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    Reden über etwas und viele Geschichten

    Zum Teil ist der Titel des Filmes Programm, geht es doch um das Erzählen von Geschichten. Zum Teil ist er es aber auch nicht, denn auch wenn Südfrankreich im Vergleich mit anderen Regionen deutlich mehr Regen abbekommt, so ist der Regen im Film doch kein so großer Faktor wie es eine erste Vermutung nahelegen würde. Zudem erzählt Agnes Jaoui mit ihrem Film nicht nur eine Geschichte, sondern eigentlich gleich mehrere Lebensgeschichten, die sich an diesem im Grunde sehr schönen Ort in Südfrankreich verdichten. Alte Spannungen brechen dabei auf, innerfamiliäre Konflikte dulden keinen weiteren Aufschub mehr und müssen gelöst werden, die langjährige Fürsorge und Pflicht wird zur immer größeren Belastung für die Frauen im Film, für die Männer gilt es, mit der neuen Situation umzugehen, sich anzupassen, oder das Weite zu suchen. Immer wieder steckt in den einzelnen Situationen durchaus eine kleine, aber feine Portion Humor, ein Seitenhieb auf kritischen Journalismus, auf die französische Gesellschaft, die europäische Politik oder die Veränderungen in unserer Welt als Ganzer. Es ist dieser Humor, der den Film insgesamt schließlich doch sehenswert macht, wenngleich man dabei durchaus Geduld beweisen und sich auf den typisch französischen Erzählstil einlassen muss, um sich nicht zu langweilen. Nicht zu unrecht ist im Originaltitel des Filmes vom "Reden über" anstatt von "Erzählen" die Rede und nicht in jedem Gespräch, in dem viel geredet wird, steckt auch eine große Geschichte...
    markus_lhnert2020_d56a9fa338.jpg
    04.11.2009
    07:10 Uhr