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53.9% Bewertung
  • Bewertung

    Ein Kind im Körper eines älteren Mannes

    kann man bei Benigni behaupten ohne hier nur einen Hauch zu übertreiben. Was mir schon bei „Das Leben ist schön“ zumindest übertrieben vorkam, das wird hier noch zum Quadrat dargeboten: Benigni kann hier als Attilio de Giovanni kaum eine Sekunde ernst sein und zerblödelt als stetiger Unruhegeist und notorischer Clown jede Situation. Ähnlich wie bei seinem größten Kinoerfolg setzt er hier auf die Mischung „Klaumauk vor tragischem Hintergrund“ nur dass hier noch viel mehr alles aufgesetzt wirkt. Seine Frau im richtigen Leben (Nicoletta Braschi als Vittoria) spielt hier wieder mal mit und hat einen ähnlich ermüdenden Effekt wie die ständige Einbindung von Roman Polanskis Ehefrau in seinen Filmen.

    Die Story für sich ist schon sehr einfach gestrickt, ein Alltags-Clown (im Film ein Professor, aber das beleidigt wohl diese Berufsgruppe) verliebt sich in eine Frau und fährt ihr überall hinterher, auch in ein Kriegsgebiet. Warum diese Frau dort trotz Kriegszustände hinreist bleibt im Film offen und erhöht nicht gerade die Glaubwürdigkeit der ganzen Geschichte (klar, für eine Biografie über einen Iraker, aber ist es eine Biografie wert sein Leben zu riskieren?) Schließlich wird die Frau auch durch einen Bombentreffer verletzt und liegt permanent komatös in einem Krankenhaus. Benigni zappelt daneben nervös wie ein Kleinkind auf ADHS und die Gags sind schon wirklich, naja, ich sags mal so, die kommen sicher in einem Kindergarten als Vorzeigefilm sehr gut an, aber schon für Volksschüler dürfte das im Schnitt nicht mehr altersgerecht sein.

    Das ist irgendwie ein Film mit dem ich nichts anzufangen weiß. Klar, er tut Niemandem weh, aber ich finde dieses Kleinkindgeblödel in keinster Weise lustig, die Geschichte ist vorhersehbar (na wie wird es der Frau wohl am Ende ergehen?), wirkt konstruiert und überhaupt nicht plausibel. Das fühlt sich alles fast so an wie den Kasperl oder Pezi-Bären auf Spielfilmlänge anzuschauen. Man kann es mit jeder Sache übertreiben und Filme mit Benigni (auch wenn er privat sicher ein sympathischer Typ sein mag) werde ich wohl zukünftig meiden, denn gegen diesen Film wirkt sogar noch ein Slapstick-Klamauk wie „Hangover“ wie ein intellektuelles Kunstwerk, da hilft auch nicht der an den Haaren herbeigezogene Irak-Krieg als bemüht herangezogener Kontrast. Benigni dachte wohl: Klamauk, Ehefrau und Krieg das hat schon mal super funktioniert, das nehme ich wieder. Wenigstens ist hier die Filmmusik von Nicola Piovani diesmal nicht voller Gefühlsduselei wie bei „Das Leben ist schön.“
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    22.09.2025
    17:44 Uhr
  • Bewertung

    Tiefe Enttäuschung mit hoher Nervenbelastung

    Was in ähnlicher Form bei „La vita è bella“ wunderbar funktioniert hat, wirkt hier wie ein unzusammenhängender, kopfloser Versuch, an Benignis vorigen Filmerfolg anzuknüpfen. Die Geschichte leidet an der fehlenden Logik und einer tatsächlichen Handlung, die ständig wie ein Benigni-Film-Dèjá-vu herumtaumelt. Das schlimmste an „Der Tiger und der Schnee“ ist allerdings Roberto Benigni selbst, der sich mittlerweile zu einem Otto Waalkes des Italiens entwickelt hat, wobei Waalkes aber ein wesentlich humorvollerer und angenehmerer Zeitgenosse ist. Benigni weiß nämlich trotz seines Alters einfach nicht, wo die Grenzen von Humor liegen, und mit seinem Klischee-Herumgefuchtel eines Italieners wird dem Rest der Welt wohl endgültig klar werden, wieso man die meisten Italiener als nervig empfindet. Jedenfalls verspürt man spätestens nach den ersten zehn Minuten des Films den dringenden Wunsch, Benigni zu erwürgen, um ihn nicht länger ertragen zu müssen. Sein lächerliches Gehabe hat mittlerweile nicht mehr das Geringste mit Schauspielerei zu tun – im Gegenteil, es zieht den Film in eine One-Man-Show, die überhaupt nicht angebracht ist und daher auch der Handlung enorm schadet.
    Lobend zu betonen ist eindeutig Jean Reno, der dafür unter einer recht unlogischen Rolle leidet. Alles in allem sind eigentlich bloß die großartige Filmmusik und die untergehenden Nebendarsteller hervorzuheben, womit ein zutiefst enttäuschender italienischer Film bleibt.
    14.04.2006
    15:23 Uhr
  • Bewertung

    Ganz schön schön

    Wer "Das Leben ist schön" mag, wird auch von diesem Film begeistert sein!
    14.04.2006
    08:28 Uhr
  • Bewertung

    Die Komik im Tragischen

    Wie schon in "Das Leben ist schön" versteht es Roberto Begnini auch in diesem Film wieder, selbst in den tragischsten Situationen eine Unbekümmertheit und unschuldige Freude zu erschaffen, sodass die Seele neue Stärke schöpfen kann. Selbst in der Ausweglosigkeit verliert er nie den Glauben an das Gute. Jean Reno überrascht mich immer wieder mit seiner Wandlungsfähigkeit, er ist eben ein Profi...
    11.04.2006
    23:44 Uhr