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Forum zu Pride

5 Einträge
4 Bewertungen
70% Bewertung
  • Bewertung

    the union makes us strong

    was eint die menschen? der gemeinsame feind... hier in person margaret thatchers, deren eiserne faust nicht nur die bergarbeiter zu spüren bekommen, die für ihre zukunft, für ihren arbeitsplatz und gegen den drohenden untergang ganzer landstriche kämpfen – ausgrenzung, unterdrückung und körperliche übergriffe seitens staatlicher sicherheitsorgane sind auch der grund für den gay pride march 1984. da sich die öffentliche aufmerksamkeit aber in richtung bergarbeiterstreik verlagert hat, wäre – so das kalkül – eine solidarisierung mit deren gewerkschaftern nur von vorteil: "nur für eigene, und nicht für die rechte anderer zu kämpfen, ist unlogisch..."

    die LGSM ("lesbians and gays support miners") wird gegründet und spendengelder gesammelt. einwände (warum sollen wir die unterstützen, die uns die schädel einschlagen?) und fehlende resonanz seitens der unions, die sich nicht mit "perversen" in ein bett legen wollen, machen die sache nicht gerade einfach – bis eine unerwartete zusage einen bergarbeiter zur entgegennahme der gelder nach london führt; und der den bunten haufen sofort für sich einnimmt.
    gegenbesuche folgen – die vertreter der LGSM werden erstmals konfrontiert mit den tatsächlichen lebensbedingungen der miner: die bergarbeiter werden ausgehunghert, um den streik zu beenden – der gewinn bei der bingo-veranstaltung ist eine dose fleisch – strom ist mangelware, der bus ist hinüber... aus dem anfänglichen kalkül wird bald echtes mitgefühl, aus floskeln echte solidarität, das spendensammeln zur dringlichen notwendigkeit.

    doch das empire schläft nicht: mit üblen tricks werden abstimmungen manipuliert und das merkwürdige bündnis gesprengt – jede hilfe der "perversen" wird zurückgewiesen. letztlich verlieren die gewerkschaften gegen die geballte staatsgewalt.

    1985: die kleine LGSM soll schon mit ihren (unerwünschten) politplakaten ans ende der gay pride parade verbannt werden, da trifft eine ganze kolonne von bussen ein: abordnungen aller bergarbeiter-unions marschieren mit der LGSM an der spitze mit... good news im abspann: dass die "gay lesbian rights" schließlich doch in das parteiprogramm der labour party aufgenommen wurden, ist der einmütigen unterstützung der bergarbeitergewerkschaften zu verdanken.

    fazit: geschichtsunterricht auf die leichte, humorvolle art, garniert mit britischen schrullen und massenverträglich aufgearbeitetem gesellschaftlichem konfliktstoff – so lautet die brennendste frage einer konservativen ältlichen dame zum zusammenleben zweier männer: "und wer macht bei euch den haushalt?" der weitere lebensweg mancher LGSM-aktivisten ist von AIDS überschattet – ihre botschaft: das leben ist kurz, vergeudet es nicht..
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    30.01.2015
    00:43 Uhr
  • Bewertung

    L.G.S.M.

    Das Tolle an dieser Dramödie ist nicht, dass eine historisch belegte Tatsache dargestellt wird: 1984 unterstützten Schwule und Lesben die walisischen Bergarbeiter (L.G.S.M. Lesbians and Gays Support the Miners), sondern, dass ein an sich erstes Tabuthema mit viel authentischem Witz und menschlicher Wärme rübergebracht wird. Neben der ganz großen nationalen Entwicklung findet die individuelle Darstellung von Einzelschicksalen breiten Raum. Hier ist besonders die Rolle der Eltern beeindruckend, die z.B. erkennen müssen, dass ihr Sohn Joe (George MacKay) schwul ist. Auch die Gewerkschaften bringen sich ein. Dai (Paddy Considine) und Cliff (Bill Nighy), der selber sein Schwulsein verheimlichen musste, erkennen die Gemeinsamkeiten: sie gehören alle Minderheiten an. Mit viel Sympathie werden erste, landläufige Barrieren (Vorurteile) abgebaut. So kann das größere Körperbewußtsein beim Tanzen übertragen werden. Hier gibt Jonathan (Dominic West) den Kumpel und ihren Frauen Nachhilfe im Hüftenschwingen. Er macht den Chippendale. Berührungsängste werden teils handfest teils lautstark abgebaut. Da stehen die älteren Damen an erster Stelle. Herrlich frech und progressiv Hefina (Imelda Staunton). Dass der Film bei dem erfolgreichen Ende – jetzt unterstützten die Bergarbeiter die Schwulen und Lesben - nicht in einer einzigen Lobhudelei endet, zeigen die Informationen am Krankenbett und im Abspann (AIDS).
    Ein dokumentierter Tabubruch, der echt Laune macht wegen der überzeugenden Offenherzigkeit seiner Akteure und dabei auch noch menschlich tragischen Tiefgang beweist, der berührt. Eine seltene Perle.
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    04.11.2014
    11:24 Uhr
  • Bewertung

    English and queer

    Ein schöner Film über Homosexualität, in dem das Hauptaugenmerk gar nicht so sehr auf Toleranz wie auf Solidarität liegt. Es ist eine willkommene Abwechslung, einen Film über eine 'Randgruppe' zu sehen, in der sich die Mitglieder dieser Gruppe, namentlich die LGBT-Gemeinde, nicht als Opfer der Gesellschaft sehen, sondern ihre Homosexualität mit Pride tragen und in ihrem Kampf um Schwulen- und Lesbenrechte auch über den Tellerrand schauen können, nämlich dorthin, wo noch Unrecht geschieht und zwar zu den streikenden Minenarbeitern der 84er Jahr.
    Der Kontrast zwischen den Großstadt-Homosexuellen und den Provinz-Minenarbeitern, die sich für 'echten Männer' halten, sorgt plangemäß für beides Diskrepanzen und Lacher. Der Film lebt von vielen sympathischen Gesichtern, die einen bis zum Ende richtig ans Herz wachsen und von einem tollen 80er-Vibe. Das einzige, das die 80er noch bunter machen kann als so schon, ist wohl eine Regenbogenparade.
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    31.10.2014
    17:33 Uhr
  • Bewertung

    netter Versuch, aber...

    dass der Abspann des Films direkt nach dem Cast vom Filmvorführer abgedreht wurde, ist wohl kein Zufall gewesen. Denn die Dauer, die es benötigte um alle zu sehenden Schauspieler aufzulisten, ist auch in etwa die Dauer aller guten Szenen des Films zusammen. Dazu sei angemerkt, dass dies mit Sicherheit nicht der Film mit dem größten Cast ist.

    Ein seichtes Dahingeplätschere ohne wirkliche Tiefe und mit einer viel zu großen Anzahl an übertrieben dargestellten Stereotypen. Zum Glück wandelt sich der Film nach schlechtem Start noch ein wenig in so etwas wie ein Feel-Good-Movie, aber aus der Thematik hätte man doch sehr viel mehr herausholen können.
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    30.10.2014
    23:19 Uhr
    • Bewertung

      Was denn?

      Hast du etwa einen anderen Film aus Versehen gesehen?
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      04.11.2014
      11:26 Uhr