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    Die Verwandlung

    Francois Ozon hat eine erfrischende Emanzipationskomödie gemacht und das zugrunde liegende Theaterstück ganz auf Catherine Deneuve als Madame Pujol zugeschnitten. Neben ihr sorgen zwei Superstars Gérard Depardieu als Bürgermeister Babin und Fabrice Luchini als Monsieur Pujol für genügend ernsthafte Komik, die bisweilen italienische Ausmaße annimmt. Sie werden vom darstellerischen Umfeld u.a. mit Karin Viard (Nadège) und Judith Godrèche (Tochter Joelle) voll unterstützt.
    Madame Pujol mausert sich von einem echten Schmuckstück (Originaltitel), das für Enkel, Garten und Gedichte lebt, zu einer erfolgreichen Managerin, die als Krönung sogar den Weg in die Politik schafft. Ihr Ehemann wird zum neuen Schmuckstück. Der schwungvolle Witz und besonders der Charme der Deneuve überdecken die Klischees und machen sie erträglich. Für Insider enthält die Rolle des reaktionären Monsieur Pujol Elemente, die auf Sarkozy hinweisen. (‘Wenn die Arbeiter mehr Geld wollen, sollen sie auch mehr arbeiten.‘)
    Die Verneigung vor der Deneuve enthält nicht nur durch ihre an sich seltene Gesangseinlage, sondern auch durch die Tatsache, dass ihre Fabrik ‘Regenschirme‘ produziert, liebevolle Hinweise an ihren Karrierebeginn in Cherbourg. Ihre deutsche Synchronstimme stammt von Senta Berger.
    Romantische Retros, als Madame noch etwas mit dem Bürgermeister hatte, sowie Vermutungen über ein gemeinsames Kind, verschönern die französische Note. Auch der Spagat zwischen Business und Familienstrategie, Aufsichtsratsmehrheit und Streik bleibt stets leicht und locker. Amüsante Unterhaltung.
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    30.09.2015
    11:43 Uhr