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Interview mit Ana Lily Amirpour

Im Rahmen der Diagonale 2017 feierte die dystopische Horror-Romanze „The Bad Batch“ seine exklusive Österreichpremiere. Regisseurin Ana Lily Amirpour kam für das Screening nach Graz und UNCUT konnte die junge US-Amerikanerin für ein paar Fragen vor die Kamera bekommen.
Vor zwei Jahren galt Ana Lily Amirpours Regiedebüt, die auf Persisch gefilmte und komplett in schwarzweiß gehaltene Vampir-Romanze „A Girl Walks Home Alone at Night“, als großer Überraschungshit in der Indie-Szene. In ihrem neuen Film „The Bad Batch“ arbeitete Amirpour ausschließlich mit US-amerikanischen Darstellern und konnte auch namhafte Größen der Filmindustrie, wie Jim Carrey oder Keanu Reeves für ihr Projekt gewinnen. Im Rahmen eines Interviews erzählte sie uns, dass für sie der Bekanntheitsgrad eines Darstellers völlig irrelevant sei, da es sich in ihren Augen bei allen Schauspielern vordergründig um Künstler handelt, die zu Bestleistungen stimuliert werden wollen. „The Bad Batch“ handelt von einem jungen Mädchen, welches in einem dystopischen Ödland inmitten einer texanischen Wüste in eine Kannibalen-Gemeinde gerät und sich in eines der Mitglieder verliebt. Aufgrund der schonungslosen Darstellung von Gewalt musste der Film bei seiner Uraufführung in Venedig, wo er wohlgemerkt auch den „Special Jury Prize“ gewann, auch an herber Kritik einstecken. Auf die Frage hin, wie sie mit dieser Kritik umgeht, entgegnete uns Amirpour, dass sie zwar nicht vollkommen an ihr abprallt, sie jedoch bei ihren Projekten dennoch in erster Linie darauf achtet, ihrer eigenen Vision zu folgen, anstatt sich zu stark von anderen ins Werk pfuschen zu lassen.

In einem Artikel des „VICE Magazine“ wurde Ana Lily Amirpour einmal als „The next Quentin Tarantino“ bezeichnet. Als wir sie fragten, welche Filmemacher ihr bisheriges Schaffenswerk besonders beeinflussten, fielen Namen, wie unter anderem David Lynch („Mullholland Drive“, „Twin Peaks“), Nicolas Winding Refn („Drive“, „The Neon Demon“), Guillermo Del Toro („Pans Labyrinth“, „Hellboy“), Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, „Black Swan“) oder auch Tarantino. Dabei erzählte sie uns, dass sie besonders auf Filmemacher steht, die in ihren Werken eigene Welten fernab von der Realität kreieren, jedoch aber gleichzeitig menschliche Emotionen zeigen und durch einen markanten visuellen Stil aus der Masse herausragen.

Hier das Interview mit Ana Lily Amirpour in voller Länge:

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