Die Oscarnominierungen 2019 stehen fest.
3 Einträge
8 Bewertungen
88.1% Bewertung
  • Bewertung

    Arthur & Claire

    Film hat uns super gefallen - die Hauptdarsteller grandios;
    tolle witzige Dialoge, trotz ernsthaftem Hintergrund; Amsterdam hautnah, unbedingt anschauen!!
    Viel besser als Hader's Wilde Maus; tolles Ambiente im Rechbauerkino
    25.02.2018
    18:57 Uhr
  • Bewertung

    Letzter Halt vor'm Nirwana: Amsterdam

    Exklusiv für Uncut
    Zwei Menschen fahren nach Amsterdam um dort jeweils freiwillig aus dem Leben zu scheiden - Arthur (Josef Hader) in einer Sterbehilfeklinik und Claire (Hannah Hoekstra) auf eigene Faust im Hotel. Sie geraten sich dabei in die Quere, zeigen Unverständnis für die Motive des jeweils anderen und lernen auf diese Art das ihnen verbleibende Leben wieder zu schätzen.

    „Uijegerl!“, denkt man sich, weil das vorerst mal nach Coelho klingt. Aber prinzipiell will man ja doch immer wissen was denn so ein Selbstmörder respektive -in so antreibt und letztlich dann - hoffentlich - doch abhält. Weil mans ja selber auch manchmal ziemlich grauslich findet hier auf Erden. Und wenn der Josef Hader eine der Hauptrollen spielt, dann kanns nicht so schlimm sein. Überhaupt erinnert das ganze ja auch irgendwie an „Indien“, jenen Film in dem die meisten Josef Hader vermutlich lieben gelernt haben. Vor mittlerweile so langer Zeit, dass einem schwindlig wird beim nachrechnen. Also huschusch, Handy aus und Film ab!

    Und tatsächlich: selten hat eine Rolle besser zu Josef Hader gepasst als der grantige Krebskranke, der von gesetzlichen Schranken zum Ausweichen ins liberale Holland gezwungen, dort erst zielstrebig den Weg zum sicheren Tod abkürzen will. Ringsum die frisch und höflich vor sich hinlebenden Amsterdamer, die ja hierzulande spätestens seit Alfred Jodokus Quack immer diesen Hauch nerviger Fröhlichkeit an sich haben, kann er nur so lange ignorieren bis ihm in Claire eine begegnet, die es mit ihm an Zynismus aufnehmen kann. Liebevoll winken aus dem Drehbuch die Parallelen zwischen den beiden Charakteren, die jene natürlich partout nicht erkennen, wir Zuseher aber sehr wohl. Man ahnt und weiß: zwei denen nicht mehr geholfen werden kann, können sich nur gegenseitig helfen. Und so fiebert man mit, wie das zarte Pflänzchen ihrer Bekanntschaft, von wiederkehrenden Beleidigtheiten bedroht, letztlich doch gedeiht und Früchte trägt. Das ganze passiert im Laufe einer ausführlich erzählten gemeinsamen Nacht, denn Arthur hat nur noch wenige Stunden bis zu seinem Termin in der Klinik. Sensationell ergänzen sich Hader und Hoekstra in den Hauptrollen, angenehm ist dabei, dass weder die Geschichte, noch die Charaktere jemals den Hauch von zwischenmenschlicher Romantik aufkommen lassen. Aber damit die beiden zusammenkommen müsste wohl erst ein US-Remake des Filmes her. Mal abgesehen davon, dass sich Krebs im Endstadium vermutlich nicht so einfach wegschmusen ließe.

    Fazit: anschaun! Und zwar unbedingt im Kino und nicht erst, wenn er im ORF'schen Nachtprogramm daherkommt.

    Ahja: Als Draufgabe gibt es übrigens Franziska Weisz in einer der kleinsten Rollen ihrer Karriere zu sehen. Obwohl sie nur drei Sätze kriegt, ist sie dabei überzeugender als in jedem TV-Krimi.
    deutobald_3cfc7ac6b3.jpg
    14.02.2018
    17:11 Uhr
    • Die Vorprämiere hat's bestätigt

      ..ich schließe mich der Kritik an - ab ins Kino!
      14.02.2018
      21:20 Uhr