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    Ein Engel wie flüssiger Sauerstoff

    Hauptdarsteller Alain Delon in einem seiner besten und auch für seine Karriere wichtigsten Film. Regisseur Melville erreicht mit knappen Dialogen, minimaler Mimik eine Intensität, aus der eine außerordentliche Spannung heraus erwächst. Delon ist hier als Jef Costello so unterkühlt wie flüssiger Sauerstoff. Dabei ist es ein ganz simpler Plot. Costello, ein Auftragskiller, wird unvollständig bezahlt. Also ist in der Folgezeit sowohl der Auftraggeber, der einen weiteren Mord für ihn bereithält, als auch die Polizei (Kommissar Francois Périer) hinter ihm her. Den Auftraggeber kann er ausschalten, die Polizei nicht. Seine Freundin Jane (Natalie Delon, damalige Ehefrau von Alain) und auch die Pianistin Valérie (Cathy Rosier) die ihn gesehen hat, verraten nichts. Das totale Überwachungsnetz der Polizei zieht die Schlinge um Costellos Hals immer enger. Gemäß dem Titel und weil er die übermächtige Präsenz der Polizei ahnt, geht er in die Bar, wo Valérie spielt und richtet seine Pistole auf sie. Die Sicherheitsorgane tun ihre Arbeit. In Costellos Colt waren keine Patronen.
    Völlig unspektakulär beendet dieser Thriller das Katz- und Mausspiel der gegnerischen Parteien. Über Costellos Zitat lässt sich anschließend vortrefflich diskutieren: ‘Ich verliere niemals. Niemals wirklich.‘ Großartiger Klassiker, der durch seine formale Gestaltung für viele richtungsweisend ist und der Alain Delon unsterblich machte.
    Alle nachfolgenden eiskalten Engel sind kalter Kaffee dagegen.
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    07.09.2019
    13:51 Uhr