Forum zu Spectre

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31 Bewertungen
72.3% Bewertung
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    Spektakel?

    "Spectre" ist für mich persönlich kein Meilenstein in der James Bond Reihe, aber durchaus solide Unterhaltung, welche sich gut in die bisherigen Geschehnisse einfügt. Die Handlung ist hier keine Stärke, sie ist einfach nur da und erzeugt bei mir ein bisschen ein Schulterzucken. Man hat das Gefühl, dass die Dinge einfach so passieren, ohne sonderliche Gefühlsregungen oder richtige Spannung zu erzeugen. Auch ein richtiger Höhepunkt hat mir gefehlt. Dafür ist das Effekt und Actionfeuerwerk bombastisch und teilweise sehr innovativ wenn man an andere Filme der Reihe zurück denken. Die Darsteller, allen voran Daniel Graig, machen ihren Job gut und überzeugen mit guter Dynamik.
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    24.12.2016
    11:59 Uhr
  • Bewertung

    Die Rosa-Rückblick-Brille

    Bond ist zurück. Und das wirklich, vollkommen, wie in den alten Tagen.
    Die Ginbarrel-Szene ist wieder im Vorspann des Filmes, exotische Locations, ein unzerstörbarer Henchman, elitäre Abendessen, Gadgets, und ein größenwahnsinniger Bösewicht.
    Bond ist zurück. Und das ist das Problem.

    Mit "Casino Royale" wurde Bond für das 21. Jahrhundert modernisiert, und wurde wieder ernster, realistischer, dreckiger. Die nächsten beiden Filme haben das mehr oder weniger weitergeführt. Und grad in "Skyfall" verspricht im letzten Akt eine "Reise in die Vergangenheit", die nun in "Spectre" fortgesetzt wird. Und dadurch wird der bereits erwähnte moderne Bond ausgesetzt. Bond ist nun nicht nur mehr ein unzerstörbarer Superheld, sondern ihm wird auch eine Verwandtschaftliche Verbindung zu Bösewicht Franz Oberhauser (Christoph Waltzs Rolle ist schon fast ein Cameo) angedichtet, was sehr viel von dem Mythos des Killers, der sich mit der elitären Oberschicht anlegt, nimmt.
    Zusätzlich kann die Thematik um die Verwendung von Drohnen keinesfalls mit der Thematik um die Sinnhaftgkeit von Geheimdiensten im 21. Jhdt mithalten, welche uns "Skyfall" präsentiert hatte.

    Lea Sedoux ist ein wunderbares Bond-Girl. Das einzige Problem mit ihr besteht nur darin, dass man die Liebesgeschichte mit Bond nicht glaubt. Die Verführungsszene mit Monica Bellucci hingegen hat einen bitteren Beigeschmack, da sie doch eine creepy-rape-Konnotation besitzt.
    Dave Bouttistas Mr. Hinx mochte ich sehr gerne, er war auch das einzige aus dieser Zeitreise, was ich wirklich gern zurückhaben wollte: Bonds Kämpfe gegen nahezu unzerstörbare Handlanger der Bösewichter. Jedesmal wenn Hinx auftaucht, bedeutet das Ärger.

    "Spectre" ist keinesfalls ein schlechter Film, er ist nach dem Erfolg von "Skyfall" (vom selben Regisseur!!!) nur eine riesige Enttäuschung.
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    02.01.2016
    19:27 Uhr
  • Bewertung

    Spectre

    Ich hab mir heute den Bond mit meiner Frau angesehen. Hier also meine Gedanken zum Film. Los geht's:

    Spectre ist zu lange. Der Film dauert zweieinhalb Stunden und man spürt es. Bond reist rund um die Welt, von Mexiko nach England, von dort nach Rom, dann Österreich, dann Marokko, und schließlich landen wir wieder in England.

    Die Geschichte ist randvoll gestopft mit Drehorten, Bauten, Charakteren und, natürlich, "Aktschn". Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag Aktschn, wenn sie richtig benutzt wird. Aber Spectre hat mich an eine vergoldete Plastikkatze in meinem Chinarestaurant ums Eck erinnert: Die schwingt mit einem Arm vor und zurück, immer vor und zurück, und hört einfach nicht auf. Specter beginnt also mit einem kurzen Dialog, gefolgt von einer wirklich interessanten Aktschn Nummer. Daraufhin ändert sich der Drehort bezuckert mit Dialogen, danach Szenenwechsel, Aktschn, und...eh schon wissen.

    Nichts neues, meinen Sie, aber in Spectre ist es so auffällig, dass ich darüber nachdenken musste, und wenn man darüber nachdenkt, dann ist es wohl zu viel.

    Zur Handlung nur so viel: Bond versucht fasst zwei Stunden lang, den Erz-Bösewicht zu finden. Der wiederum belästigt Bond eine Stunde lang mit einem fiesen Killer. Da wird geballert, mit Autos quer durch Rom gerast, Flugzeug rammt Auto. Kurz: Bond hätte dutzende Male ins Gras beißen können. Jedoch, wenn sich Erzbösewicht und Bond dann endlich treffen, da freut sich der Böse, dass die beiden sich gegenüberstehen.

    Hätte er auch einfacher haben können: Einfach nix tun.

    Für Pärchen ist der Film aber gut. Während einer Szene haben sich alle Paare im Kinosaal umarmt oder geküsst. Also, nehmen Sie Ihren Lieben/Liebe mit. Meiner Frau hat der Film gut gefallen.

    Spectre ist ein Verschnitt alter Bonds, e.g. Im Auftrag Ihrer Majestät. Eine Klinik auf dem Gipfel eines Berges. Bond denkt ans aufhören. Er findet am Ende eine Frau, mit der er in die Versenkung verschwindet usw.

    Spectre macht die Sache für Bond zu etwas Persönlichem. Ähnlich wie Goldeneye, nur eine Stufe höher. Den Bösewicht empfand ich aber als eher ungefährlich, außer in einer Szene. Für mich war Waltz auch nicht richtig.

    Fazit: Wenn ein Film die Bellucci in drei Minuten verheizt, ist das halt ein schlechtes Zeichen.
    29.11.2015
    23:34 Uhr
  • Bewertung

    Unglücklicher Hybrid

    "Spectre" ist total schwer zu beurteilen, finde ich. Es gibt einiges, was mir echt gut gefallen hat, und ungefähr genauso viel, das mir nicht gefallen hat.

    Das Gute:

    Craig, Fiennes, Scott, Belucci, Wishaw. Denen beim Spielen zuzusehen macht nahezu uneingeschränkt Freude, das ist die Qualität, die man sich von so einer Cast wünscht und sie liefern ab. Belucci hat unerhört wenig Screentime und nutzt jede Sekunde perfekt. Craig war schon mal cooler und ich nehme ihm nach wie vor (wie schon in "Casino Royale") tiefere Gefühle für Frauen nicht ab (aber vielleicht stört mich das auch nur, weil es mir zur Figur Bond nie passend schien), aber alles in allem ein Genuss. Fiennes, Wishaw und Scott sind punktgenau und ganz wunderbar.

    Thomas Newman liefert einen sehr schönen, stimmigen Score.

    Die Anfangssequenz in Mexico City ist wirklich klasse und eine Liga für sich.

    Die Szene bei der Spectre-Versammlung in Rom ist toll, sehr spannend und mühelos inszeniert in ihrer Unspektakulär-heit (gibts das Wort?) und sehr wirkungsvoll.

    Immer wieder wird ein bisschen angespielt und immer wieder das Tempo rausgenommen zu Gunsten starker für sich stehender Momente, die an die Stimmung und Qualität älterer Bond-Filme erinnern und gut funktionieren.

    Das Schlechte:

    Der Plot ist zu simpel, trotzdem nicht ausreichend erklärt und stellenweise echt papierdünn. Die gewisse Ernsthaftigkeit, die "Skyfall" so spektakulär gemacht hat, wird hier gewaltsam herzustellen versucht und das endet lediglich darin, dass der Spaß, den ein Bond-Film imho machen sollte, völlig verloren geht. Außerdem wirkt sie ziemlich aufgesetzt, diese neue Ernsthaftigkeit und das ist anstrengend und ließ mich immer mehr das Interesse verlieren.

    Die Figur von Christoph Waltz stinkt total ab im Vergleich zu einem Le Chiffre, Silva oder auch Elliot Carver ("Tomorrow Never Dies"). Die ganze Konstruktion hat auf mich künstlich und unglaubwürdig und leider auch nicht besonders interessant gewirkt. Dabei kann ich aber kaum Waltz die Schuld geben, der wirklich tolle Momente hat, aber gegen das Problem, das der Figur grundsätzlich innewohnt nix tun kann.

    Lea Seydoux und die Chemie zwischen ihr und Craig sind eher vernachlässigbar. Ich mochte ihren ersten Kuss und hatte durchaus Sympathien für sie, aber insgesamt fand ichs bei Weitem nicht genug. Auch hier ist im Vergleich Belucci und ihr Ding mit James interessanter, war Eva Green deutlich cooler und auch Olga Kurylenko (von Judi Dench ganz zu schweigen). Zudem ist Seydoux mir viel zu jung für den mittlerweile doch recht reifen Mr Craig...

    Das Neutrale:

    Die Action passt. Der Anfang ist wie erwähnt toll, weitere Sequenzen zumindest fein anzuschauen und daher durchaus gelungen. Echt mitgerissen hats mich aber nicht.

    Moneypenny. Ich bin ja insgesamt nicht so glücklich mit ihrer neuen Rolle im Bond-Kosmos, aber diesmal hat sie mir recht gut gefallen und sie tritt vor allem nur in der stärkeren ersten Hälfte auf.
    Dave Bautista liefert ab und ist auch ein bisschen eines der "alten" Elemente und insofern recht erfeulich, wenn auch nahe am Unnötig-Sein.

    Der Vorspann samt Sam Smith gehen in Ordnung. Das Lied für sich alleine brauch ich nach wie vor nicht. Aber in Kombi mit den Bildern hat das gut hingehaut für mich.

    Der "Die 00-Agenten haben ausgedient"-Plot. Einerseits fand ichs öd und kam mir redundant vor, als gäbe es diese drohende Gefahr schon länger. Andererseits war es einer der Punkte, der die "gute alte Zeit" zu beschwören geholfen hat.
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    28.11.2015
    10:20 Uhr
  • Bewertung

    Voll mit Zitaten und Anspielungen und einem blassen Bösewicht

    Sam Mendes' zweite Runde mit dem Geheimagenten im Auftrag Ihrer Majestät setzt inhaltlich dort fort, wo sein großer Triumph bei Kritik und Kasse "Skyfall" endete, entwickelt auf den Stützpfeilern dieser neu geschaffenen Vorgeschichte von James Bond aber dennoch eine neue Story. "Spectre" ist definitiv keine Fortsetzung, sondern vielleicht eher eine Vertiefung des Begonnen, die besonders dort, wo sie sich in die Tradition der früheren Bond-Filme einreiht, besonders geglückt ist. Ebenso wohltuend lassen sich in diesem Kontext auch die Verweilszenen bewerten, die es im Film zur Genüge gibt, geben sie doch Einblick in James Vergangenheit und die Motivation seines Handelns und treiben die Psychologisierung des Agenten und seiner Geschichte gekonnt und letzten Endes immer auch interessant voran. Erstaunlich gut gelang es Sam Mendes diesmal , die Balance zwischen den notwendigen Actionszenen, der nackten Haut, dem Humor und der Spannung insgesamt zu halten, was vor allem angesichts der größten Schwäche des Filmes eine beachtliche Leistung darstellt: der Bösewicht ist so blass wie schon lange nicht mehr. Vielleicht war es den Produzenten bewusst, wie wenig Substanz hier im Drehbuch zu verwerten war, sodass sie sich für den zweifachen Oscar-Preisträger Christoph Waltz entschieden, dem man gewiss kein mangelndes Charisma in seinen Rollen nachsagen kann. Doch auch er scheitert an der allzu stark konstruierten Verbindung zwischen Bond und Blofeld, die man ihm aufgebürdet hat. So erfreulich es für die Steiermark war, als einer der internationalen Drehorte ausgewählt zu werden, so auffällig verkrampft wirkt leider auch die Story, die dafür nötig war, um James ein zweites Mal nach Österreich zu holen. Diese Schwäche gleicht der Film aber weitgehend durch die zahlreichen sehr gelungenen Anspielungen auf Erzählmotive und Drehorte früherer James Bond-Klassiker aus und garniert diese Leistung mit einer gleichermaßen raffiniert eingebauten wie treffend formulierten Kritik an der zunehmenden Einschränkung der Privatsphäre, um ein vermeintliches Mehr an Sicherheit zu schaffen.
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    27.11.2015
    12:40 Uhr
  • Bewertung

    Echt jetzt?

    Die erste Hälfte des Filmes war das was ich mir erhofft hatte. So muss ein Bond sein. Im Geiste der klassischen Bondfilme, gespickt mit großen (bondmäßig etwas übertriebenen) Action-Sequenzen. Ich dachte mir: endlich ist er wieder da!
    Aber danach beginnt das ganze zu zerbröckeln. Die zweite Hälfte wirkt, wie von einem anderen Autor geschrieben und wirkt ziemlich zusammengestückelt.

    Wir haben endlich wieder Blofeld... wir haben Blofeld! Und was macht man daraus?? Dieses „Kuckuck-Story“ ... echt jetzt?!? Kein Wunder, dass Christoph Waltz relativ blass in der Rolle wirkt. Er spielt seine Rolle gewohnt souverän, aber an die an den Haaren herbeigezogenen Story konnte er wohl selbst nicht glauben. Der leidliche Versuch, dem Ganzen psychologische (Pseudo-)Tiefe zu geben scheitert leider. Warum kann Bond nicht einfach Bond sein, warum will man verzweifelt eine Art Psychogramm erstellen und muss schon wieder in seiner Vergangenheit rumwühlen? Können wir das bitte mal abschließen, oder sehen wir das nächste mal Bond dann beim Psychiater auf der Couch?

    Beim Nebenplot um Monica Bellucci durfte Daniel Craig wirklich Bond sein. Aber dann bei Léa Seydoux? Plötzlich wieder die große Liebe und theatralisch schmachtende Szenen?

    Alles in allem leider unbefriedigend...
    12.11.2015
    11:06 Uhr
  • Bewertung

    Schrott

    Ich kann nicht im Detail drauf eingehen, aber ich habe mich im Kino echt gelangweilt. Hab ihn mir in OV angesehen, und er war gähnend langweilig! Und vor allem sehr unglaubwürdig, es verkommt immer mehr zu einem Spiderman / Superman Filmchen...
    11.11.2015
    10:35 Uhr
  • Bewertung

    Der tanzende Drachen

    Sam Mendes ist ein ganz großartiger Bond gelungen. Er hat nur ganz dezent auf bekannte Figuren zurückgegriffen (meist Fotos oder Requisiten), was die Bond Fans jubeln lässt. Aber er hat auch Ian Fleming weiter entwickelt. Bond kämpft nicht mehr wie sonst gegen Russen, Chinesen oder einen Egomanen hier sind es die Feinde der Demokratie im eigenen Lager. Was den Film außer der hohen Spannung noch so angenehm macht, sind die Tempi Wechsel. Klar braucht man die rasanten Verfolgungsjagden, die pyrotechnischen Superexplosionen sowie die tollen Stunts (hier mal wieder im Zug). Dazwischen gibt es aber immer wieder ruhige, fast ungewohnt ruhige Passagen mit wunderschöner Landschaft oder bemerkenswerten Begegnungen. Und das großartig hinausgezögerte Happy End mit Madame Swan (Léa Seydoux) kommt zwar erwartungsgemäß, aber wunderschööön spät. Und auch Monica Belluccis Kurzauftritt war Peperoni pur vor der Spiegelwand. Ein Ausfall war lediglich Christoph Walz. Selbst mit entstelltem Gesicht ist er kein Bösewicht à la Blofeld. Er ist und bleibt ein charmanter Mann. Das bisschen Süffisanz, das er bringt reicht nicht. Er ist halt Kindergeburtstag. Im ‘Django‘ hatte er geschliffene Dialoge. Das kann er süffisant gut machen. A apropos: der Witz hat wieder Eingang in die Dialoge gefunden. Madeleine Swanns Vater (Jesper Christensen) nennt 007 kurz vor seinem Tod ‘Einen Drachen, der in einem Hurrikan tanzt‘. Alles zusammen macht das einen großartigen Film aus.
    Nach ‘Skyfall‘ – dem besten Bond aller Zeiten, vor allem auch wegen der menschlichen Komponente - hätte ich eine Steigerung fast nicht für möglich gehalten. Das galt nur bis ich Spectre gesehen hatte.
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    09.11.2015
    11:32 Uhr
  • Bewertung

    Craigs schwächster Bond

    Der Film beginnt grandios, dann etabliert er gekonnt einige interessante Motive (Überwachungsstaat. Familiengeheimnisse u.a.m.), um dann im Verlauf der Handlung immer weniger Kapital aus eben diesen Motiven zu schlagen. Verzeiht man manches Logikloch zunächst noch aufgrund hervorragender Einzelszenen, so will sich alles immer weniger zu einem Ganzen fügen. Und im letzten Drittel versemmelt der Film wirklich alle Handlungsstränge, die er vorher so mühsam aufgebaut hat , und will nicht vorher enden, bevor auch dem letzten Motiv die Luft ausgeht. Der Showdown erinnert mehr an eine durchschnittliche Comicverfilmung (Marke "Batman Forever") als an die realistischere, geniale Fleming-Neuinterpretation der letzten Filme. Obwohl er Kontinuität zu den vorigen Filmen behauptet (mit soviel Querverweisen wie noch nie), verrät er doch das Mantra seiner Vorgänger: Hier ist nichts mehr "story-" oder "character driven", die emotionalen Pointen werden vergeben und der Film erlaubt im letzten Drittel keinem Charakter mehr irgendeine Entwicklung, die im ersten Drittel nicht schon besser gezeichnet worden wäre. Am Schluss verrät sich der ganze Film selbst, und es scheint, als hätten 4-5 Drehbuchschreiber nicht recht gewusst, wie sie das Ganze enden sollten. Keine Frage: Der Film ist super-unterhaltsam, Christoph Waltzens Stimme gekonnt unheimlich in Szene gesetzt, aber letztlich doch eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Bei einer Mega-Produktion dieses Ausmaßes sollte man doch davon ausgehen, dass sie eine erzählenswerte Geschichte habe. Hat sie aber nicht, sondern sie erschöpft sich in Andeutungen dessen, was ein superber Bondfilm hätte werden können.
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    09.11.2015
    00:28 Uhr
  • Bewertung

    Das Spiel mit der Vergangenheit

    Día de los Muertos, Mexico City: James Bond agiert, wieder einmal, auf eigene Faust und zufällig verursacht er auch großräumigen Sachschaden. Aber, Mission erfüllt, zurück nach London und Strafpredigt anhören. Aber dabei bleibt es nicht, denn durch die Verschmelzung des MI6 mit dem MI5 stellt sich die Frage, ob das 00-Programm nicht obsolet ist.
    Aber Bond muss seinen Auftrag ausführen und zieht mit verschleierter Unterstützung seiner treuesten Helferlein alleine los.

    Spectre ist eine Hommage an die 007 Klassiker. Immer wieder kleine Referenzen und Anspielungen machen den Film für jeden Fan der alten Reihe zu einem Augenschmaus. Und wie in jedem Craig-Bond wird die Vergangenheit von James immer weiter aufgerollt. Man bekommt Einblick in seine Kindheit und Personen in seiner Vergangenheit. Auch die Geschehnisse aus Casino Royale, Quantum Trost und Skyfall werden wieder erwähnt, sollte man Interesse an Spectre haben, sollte man zumindest Skyfall schon gesehen haben.
    Der Film für sich betrachtet ist ähnlich spannend wie die Vorgänger. Die Geschichte weißt jedoch nicht die verwobene Komplexität anderer Bond-Filme auf, sie bleibt geradlinig. Viele Szenen erinnern ein wenig an 007 zu Zeiten Sean Connerys, wobei dies ja nicht von ungefähr kommt.

    Daniel Craig brilliert ein weiteres Mal als 007, mein Favourite unter allen ist er dennoch nicht. Lea Sedoux erinnert, nicht nur in eleganter Robe, an die Bond-Girls der alten Schule, ohne jedoch auf ihre Weiblichkeit reduziert zu werden. Ralph Finnes mimt charismatisch "M", Ben Wishaws "Q"-Interpretation ist großartig und gibt der Rolle, die jahrelang ikonisch von Desmond Llewelyn gespielt wurde, einen modernen Touch, ohne dabei seine komödiantische Ader zu verlieren.
    Der "spectre"kuläre Auftritt von Christoph Waltz begeistert natürlich, auch er hat wieder diese soziopathische Ader, die moderne Bösewichte zu haben pflegen.

    Insgesamt ist "Spectre" ein Highlight für Fans der kompletten Bond Serie und ein durchwegs spannender Film, der ein bisschen das Bindeglied zwischen Alt und Neu darstellt. Ist man hingegen nicht mit den früheren Abenteuern von 007 vertraut, so ist "Spectre" dennoch ein spannender Agentenfilm.
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    07.11.2015
    18:04 Uhr
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