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    Mehrfach vorhersehbares SciFi-Monstrum mit allerlei Kitsch

    Nicht nur wer die ersten 3 Transformer-Filme gesehen hat wird an diesem Film zweierlei Vorhersehbares finden: da ist zum Ersten der Regisseur. Michael Bay hatte ja schon für die anderen drei verantwortlich gezeichnet und hat sich im Bereich der großkotzigen Actionfilme mit dick aufgetragenem Kitsch und weiblichen Filmfiguren, die wie Pin-up-Girls aussehen einen Namen gemacht. Kaum eine Szene, in der nicht Hubschrauber oder Kampfjets in den Sonnenuntergang fliegen oder die US-amerikanische Flagge den Pathos der Handlung noch zusätzlich unterstreicht - der ehemalige Musikvideoregisseur hat sein Handwerk vor allem visuell gelernt und sich - so viel muss man ihm zugestehen - eine Handschrift angeeignet, die man wieder erkennt. Sie erinnert mich ein wenig an Comics, weil die Konturen und Charaktere seiner Filmhelden stets mit sehr dickem Pinsel gezeichnet sind, das gilt für ihre optischen wie auch für ihre dramaturgischen Eigenschaften. Zum zweiten steht das ganze Konzept der Transformer für Verwandlungsfähigkeit und perfekte Tarnung und zugleich aber auch für das Wesentliche des Charakters, das sich oft hinter der Fassade verbirgt. Die, die oft am bösesten aussehen, sind am Ende die wahrhaft Guten und umgekehrt. Das wissen wir spätestens seit dem "Kleinen Prinzen". Diese Verwandlungsfähigkeit macht die Filmreihe daher zu einer, von der man sich perfekte Computeranimationen und Verwandlungsszenen erwarten darf und von daher überraschen die Effekte, mit denen die verschiedenen Roboterautos und Dinosaurierroboter in Szene gesetzt wurden, nicht wirklich. Außerdem war ja auch genug Budget da, um die tollsten Autos zu Schrott fahren und die exotischsten Drehorte aufsuchen zu können. Genau darin liegt aber eines der schwerwiegenden Probleme des Filmes: es ist einfach von allem zuviel. Das Ende des rund 150 Minuten langen Spektakels kommt mindestens zwei Mal: einmal in den USA und einmal in China. Hätte der Film jeweils für den entsprechenden Markt ein eigenes Finale bekommen, wäre es nicht wirklich schwer ins Gewicht gefallen. Die Kulissen sind zwar anders aber das Erzählte ist ziemlich das Gleiche - ob Chicago oder Hong Kong. Den Anspielungen am Schluss darf man entnehmen, dass das Ende für die Filmreihe noch nicht gekommen ist und der bisherige kommerzielle Erfolg wird das auch unterstreichen. Auf dem Regiesessel täte allerdings mal ein wenig Abwechslung gut. Die Dialoge, die Michael Bay seine rennenden und schnaufenden SchauspielerInnen von sich geben lässt, sind nämlich so platt, als wäre Optimus Prime nicht nur ein Mal über sie drüber gefahren.
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    24.07.2014
    21:05 Uhr