1 Eintrag
3 Bewertungen
63.3% Bewertung
  • Bewertung

    Wird der Buchvorlage nicht gerecht

    Kurzinhalt: Vampirin Miriam leidet unter Einsamkeit: Sie ist die letzte ihrer Art und die Verwandlung von Menschen ist nicht so endgültig, wie erhofft. Als ihr aktueller Ehemann nach ein paar Jahrhunderten dem Tode nah ist, begibt sie sich auf die Suche nach einer Nachfolgerin. Ihre Wahl fällt auf die Ärztin Sarah, die der Entschlüsselung des ewigen Lebens auf der Spur ist.

    “Begierde” ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Whitley Strieber aus 1981, allerdings weicht der Film an vielen Stellen von der Buchvorlage ab. Sogar das Ende wurde abgeändert. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, eine Buchvorlage frei zu interpretieren, das Problem mit dieser Verfilmung ist, dass sie weder als Buchverfilmung, noch als eigenständiges Werk funktioniert.

    Das Kernelement des Romans, der “Hunger” (nicht nur wortwörtlich als Hunger nach Blut, sondern auch im metaphorischen Sinn, als Hunger nach Liebe, Macht, etc) wird völlig aufgeweicht, sowohl Horror als auch Sex werden stark reduziert (wen die sexuelle Gewalt in der Buchvorlage stört, darf sich zumindest freuen, dass auch diese im Film wegfällt). Am drastischsten ist aber die Abänderung des Endes, die zu einer völligen Verschiebung der Kernaussage der Geschichte führt.

    Visuell ist der Film durchaus interessant, wenn auch teilweise zu bemüht auf “stylisch” bzw. “arthouse” getrimmt. Der musikalischen Untermalung stehe ich zwiegespalten gegenüber: teilweise ist sie gelungen, teilweise empfand ich sie als nervig. Spannung kommt keine auf, auch die Umsetzung der Erotik enttäuscht und die Dramatik ist zu melodramatisch inszeniert, um sie ernst zu nehmen. Auch ist die Geschichte nicht besonders gut aufbereitet; mein Mann, der die Buchvorlage nicht kennt, fand den Film unlogisch.

    Positiv hervorzuheben ist hingegen die Besetzung von Miriam mit Catherine Deneuve und Sarah mit Susan Sarandon. Beide passen perfekt zur Rolle und die Chemie zwischen ihnen stimmt. Leider können auch sie den Film nicht retten.

    Fazit: Visuell durchaus einfallsreich umgesetzt, abgesehen davon aber eine langatmige Enttäuschung, die der Buchvorlage nicht gerecht wird.
    gwilwileth_3f5990a104.jpg
    06.01.2026
    17:41 Uhr