien treibt inzwischen ein rätselhafter Räuber sein Unwesen. Eine Diebstahlserie, die auch die drei Volkschüler*innen zum Grübeln anregt.
Der amerikanische Meeresfotograf Patrick sieht es als Pflicht, seine spektakulären Schnappschüsse der Außenwelt nicht vorzuenthalten. Einen besonderen Draht hat sich der Kamerawunderknabe zu einem ganz speziellen Meeresbewohner aufgebaut: dem Wal. Tagein, tagaus taucht er mit den gigantischen Kreaturen durch die Weiten der Weltmeere und hat sogar einen Weg der Kommunikation entdeckt. Die entstandenen Eindrücke präsentiert er in seiner neuesten Doku. Vordergründig die Entstehung einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Mensch und Tier: die zur Pottwälin Dolores.
Aufgestiegen als junger Hoffnungsträger der Konservativen, gefallen als Paradebeispiel für Machtmissbrauch und Korruption: die politische Karriere von Sebastian Kurz war kurzlebig, aber wird unvergessen bleiben. Als jüngster Bundeskanzler der zweiten Republik hat der heute als Unternehmer tätige Repräsentant einer mutmaßlich neuen und dynamischen Volkspartei viel mediales Interesse genossen. Dieses scheint selbst zwei Jahre nach Rücktritt nicht verflogen zu sein. Sascha Köllnreiter widmet dem 37-jährigen Altkanzler ein dokumentarisches Porträt. Dass der erst kürzlich bekanntgegebene Starttermin nahe der deutlich wütender gestimmten Kurz-Doku „Projekt Ballhausplatz“ liegt, sollte Gegnerinnen und Gegner stutzig machen. Zumal ihr Protagonist nur einer der beiden Dokumentationen seinen Segen gab, darüber hinaus sogar bei der Filmpremiere über den Roten Teppich stolzierte – samt ehemaliger Politbagage. Nun ja, für seine herausragende Kritikfähigkeit wird Kurz nicht in die heimischen Geschichtsbücher eingehen.