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    Schuhe können das Leben einer Frau entscheidend ändern

    Märchenverfilmungen sind aktuell wieder hoch im Kurs. Nun wurde der Versuch unternommen, das wohl bekannteste Märchen (wieder) als Realverfilmung auf die Leinwand zu bringen: „Cinderella“ aka Aschenputtel. Bei einer solchen Unternehmung gibt es sicher viele Möglichkeiten, damit Schiffbruch zu erleiden. Muss es doch der jedermann bekannten Vorlage entsprechen, aber auch den modernen Sehergewohnheiten Genüge tun. Deshalb setzte Disney auch einen erfahrenen Mann auf den Regiestuhl: Kenneth Branagh. Schließlich erstrecken sich seine bisherigen Werke von Shakespeare zu modernen Comic-Verfilmungen.

    „Cinderella“ hat es wirklich geschafft, das bekannte Märchen attraktiv und unterhaltsam wieder zum Leben zu erwecken. Und vor allem in einer kindertauglichen Form – hier wird Disney sicher ein Auge darauf gehabt haben. Lily James ist eine hervorragende Cinderella. Ihre natürliche und leicht naive Art passt sehr gut zu ihrer Rolle. Etwas übertrieben, aber für ein Märchen wahrscheinlich genau richtig, stellt Cate Blanchett die böse Stiefmutter dar. Als Highlight ist sicher der Auftritt der guten Fee zu sehen. Die sehr wandlungsfähige Helena Bonham Carter nimmt ihre ganzen Zauberkräfte zusammen, um Cinderella ein entsprechendes Kleid und Kutsche bereit zu stellen. Und natürlich auch die passenden (gläsernen!) Schuhe.

    Die Inszenierung des ganzen Films ist wirklich märchenhaft und lässt (nicht nur) Kinderaugen strahlen und vor allem (kleine) Mädchenherzen höher schlagen. Da die Verfilmung sich nicht an die drastischere Vorlage der Gebrüder Grimm anlehnt, sondern der Version von Charles Perrault folgt, fehlt am Ende auch der Versuch der Stiefschwestern, durch Abschneiden einer Zehe den verlorenen Schuh erfolgreich anzuziehen. Somit ergibt „Cinderella“ einen äußerst gelungenen Märchenfilm für die ganze Familie.
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    15.11.2015
    15:16 Uhr
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    Cinderella

    Schon als ich den Trailer gesehen habe, wusste ich: Der Film wird einfach Pflicht! Das Disney-Original ist einfach schon viel zu lange her und diese Realverfilmung ist einfach wunderbar inszeniert. Wundervolle Kostüme und wunderschöne Musik! Einfach nur zum Träumen!
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    30.03.2015
    13:05 Uhr
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      original

      disneys "aschenputtel" aus dem jahre 1950 wurde 2005 als "cinderella" neu aufgelegt, "die komplette cinderella trilogie" umfasst neben dem angejahrten original auch die beiden zeichentrick-fortsetzungen "cinderella 2 – träume werden wahr" (2000) und "cinderella 3 – wahre liebe siegt" (2008).
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      30.03.2015
      15:01 Uhr
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    zuckerlbunt mit galle

    jeder generation ihr eigener märchenklassiker – immerhin ist es bereits 65 jahre her, dass disneys zeichentrickfilm cinderellas rags-to-princess-geschichte erzählt hat (und noch mit überdurchschnittlich viel raum für tierische spielereien):

    in dieser zuckerlbunten realverfilmung erzählt kenneth branagh die altbekannte geschichte vom mädel, das sich seinen ihm zustehenden platz an der gesellschaftlichen sonne doch noch erkämpft – nicht schwerter schwingend oder mit feministischem trara, sondern nach alter sitte mit "mut und güte", wie die mutter ihm eingetrichtert hat. dennoch, ein paar neumodische sperenzchen kann sich auch branagh nicht verkneifen: dass der prinz seine herkunft nicht sofort verraten darf, weil er um seiner selbst geliebt werden möchte, mag ja noch angehen (im richtigen märchen wäre so eine list allerdings unnötig) – die gallig-grün gewandete schwiegermutter (cate blanchett), cinderellas antagonistin und inbegriff aller bösartigkeit und missgunst, die es zu überwinden gilt, bekommt plötzlich eine "menschliche" seite, wird mit etwas küchenpsychologie zum beinahe mitleid erregenden opfer ihrer eifersucht: wir verstehen, der liebe herr papa hat das mädel lieber gehabt als seine zweite angetraute... doch ein altes märchen ist nicht thor, die manichäische schwarz-weiß-welt der märchen ist nicht die grau schattierte mythologie der nordmänner, mrs. tremaine nicht der zerrissene loki...

    wie auch immer, branagh serviert hier ein auf hochglanz gebügeltes märchen mit exzessivem einsatz an CGI: da gehen minuten drauf bei der verwandlung des kürbis in eine kutsche, der haustiere in kutschpferde, kutscher und lakaien. zu viel ist mir allerdings die arge vermenschlichung der mäuse – vielleicht eine “referenz" an die alte zeichentrickfassung, aber hier dennoch unpassend. dante ferrettis pompöse ausstattung in knalligen frühlingsfarben und sandy powells charakterisierende, leicht anachronistische kostüme schreien geradezu nach einer oscar-nominierung – lassen mich aber genauso kalt wie der gesamte film.
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    21.03.2015
    04:39 Uhr
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    Tierisch zauberhaftes Filmmärchen

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2015
    Jedem Märchen wohnt ein Zauber inne, der weit über die erzählte Geschichte hinaus geht. Er packt jene, die der Erzählung lauschen, beim Herzen und hinterlässt eine Spur, die ähnlich unauslöschlich wird wie die Erinnerung an den ersten Kuss und die erste Liebe. Gleichermaßen hinterlassen solche Erfahrungen der Verzückung und des Erschüttertwerdens von schönen Gefühlen auch Narben – jene, die uns an die Tränen der Freude erinnern, die wir in solchen Momenten des Glücks geweint haben.

    In jedem Märchen steckt natürlich auch eine Botschaft, die durch die erzählte Geschichte hindurch scheint und alle, die ihr Augen und Ohren geschenkt haben, reicher ins Leben zurückschickt und ein kleiner Wegweiser sein kann, wie das Leben mit all seinen Herausforderungen vielleicht doch gelingen kann. Und es ist eine Botschaft der Hoffnung, dass nicht immer nur die Starken, Reichen, Gewitzten und Ruchlosen alles bekommen, was sie haben wollen.

    Cinderella ist der Prototyp eines solchen Märchens. Seine Botschaft, dass Freundlichkeit und Mut im Leben Wunder vollbringen können, lässt niemanden kalt, ob unter den Großen, die die Geschichte erzählen oder unter den Kleinen, die ihnen beim Erzählen zuhören. Kein Wunder also, dass es schon so viele Filme zu diesem Thema gibt und immer wieder gab es gelungene oder weniger gelungene darunter.

    Kenneth Branagh hat sich diesmal im Auftrag von Walt Disney an dieses Märchen herangewagt und hat es, ganz seinem Talent und Genie entsprechend, zu einem Edelstein geschliffen, der funkelt und glänzt, egal wohin man schaut. Und was nicht glitzert und funkelt (und dazu gehören auch die Augen seiner Darsteller) das kommt in einer Farbenpracht daher, die die Farbbilder von „Technicolor“, denen in diesem Jahr auf der Berlinale ein Schwerpunkt gewidmet war, nur wie das bessere Schwarzweiß aussehen lassen. Mit unverwechselbarem Esprit, großer Liebe fürs (tierische) Detail und einem fabelhaften Ensemble ist es ihm gelungen, mehr als nur eine weitere Verfilmung des Märchens abzuliefern, sondern einen filmischen Schatz auf die Leinwand zu bringen, an dem alle Filmfreaks genauso ihre Freude haben werden wie „gewöhnliche“ Märchenfreunde jeden Alters.

    Walt Disneys Zeichentrickfilm „Cinderella“ gewann vor 65 Jahren auf der ersten Berlinale den goldenen Bären als bester Musikfilm, nun kehrt die Geschichte (außer Konkurrenz) unter der Regie von Kenneth Branagh auf die Leinwände des Festivals zurück. Der Zauber ist bis heute ungebrochen – jener der Berlinale als verzauberndem Ort für Filme aus aller Welt und jener des Märchens vom Mädchen mit dem großen Herzen, das mit Freundlichkeit und Mut seinen Traumprinzen gefunden hat.
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    14.02.2015
    01:25 Uhr