Forum zu Shotgun Stories

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    Den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, fordert Mut


    “Shotgun Stories” ist das Regiedebüt von Jeff Nichols, ebenfalls aus Arkansas. Es erzählt eine nachdenklich machende Geschichte über die Trostlosigkeit des Kleinstadtlebens, das Aufarbeiten von in der Kindheit zugefügtem Leid und die daraus entstehende Spirale der Gewalt, die erst nach dem Tode einiger Beteiligten gestoppt werden kann. Er ist ein Plädoyer für die Sinnlosigkeit von Rache, über das Fehlen jeder Logik im Ruf nach Vergeltung. In vielen kleinen Details lässt er die Spannung sich manifestieren und entladen, so zum Beispiel in dem Traktor der zweiten Familie von Sons Vater, der sich hartnäckig weigert, anzuspringen. Erst, als die Spannungen in der Familie gelöst sind, springt er wieder an. Bis dorthin ist es aber ein eher langer Weg und auch für Jeff Nichols gibt es noch viel zu lernen auf dem Weg zum Starregisseur. Er hat aber mit seinem ersten Film ein glaubwürdiges Portrait einer gesellschaftlichen Realität in den USA gezeichnet, die auch, wenn auch nur am Rande, kritisch mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen für jedermann/jede Frau ins Gericht geht. Ein Lebenszeichen eines Nachwuchsregisseurs, hier im Forum der Berlinale gut positioniert, das neugierig macht auf das, was noch kommen wird.
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    11.02.2007
    23:20 Uhr