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    Kitsch - ja, aber von der schönen Sorte

    Susan Sarandon hat einmal in einem Interview tragische, aber zu Herzen gehende Liebesdramen als "a Good cry" bezeichnet. Genau diese Bezeichnung fiel mir ein, als ich den Film gesehen habe. Und das nicht nur, weil ich selbst auch die eine oder andere Träne vergossen oder zerdrückt habe, sondern weil es genau ins Schwarze trifft. Dazu trägt auch die hervorragende Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern bei - fast hört man es knistern, so glaubhaft kommt das rüber. Dafür sieht man Jessica Lange in ihrer Nebenrolle ihr Alter endgültig an. Ein wirklich bewegender und sehr, sehr schöner Film für glücklich Liebende, frisch, aber ernsthaft Verliebte und alle Singles, die an die große, wahre Liebe glauben und darauf warten, einen ähnlichen "Moment of Impact" zu erleben wie Leo und Paige in diesem Film. Nachtrag: das Drehbuch fiel mir außerordentlich positiv auf - intelligente Dialoge und weise Gedanken kommen darin vor. Hoffentlich bleibt in der deutschen Fassung noch genug übrig.
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    21.02.2012
    05:31 Uhr
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    Wohl dosierter Kitsch


    Amnesien und jegliche andere Arten von Gedächtnisverlusten gehören wohl zu den meistbearbeiteten und beliebtesten filmischen Themen. Jemand verliert sein Gedächtnis und versucht sich wieder zu erinnern - schon hat man eine einfache Rahmenhandlung, um die man schließlich eine mehr oder weniger innovative Story spinnen kann. Den Zusehern gefällt's meistens, da der genreunabhängige Verlust der Erinnerung sowohl viel Platz für Spannung und Action („Die Bourne Identität“), Liebe und Dramatik („Vergiss mein nicht“), als auch für jede Menge Spaß („50 erste Dates“) bietet.

    Aufgrund der großen Anzahl an Filmen über Gedächtnisverluste, könnte man fast meinen, dass solche Amnesien im Kino öfter vorkommen, als in der Realität. Einen bekannten Fall hat es jedoch in den 90ern in den USA gegeben - Regisseur Sucsy und seine vier Autoren haben sich diesen zum Vorbild gemacht und die Erfahrungen dieses Ehepaars in ihre Geschichte einfließen lassen:

    Das Film-Ehepaar Paige (Rachel McAdams) und Leo (Channing Tatum) scheint ein perfektes Leben zu führen. Ihre Berufe sind perfekt, ihr Freundeskreis ist perfekt und vor allem ihre Gefühle zueinander sind es auch. Doch was bedeutet ein Eheversprechen, solch ein Versprechen sich immer zu lieben, wenn sich Paige schlagartig an nichts mehr erinnern kann - weder an ihre große Liebe, noch an die gesamten letzten 5 Jahre ihres Lebens. Wie eine Zeitreisende wird Paige wieder in ihre Highschoolzeit zurückkatapultiert. Zurück zu ihren biederen Eltern. Zurück in ihr ehemals biederes Leben. "Was ist Liebe und wohin bringt uns das Schicksal???", diesen Fragen geht der Film in weiterer Folge nach.

    "Für immer Liebe" ist weder wirklich lustig noch allzu spannend - so schlecht wie es der eingedeutschte Titel vermuten lässt, ist der Film jedoch nicht. In erster Linie, da es sich um keine klassische RomCom, sondern um einen ruhigen Liebesfilm handelt. Zum anderen weil der eingesetzte Kitsch wohl dosiert ist. Ganz ohne kommt er dennoch nicht aus - macht aber nichts. Der Film setzt eindeutig auf Romantik und Regisseur Sucsy setzt auf seine Hauptdarsteller. Kaum eine Sekunde, in der nicht einer der beiden zu sehen ist. Man sieht ihnen dabei zu wie sie sich neu kennen lernen und sich aufeinander zu bewegen. Wie sie sich entfremden und sich immer weiter voneinander entfernen. Sie werden sich vertraut und fremd zugleich. Auf die Dauer kann das alles jedoch zu Ermüdungserscheinungen im Publikum führen - da helfen weder passables Schauspiel noch die feinfühlige Erzählweise des Regisseurs oder die relativ gelungene Abwechslung von Romantik und Kitsch. Wer aber während des Films nie aufhört mitzuträumen und sich von der romantischen Atmosphäre einfangen lässt, wird den Kinobesuch definitiv nicht bereuen.
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    09.02.2012
    00:19 Uhr