Black Swan

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Forumseintrag zu „Black Swan“ von patzwey


patzwey
patzwey (09.12.2010 08:51) Bewertung
Erzeugt Gänsehaut

“Black Swan” zieht die Zuseher wie ein Sog in die Welt der Balletttänzerin Nina, die sich so sehr in ihre Rolle hineinfühlt, bis die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn immer mehr verschwinden. Düster inszeniert dreht sich alles um die fatalen Folgen, die das Streben nach künstlerischer Perfektion für das Privatleben und die eigene Psyche mit sich ziehen kann.

Der Film weist eine äußerst subjektive Erzählweise auf (wie schon bei „The Wrestler“ gibt es zahlreiche Over Shoulder Shots). Das macht eine Identifikation mit Nina sehr leicht. Nina zerbricht an ihrer Rolle und die Zuseher begleiten sie auf ihrem steinigen Weg. Mittels horrorfilmartigen Visualisierungen bekommt man ihre in den Wahnsinn abdriftende Realität so mit wie sie auch die Tänzerin sieht. Dies reicht von fiktiven schwarzen Federn, die auf ihrem Körper sprießen über Mord bis hin zu Schreckensvisionen und Verfolgungswahn. „Black Swan“ kann euphorische Begeisterung auslösen und gleichzeitig deprimierend wirken, sodass der Film auch Stunden nach dem Kinobesuch noch nicht loslässt.

Aronofsky kombiniert in diesem Meisterwerk sämtliche filmische Mittel kunstvoll zu einer wunderbaren Symphonie, die ebenso perfekt erscheint wie die gut integrierte Musik aus Pyotr Tchaikovskys „Schwanensee“. Der Film ist schockierend und wunderschön zugleich. Auch die Gefühle der im wahrsten Sinne des Wortes Gänsehaut erzeugenden Balletteinlagen werden schön harmonisch auf die Leinwand gebracht. In diesem Punkt gibt es starke Anleihen an die Inszenierungsweise von „The Red Shoes“ (sehr empfehlenswert) aus dem Jahr 1948.

Dieses intensive Kinoerlebnis dürfte wahrscheinlich zu viel für Mainstream Publikum (am ehesten gefällt hier noch die überraschend offene Sexualität) und Oscar-Jury sein. Obwohl sich neben der großartigen Natalie Portman auch Aronofsky und seine Crew stark empfehlen würden.

Ähnlich wie bei „Inglorious Basterds“ könnte man auch den letzten Satz des Films direkt in den Mund des Regisseurs legen: „I WANTED TO BE PERFECT. I WAS PERFECT“. Dem kann ich nur zustimmen.
 
 

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