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87.5% Bewertung
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    Eine herzerfrischende ...

    ... romantische Komödie ... *seufz :-))

    Mag die Paarung - Charlize Theron & Seth Rogen - auch noch so ungewöhnlich sein ... ist sie doch irgendwie voller Liebe, Spaß und möglicher Realität.

    Seitenhiebe auf die aktuelle politische Situation (unfähiger Präsident - sicher nicht ungewollt) mit herrlich unzensurierter Wortwahl, bleiben auch hier nicht aus ... so wie auch der Sprachgebrauch über körperliche "Ausfälligkeiten" - fein ausgedrückt ;-)

    PS: Bitte, Bitte mehr von den beiden ...
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    03.07.2019
    14:59 Uhr
  • Bewertung

    Charmante Rom-Com mit progressivem Touch

    Exklusiv für Uncut
    Mit dem Genre der romantischen Komödie ist es heutzutage immer so eine Sache. Zwar kommen hin und wieder Perlen wie „The Big Short“ (2017) daher, zum Großteil wird das Genre aktuell jedoch von klischeebeladenen Peinlichkeiten bevölkert, die sich selten trauen etwas Neues auszuprobieren. Jonathan Levine, der unter anderem als Regisseur der Komödien „50/50“ (2011) und „The Night Before“ (2015) Bekanntheit erlangte, ist mit dem nun erschienenen „Long Shot“ eine selten gelungene Rom-Com geglückt.

    Der Film erzählt vom Journalisten Fred Flarsky (Seth Rogen), der nachdem ein einflussreicher Medien-Mogul (Andy Serkis), die Zeitung, für die er bis vor kurzem tätig war, aufkauft, seine dortige Stelle hinschmeißt. Als er von seinem besten Freund Lance (O'Shea Jackson Jr.) zu einem großen Charity-Event mitgenommen wird, begegnet er dort der US-Außenministerin Charlotte Field, die einst Freds Babysitterin war. Schon als Kind zeigte sich Fred von der selbstbewussten Charlotte angetan und die Liebe, die er damals für sie verspürte, wird durch das Zufallstreffen wieder neu entfacht. Da sich Charlotte als Kandidatin für die US-Präsidentschaft im Jahre 2020 aufstellen lässt, entscheidet sie sich kurzerhand dazu, dem arbeitslosen aber durchaus talentierten Fred eine Stelle als Redenschreiber bei ihrer kommenden Kampagne anzubieten. Während Fred die intelligente Politikerin in Folge um die halbe Welt begleitet, kommen sie sich immer näher und nach für nach beginnen Funken zwischen den beiden zu sprühen. Es dauert aber nicht lange bis die sich anbahnende Beziehung vor eine harte Probe gestellt wird und die beiden mit der Frage konfrontiert werden, ob ihre Liebe denn nicht der potentiellen Präsidentschaft Charlottes und ihrem Polit-Image schaden könnte.

    Schon in der allerersten Szene, in der wir Protagonist Fred Flarsky dabei zusehen, wie dieser versucht, eine neonazistische Organisation zu infiltrieren, machen sich fürs Genre ungewöhnliche politische Töne breit. Dieser teils schon fast satirische Beigeschmack ist im gesamten Film über bemerkbar und sorgt ab und an auch für herrliche und sehr treffende Spitzen. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Genre-Vertretern, die nostalgisch in der Vergangenheit schwelgen und sich stets altbekannter Wege bedienen, gelingt es hier gekonnt, den Zeitgeist der heutigen Gesellschaft einzufangen. Geschlechterklischees werden auseinandergenommen, kapitalorientierte Organisationen hinterfragt und es wird reichlich über Umweltschutz diskutiert. „Long Shot“ scheut sich nicht davor hochaktuelle Themen auf - zwar überspitzte oder simplifizierte - aber dennoch treffsichere Art und Weise aufzugreifen und gleichzeitig dabei auch noch köstlichst zu unterhalten.

    Der hervorragende Wortwitz des Films wird von einem launig aufspielenden Ensemble-Cast astrein vorgetragen. Dabei ist die romantische Komödie bis auf die kleinste Nebenrolle exzellent besetzt. Zu den Highlights gehören unter anderem Ice Cubes Sohn O'Shea Jackson Jr. als Freds wohlhabenden bester Freund, dem ein paar der lustigsten Lines im Film zuteil werden, ein unkenntlich gemachter Andy Serkis als unausstehlicher Medien-Mogul im Sinne eines Rupert Murdoch, Bob Odenkirk als schauspielernder US-Präsident, Alexander Skarsgård als koketter Premierminister Kanadas oder auch eine großartige June Diane Raphael als Charlottes vertraute Mitarbeiterin Maggie.

    Das große Element, das den Film jedoch als Ganzes zusammenhält und einen auch über durchaus vorhandene Unzulänglichkeiten hinwegsehen lässt, ist die fantastische Chemie zwischen den beiden HauptdarstellerInnen. Seth Rogen und Charlize Theron geben ein überraschend charmantes Paar ab, dem man liebend gerne bei ihren Annäherungsversuchen zuschaut. Wenn denn nun beispielsweise unsere beiden Protagonisten während einer Party MDMA einnehmen, merkt man Rogen und Theron eine Spielfreude an, die die Romanze derer Figuren ehrlich und liebenswürdig verspielt daherkommen lässt. Die Chemie zwischen den beiden dient dem Film als Hauptantrieb und verleiht ihm eine ansteckende positive Energie, derer man sich nur schwer entziehen kann.

    Nun könnte man dem Film natürlich vorwerfen, dass er das ein oder andere Mal etwas zu tief in den Topf der Genre-Klischees greift, ein bisschen zu lang geraten ist, manchmal den Fokus verliert, nicht jeder Witz zündet und der Ausgang vorhersehbar bleibt. Der Film kann einen mit seiner Feel-Good-Atmosphäre jedoch so sehr überwältigen, dass diese durchaus berechtigten Kritikpunkte am Ende des Tages nicht zu stark ins Gewicht fallen.

    „Long Shot“ ist die seltene Art der romantischen Komödie, bei der einfach das meiste zu stimmen scheint. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern sitzt, die Gags zünden zumeist und die überraschend progressive Herangehensweise an das sonst oft altbackene Genre erfrischt.

    Eine unfassbar sympathische Rom-Com, deren unendlichen Charme man wohl kaum widerstehen können wird!
    chrostv_39178447dd.jpg
    24.06.2019
    08:02 Uhr