Berlinale 2009
Berlinale Tag 10

Berlinale Tag 10

Das Ende ist ein neuer Anfang: der Wettbewerb ist vorüber, die Preise wurden vergeben. Nach der Berlinale ist vor der Berlinale.
So schnell vergeht die Zeit: Gerade eben noch sind wir hier angekommen und haben den Eröffnungsfilm des Festivals, „The International“ gesehen. Heute nun wurde schon wieder der Abschlussfilm „Eden is West“ gezeigt, die letzten 10 Tage sind vergangen wie im Flug. Zwischen den beiden Filmen, die den Beginn und das Ende des Festivals markierten, steht eine gewisse Symbolik: ja, die Berlinale ist ein internationales Filmfestival, das sich in den nun bald 60 Jahren seines Bestehens zu einem der größten Festivals weltweit gemausert hat. Es bedeutet wirklich etwas, einen Film auf diesem Festival zu zeigen und natürlich bedeutet es auch etwas, hier sein zu können. Wenn das Festival heute nun in seine Zielgerade, den großen Publikumstag morgen Sonntag, an dem alle Filme des Wettbewerbes noch einmal für alle Kinofreunde gezeigt werden, einbiegt, blickt es zurück auf 10 Tage voller höchst unterschiedlicher Filme, in denen das Publikum zum Lachen und zum Weinen gebracht wurde. 10 Tage einer kleinen Weltreise im Dunkeln des Kinosaales über alle Kontinente, viele Sprachen, viele Kulturen. An seinem heutigen Ende blicken alle Verantwortlichen aber sicher schon wieder voraus auf das nächste Jahr, in dem es bereits die 60. Berlinale geben wird. Ein rundes Jubiläum, an dem die Berlinale vielleicht mehr noch als sonst den Anspruch stellen wird, ein besonderes Festival sein zu wollen. Intendant Dieter Kosslick wird jedenfalls fix mit von der Partie sein, sein Vertrag wurde ja erst heuer wieder verlängert und er darf sich freuen: Die Besucherzahlen entwickelten sich prächtig, bereits am Mittwoch wurden mit 270.000 Karten bereits 30.000 Karten mehr ans Publikum verkauft als während des gesamten Festivals im vergangenen Jahr. Ein kräftiges Zeichen dafür, dass das Kino trotz hochauflösender DVDs und Internet-Piraterie seine Faszination nicht verloren hat. Sicher aber auch eine Bestätigung für die Programmgestaltung, denn in diesem Jahr gab es deutlich interessantere und vielseitigere Filme zu sehen als im letzten Jahr.

Für Östereich gab es diesmal zwar keinen Film im Wettbewerb, dafür aber dafür aber mit Birgit Minichmayr eine absolut würdige Preisträgerin eines Goldenen Bären für ihre Rolle in „Alle Anderen“ und so nebenbei einen Achtungserfolg beim Publikum: Wolfgang Murnbergers Verfilmung des Romans „Der Knochenmann“ von Wolf Haas, die hier im Panorama gezeigt wurde (wir berichteten), kam auf Platz 3 der beliebtesten Publikumsfilme, hinter der US-Dokumentation „The Yes Men Fix The World“ von Mike Bonanno, Andy Bichlbaum und Kurt Engfehrund und dem Spielfilm „Welcome“ des französischen Regisseurs Philippe Lioret.

Tja und für das UNCUT-Team heißt es nun Kofferpacken und morgen früh die Heimreise antreten. Wir haben uns in unserer kleinen Wohnung ganz in der Nähe des Potsdamer Platzes sehr wohl gefühlt und werden nächstes Jahr gerne wieder hierherkommen. Ich hoffe, wir konnten Euch in den vergangenen 10 Tagen einen interessanten und unterhaltsamen Stimmungsbericht hier aus Berlin liefern und haben in Euch vielleicht auch das Interesse geweckt, einen der hier gezeigten Filme (egal, ob er einen Preis bekommen hat oder nicht) selber im Kino anzuschauen, sobald er anläuft.

Herzliche Grüße aus Berlin.