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5 Bewertungen
88% Bewertung
  • Bewertung

    Saftiges Gangsterdrama mit flotten Sprüchen

    Nach dem blauen Geist aus der Flasche hatte Guy Ritchie nun offenbar wieder Lust, nach "Snatch" einen Gangsterfilm zu drehen. Man kann es ihm nicht verübeln, passt die für ihn so typische Bildersprache mit den auf vielen Ebenen sehr intensiv inszenierten Geschichten doch perfekt für dieses Genre und lockert es zugleich wunderbar auf. Dabei können einem die Kraftausdrücke und Schimpfwörter, die in nahezu jeder Dialogzeile vorkommen, mit der Zeit verdammt auf den Sack gehen - Verzeihung: stören. Zugleich ist es bewundernswert, wie es ihm gelingt, das Ganze dann insgesamt wirklich stimmig wirken zu lassen. Seine Filmfiguren sind einerseits überzeichnet und authentisch zugleich, vielleicht deshalb, weil sie in ihrem Handeln kompromisslos sind. Wir lernen als Zuseher also ganz schnell, wie man als Drogenkönig erfolgreich ist - was zugleich heißt, dass man am Leben bleibt. Mit Matthew McConaughey bietet sich der perfekte Lehrmeister gleich in der ersten Szene an. Herrlich schmuddelig und fies sein Gegenüber: Hugh Grant als Erpresser, der uns unmissverständlich klar macht, was der Unterschied zwischen einem Detektiv und einem Schnüffler ist. Colin Farrell als sozialtherapeutisch tätiger Boxcoach macht im Original mit seinem irischen Akzent zwar noch viel mehr Freude, überzeugt aber trotzdem mit dem lieben Dackelblick und der eisernen, schnellen Faust. Charlie Hunnam hat mich ebenso als rechte Hand des Königs überzeugt, weil man bei ihm lange nicht weiß, ob man ihn für den Guten oder Bösen halten soll. Und Michelle Dockery gibt schließlich die Edel-Schlampe mit der kleinen Pistole im Schminkkästchen ebenso (überraschend) glaubhaft. Ein kleiner, aber feiner Film mit vielen liebevollen Details, zum Beispiel Szenen, die in Guy Ritchies Pub in London "Gritchie" gedreht wurden.
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    01.06.2020
    10:25 Uhr
  • Bewertung

    Phucing good...

    Okay, vielleicht hat der Film ein halbes Extra Sternchen bekommen, weil ich ihn in der Social Movie Night gesehen habe, bei der zufälligerweise der sehr lustige Regisseur höchstpersönlich war und ein bisschen was erzählt hat und ich dadurch direkt schon ein bisschen mehr Hintergrundwissen beim ersten Gucken hatte. ABER auch ohne dieses Endorphin-High hätte mich der Film umgehauen.
    Die schauspielerische Leistung war grandios. Alles nicht zu übertrieben, gerade richtig, dass man bestimmte Charakterzüge erkannt hat, ohne mit dem mimischen und gestischen Vorschlaghammer getroffen zu werden.
    Die Art, wie sich der Plot und die Twists entfallen, ist so schön, dass ich es dem Film nicht krumm genommen hätte, hätte er eine The Irishman Länge angenommen. Aber eigentlich war es genau richtig. Es wurde alles wichtige Gesagt und damit entging er dem, woran viele Filme am Ende kränkeln: einem sich langziehenden Ende, bei dem man das Gefühl hat, der Regisseur komme einfach nicht auf den Punkt. Guy Ritchie hat damit in diesem Film definitiv nicht dieses Problem.
    Oh und die Musik... Die hat einfach wundervoll gepasst. Sie hat den Film genau richtig untermalt und den Szenen noch den richtigen akustischen Push verpasst, damit sie noch mehr Wirkung entfalten konnten.
    Also Fazit: Prädikat wertvoll.
    Und eine letzte Frage: Zählt "Phuc" zu den so oft bei imdb gezählten "Fucks"? ?
    19.02.2020
    20:16 Uhr
  • Bewertung

    The Lion bites tonight

    Guy Ritchie ist ein sehr kreativer und verspielter Regisseur, aber das meine ich im besten Sinne. Zeugnis davon ist sein neuester Streich THE GENTLEMEN. Es macht einfach Spaß seinen Gangstern zuzuschauen, die mit bizarren Szenen und Dialogen konfrontiert werden.

    Mathew Mc Conoughey spielt ausgezeichnet, aber Hugh Grant und Colin Farrell stehlen ihm fast die Show. Jede Szene mit ihnen ist einfach ein Hochgenuss. Der Eine spielt einen Trainer mit Herz, der Andere einen schleimigen Journalisten. Zusammen geben sie den Gentlemen den gewissen Touch, dass den Film in die Oberliga katapultiert.

    Bei einem Unfall mit Todesfolge gibt es keinen Aufschrei einiger Teenager. Stattdessen werden Selfies mit der Leiche geschossen. Ein Gag, der die aktuelle Realität gut widerspiegelt. Soll man lachen oder traurig sein?

    Das Pub, indem entscheidende Szenen des Films spielen, gehört dem Maestro Guy Ritchie höchstpersönlich. Man spürt den Stolz des Eigentümers. Aber auch THE GENTLEMEN verdient diesen Stolz - wie erwähnt, es handelt sich dabei um einen verdammt guten Guy Ritchie, wahrscheinlich dem besten seit SNATCH.
    Enjoy the Beer and the Movie!
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    09.02.2020
    00:03 Uhr