Uncut
Film-WM Gruppe H

Film-WM Gruppe H

Ein Blick auf die Kandidaten aus Polen, Senegal, Kolumbien und Japan
In Gruppe H der Uncut-Film-WM gibt es mörderische Tierspuren, eine Sängererin auf der Suche nach Unterstützung, die abenteuerliche Reise eines Anthropologen und ein animiertes Coming-of-Age-Drama.

Pokot (Spoor)

Polen
Polens diesjähriger Oscarbeitrag feierte 2017 auf der Berlinale seine Premiere, wo er auch mit dem Silbernen Bären prämiert wurde. Bei „Pokot“ (Die Spur) handelt es sich um die Verfilmung des Romans „Der Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk. Thematisch handelt der Film von mysteriösen, brutalen Morden, denen männliche Jäger zum Opfer fallen, einzige Hinweise bei den Leichen sind zurückgelassene Tierspuren. Aus diesem Grund steht auch vorerst die Vegetarierin Janina Duszejko unter Verdacht, die zuvor durch Beschwerden über die Männer im Ort aufgefallen war. Sie beginnt auf eigene Faust die rätselhaften Umstände der Morde zu recherchieren. Regie führte die Polin Agnieszka Holland, die bereits durch Filme wie „Der geheime Garten“oder „Das dritte Wunder“ internationale Erfolge feierte. Der Film startete Anfang Jänner in den deutschen Kinos, schaffte es jedoch leider noch nicht in unsere heimischen Kinos.

Félicité

Senegal
Félicité war nicht nur der erste Film überhaupt, den Senegal als Oscarbeitrag für den Besten fremdsprachigen Film eingeschickt hat, mit insgesamt sechs Preisen darf sich der Film auch damit rühmen, der meistausgezeichnetste Film in der Geschichte der Africa Movie Academy Awards zu sein. Das Drama des Regisseurs Alain Gomis lief ebenso im Hauptbewerb der Berlinale 2017, wo er den mit den Silbernen Bären prämierten Großen Preis der Jury für sich gewinnen konnte. „Félicité“ behandelt das Leben der gleichnamigen Barsängerin, die nach dem gravierenden Unfall ihres Sohns, um finanzielle Unterstützung für dessen Operation kämpft.

Der Schamane und die Schlange

Kolumbien
Der Abenteuerfilm „Der Schamane und die Schlange“ von Ciro Guerra feierte bereits 2015 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Premiere, 2016 wurde er sogar mit einer Oscarnominierung als Bester fremdsprachiger Film belohnt. Basierend auf den Tagebucheinträgen des deutschen Anthropologen Theodor Koch-Grünberg erzählt der Film von dessen Reise nach Südamerika, mit der er sich zum Ziel setzt das Verhalten der dort ansässigen Bewohner zu studieren. Dort angekommen trifft er auf den Schamanen Karamakate, von dem er glaubt er könne seine zermürbende seelische Erkrankung heilen.

Your Name. Gestern, heute und für immer

Japan
Mit positiven Kritiken überhäuft, konnte „Your Name“ nicht nur zahlreiche internationale Preise gewinnen, sondern darf mit einem Gesamteinspielergebnis von insgesamt mehr als 358 Millionen Dollar sogar von sich behaupten, der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten zu sein. Der Anime von Makoto Shinkai startete bereits im August 2016 in den japanischen Kinos und fand erst 2018 seinen Weg nach Österreich. Der Film erzählt die Geschichte der Schülerin Mitsuha, die in einem ländlichen Gebiet Japans wohnt, sowie des Schülers Taki, der mitten in Tokio lebt. Auf rätselhafte Weise tauschen die beiden in unregelmäßigen Abständen Körper und beginnen so miteinander zu kommunizieren. Zudem ist bereits eine Hollywood-Realverfilmung in Planung, die Rechte daran wurden von J.J. Abrams erworben.
Die Autorin
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juliap

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