Berlinale 2008
Berlinale Tag 2

Berlinale Tag 2

Am zweiten Tag der Berlinale drehen sich die Filme alle um das Thema Liebe, aber sind von höchst unterschiedlicher Qualität.
Müsste ich für diesen Tag auf einer Farbskala eine oder mehr zutreffende Farben auswählen, die ihn am besten beschreiben würde, dann würde ich mich für die Farben Rot und Schwarz entscheiden. Nicht, dass Ihr denkt, ich hätte den Tag im Casino verbracht, das sich übrigens gleich neben dem Schauplatz unseres Berlinale Podcasts von gestern Abend befindet, nein! Natürlich war ich heute den ganzen Tag über ab 9:00 Uhr im Einsatz für UNCUT, was bedeutet, dass ich das Casino nur als Vorbeilaufender wahrgenommen habe. Und an diesem zweiten Festivaltag, der eigentlich der erste richtige Festivaltag ist, denn heute gab es zum ersten Mal das volle Programm von drei Wettbewerbsfilmen zu sehen, gab es doch schon so manches zu erleben.

Frühmorgens gab es die Premiere des chinesischen Filmes „Zuo You (In Love We Trust)“ zu sehen, ein Drama über die Mutter eines krebskranken Mädchens, die einen Knochenmarkspender für ihre Tochter sucht und dabei bereit ist, ihre Ehe aufs Spiel zu setzen. In einer der Hauptrollen sehen wir Yu Nan, die letztes Jahr in dem Film „Tuyas Hochzeit“ mitgespielt hatte, einer der Preisträger im vergangenen Jahr. Für diesen Film passt die Farbe Rot ganz gut, schließlich geht es um die Liebe und die Landesflagge der VR China ist ja auch rot. Erfreulicherweise bekommt der Film auch keine rote Karte, wenngleich die Resonanz hier auf dem Festival eher mit gedämpftem Beifall als mit Begeisterung beschrieben werden kann.

Die rote Karte gab es dafür heute gleich zweimal zu vergeben: den Anfang machte der Filmvorführer im Berlinale Palast während der Pressevorführung von Paul Thomas Andersons Film „There Will Be Blood“. Während der ersten drei Akte des Filmes war der Ton ein einziges Jaulen, Wimmern und Gurgeln und von den Dialogen verstand man so gut wie gar nichts. Es brauchte eine halbe Ewigkeit und wahrscheinlich die schicksalhafte Erwähnung des Filmtitels gegenüber dem Personal bis das Schlamassel endlich behoben war und Daniel Day-Lewis’ brillante Leistung als erfolgshungriger, aber zutiefst einsamer Geschäftsmann auf der Suche nach dem schwarzen Gold entsprechend zur Geltung kommen konnte.

Dann schließlich quälte sich die versammelte Presse noch durch den finnischen Festivalbeitrag namens „Musta Jää“, was soviel heißt wie „schwarzes Eis“. Den inhaltlichen Bezug zum Titel blieb der Film leider schuldig und konnte auch im Übrigen nicht wirklich überzeugen. Ein mittelprächtiger Tag also hier in Berlin, aber es werden ja noch viele weitere folgen, mal sehen, welche Überraschungen noch auf uns warten.

Mehr dazu auf Uncut:
In Love We Trust - There Will Be Blood - Black Ice
Der Autor
harry.potter_aadba0451b.jpg
Harry.Potter

Forum

  • Der Pannenhof ist überall ;-)

    Passiert sogar in Berlin!
    leandercaine_0fc45209c9.jpg
    09.02.2008, 16:05 Uhr
  • Filmvorführer

    Wahrscheinlich hat der Filmvorführer sein Handwerk im Grazer (P)Annenhof gelernt! *fg*
    Vielleicht ist es auch selbiger Projectionist, der in Graz rausgeflogen ist, und in Deutschland eine neue "Chance" bekommen hat! *gggg*
    Jetzt aber im Ernst: technische Probleme im Kino sind natürlich immer ärgerlich. Wie ärgerlich muss es erst für Produzent, Regisseur, und Schauspieler sein, wenn ihr Werk komplett verstümmelt auf der Leinwand landet?
    hillemax_3469010e97.jpg
    09.02.2008, 09:56 Uhr
    • Ja, sicher

      Ich würde mich auch grün und blau ärgern, wenn das bei meinem Film passieren würde. Glücklicherweise hat es dem Film aber nicht geschadet, die Reviews hier unter den anderen Kollegen sind sehr gut bis großartig. Mich hats gewundert, dass es so lange dauerte, bis es jemand bemerkte.
      harry.potter_aadba0451b.jpg
      09.02.2008, 17:49 Uhr