Keine Zeit zu sterben

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Forumseintrag zu „Keine Zeit zu sterben“ von r2pi


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r2pi (17.10.2021 23:58) Bewertung
geschüttelt und gerührt
jeder hat so sein packerl aus der vergangenheit mitzuschleppen. bei madeleine ist es der tod ihrer mutter, getötet vor ihren augen von dem mann mit der noh-maske. auf den hat das kleine, überaus alerte gör dann auch ein ganzes magazin leergeschossen – und ihn leider doch nicht umgebracht. das hätte der welt einige probleme erspart.
oder vielleicht auch nicht, denn "unsere gewählten anführer spielen nicht fair in ihrem sandkasten", ein "inoffizielles" biowaffenlabor unter (tief)staatlicher aufsicht hat bereits das perfekte mordwerkzeug produziert: herakles ist eine DNA-gesteuerte waffe, die mittels nano-robotern und unter zuhilfenahme von gendatenbanken gezielt individuen, familien oder ganze ethnien auslöschen kann. aber herakles sei "niemals als massenvernichtungswaffe geplant" gewesen, und "wir haben einen großen plan, wir haben großes vor," faseln die grouchy-fauci-zauberlehrlinge; und lyutsifer, der mann hinter der maske, träumt davon, die welt zu zerstören, ganz ohne kollateralschaden natürlich (wie das??), um sie darauf besser zu machen – ein "unsichtbarer gott, der unter die haut kriecht", will er sein... und bleibt dennoch nichts weiter als ein weinerlicher, in selbstmitleid ertrinkender teufel.

jeder zeit ihren eigenen bond – und so ist auch dieser, vielleicht mehr noch als andere, ein kind seiner zeit, mit ganz vielen anspielungen und parallelen zu realen gefahren(potenzialen). gerade eben wird dem westen bewusst, dass es vielleicht doch nicht ganz so klug war, den chinesen die gesammelten biodaten aus ahnenforschung und corona-tests zu überlassen…
und das ende dieses bond? nun, was als echtes macho-märchen begonnen hat und mit craig in etwas realistischere gefielde übergeführt wurde, mag vielleicht mit der neuen haltungspredigt à la hollywoke ein paar probleme beim stammpublikum kriegen. wer auch immer die nächste 007 sein wird: hauptsache er heißt bond. james bond.

fazit: ein abschied mit emotionen und verletzungen, erinnerungen und zitaten, und einem bisweilen ausufernden plot, dem eine inhaltliche straffung mehr klarheit und spannung gebracht hätte, zudem ungewohnt melancholisch – und bisweilen bedrückend wie der japanische garten mit den vertrocknenden giftpflanzen.
 
 

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